• 28.10.2012, 08:00:33
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"trend": Brisantes Gutachten rund um den ehemaligen Kärntner Bundesliga-Verein

Ein Gutachten zur Insolvenz des SK Austria Kelag Kärnten wirft den Verantwortlichen grobe Fehlleistungen vor, der Ex-Vereinspräsident bezeichnet das als Lüge.

Utl.: Ein Gutachten zur Insolvenz des SK Austria Kelag Kärnten wirft
den Verantwortlichen grobe Fehlleistungen vor, der
Ex-Vereinspräsident bezeichnet das als Lüge.=

Wien (OTS) - Im Zuge des Insolvenzverfahrens rund um den
Bundeligaverein SK Austria Kelag Kärnten werden nun in einem
Gutachten schwere Vorwürfe erhoben, berichtet das Wirtschaftsmagazin
"trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. So kam zutage,
dass beim Ankauf der Bundesligalizenz vom damaligen Bundesligisten
Pasching in Pasching ein eigener "Verein zur Förderung des
Fußballsports" gegründet wurde, an den die Kärntner Gelder flossen.
"Für die Transaktion sehe ich keinen anderen Grund, als recht kreativ
eine Nicht-Besteuerung dieses faktischen Kaufpreises für die
Übertragung der Lizenzen nach Klagenfurt zu erreichen", urteilt der
renommierte Wirtschaftsprüfer Fritz Kleiner in seinem Gutachten im
Auftrag des Masseverwalters. Von Jörg Haider veranlasst, wurden von
der Hypo Alpe Adria fünf Millionen Euro Sponsorgelder an den neuen
Verein ausbezahlt, doch nicht alles Geld ist, laut Kleiner, auch beim
Adressaten angekommen: "Drei Millionen flossen nach Oberösterreich, 1
Million ging am 17. 7. 2007 in der Buchhaltung des Vereins ein, die
restlichen 1 Million Euro konnte ich im Rechnungswesen des Vereins
nicht finden..."

Im Vergleich der Gebarungen des neuen Vereins und des Vorgängerklubs
FC Superfund Pasching stellte sich laut Gutachter heraus, dass der
Personalaufwand binnen Jahresfrist um 790.000 Euro stieg - bei einem
Einnahmeminus von 838.000 Euro. Mieten für Büros und Spielerwohnungen
schlugen beim Vorgängerverein in Oberösterreich mit 90.000 Euro zu
Buche, in Kärnten mit 240.000 Euro. Kleiner weist nach, dass die
Aufwendungen für den Spielbetrieb von 780.000 in Oberösterreich auf
1,3 Millionen Euro in Kärnten explodierten. Und: Pasching berappte
140.000 Euro Stadionmiete, der Kärntner Verein zahlte für die Miete
im neu errichteten Klagenfurter Stadion 930.000 Euro.
"Aus meiner Sicht ist es nicht angängig, Ausgaben für eine
Stadionnutzung, das von der Qualität für EM-Spiele gebaut wurde, in
dieser Höhe zu bezahlen", resümiert Kleiner, der auch "auffällig hohe
Gehälter" für Management, Verwaltung und sportliche Leiterpositionen
ausmacht und insgesamt der "hypertrophen Geldgebarung bei
Personalkosten" die Schuld für den kaufmännischen Niedergang des
Vereins gibt.

Widerspruch kommt vom Ex-Vereinspräsidenten und
Aufsichtsratsvorsitzenden des SK Kelag Kärnten, Mario Canori.
"Kleiner ist in höchstem Maße unfähig, die Sache mit der verschwunden
Million stimmt sicher nicht", sagt der ehemalige Parteigänger Jörg
Haiders und spätere FPÖ-Spitzenkandidat im "trend". Canori
beschuldigt Kleiner der "Lüge". "Kleiner sagt die Unwahrheit, das ist
alles ein Schwachsinn. Es stimmt nicht, dass wir überhöhte Kosten
hatten. Wir lagen genau im Durchschnitt aller Bundesligavereine, der
Verein wurde korrekt geführt, auch die VIP-Kosten waren nicht
überhöht."
Genau diese lagen allein 2007/08 bei beachtlichen 748.504 Euro.
Resultat: Schon im ersten Jahr verzeichnet der SK Austria Kelag
Kärnten einen Abgang von 2,1 Millionen Euro - ein Verlust, von dem
sich der Verein bis zur Insolvenz im Frühjahr 2010 nicht mehr erholen
konnte.

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