"trend": Stadion-Endausbau in Klagenfurt trotz fehlender UVP

Durchschnittlich 400 Fans pro Match, keine Umweltverträglichkeitsprüfung, doch das Klagenfurter Fußballstadion wird fix für 30.000 Besucher ausgebaut.

Wien (OTS) - Derzeit besuchen rund vierhundert Fans ein Spiel des Klagenfurter Regionalligavereins und dennoch wird nun das Stadion mit einer 15,5 Millionen-Unterstützung des Bundes fix auf 30.000 Sitzplätze ausgebaut, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Die Argumentation des zuständigen Sportministers Norbert Darabos: Er wolle "keine Sport-Infrastruktur zerstören", auch der ursprünglich vorgesehene Rückbau hätte Geld gekostet.
An der sogenannten "Permanentmachung" der bislang provisorischen Oberränge werde nun bereits tatsächlich gearbeitet, bestätigt der Sportpark-Klagenfurt-Geschäftsführer Daniel Greiner. Der Ausbau erfolgt, obwohl es weder ein aktuelles Nutzungskonzept für den im Siedlungsgebiet errichteten Großbau gibt, noch eine für Großveranstaltungen notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung. Allerdings gibt es eine von Anrainern eingebrachte Klage beim Verfassungsgerichtshof gegen den Ausbau. Wann das Höchstgericht seinen Spruch fällen wird, sei, so der Sprecher des VfGH, "völlig offen".

Der "Wörtherseearena", die dem Steuerzahler rund 500.000 Euro pro Jahr Defizit beschert, stehen abseits vom grünen Rasen harte Kämpfe ins Haus. Der Rechnungshof hat für das Jahr 2013 eine Überprüfung des überdimensionierten Bauwerks angekündigt, berichtet der "trend". Die Errichtung des 2007 eröffneten Klagenfurter EM-Stadions hat offiziell 72 Millionen Euro gekostet, mit Grundstückskauf und Vorbereitungsarbeiten fast hundert Millionen.

Rückfragen & Kontakt:

trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRE0006