- 26.10.2012, 09:47:59
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ÖH Uni Wien: Österreich: Nationalismus als Legitimierung für Rassismus
Der ÖH Uni Wien Chor singt unisono zum Nationalfeiertag: We'll never be friends! Again!
Utl.: Utl: Der ÖH Uni Wien Chor singt unisono zum Nationalfeiertag:
We'll never be friends! Again!=
Wien (OTS) - Der österreichische Nationalfeiertag -
Kriegsverharmlosung, Waffenfetischismus und Opfermythos
Wie jedes Jahr findet auch heute - am 26. Oktober, dem
österreichischen Nationalfeiertag - wieder ein Fest zur
Selbstinszenierung des österreichischen Bundesheeres statt. Die
nationale Identitätsstiftung äußert sich an diesem Tag durch die
rot-weiß-roten Fahnen, welche zahlreiche Gebäude "verzieren" und der
Mythos Österreichs als "erstes Opfer des NS" feiert wieder fröhliche
Urständ'.
Am Wiener Heldenplatz findet das nationale Identitätsspektakel in
sogenannten "Leistungsschauen" seinen Höhepunkt: das Militär zeigt
seine Waffen, Hubschrauber und Panzer in einer absurden
Jahrmarktatmosphäre und es wird versucht, schon die jüngsten
Staatsbürger_innen für den Dienst an der Waffe zu begeistern. Neben
den aufgeputzten Mordmaschinen spielen Kinder auf Hüpfburgen und
Kletterwänden.
Dass Gewaltverherrlichung, Waffenfetischismus und Nationalismus
unter dem Deckmantel der Friedenssicherung gefeiert werden ist nicht
nur lächerlich, sondern auch gefährlich: Das Bundesheer stellt heute
schon ein Auffangbecken für rechtsradikales Gedankengut und Praxis
dar - unter anderem ist es jetzt bereits eine Sammelstätte für
Rechtsradikale, die hier auch noch eine professionelle militärische
Ausbildung finanziert bekommen.
Nationalismus - als Einschlussprinzip der Staatsbürger_innen des
"eigenen" Landes als Neuauflage der Volksgemeinschaft - führt immer
zum Ausschluss anderer. Durch Staaten geschaffene Grenzen
konstruieren und reproduzieren Unterschiede zwischen Menschen
aufgrund ihrer Herkunft und legitimieren so Ausbeutung, Entrechtung
und offenen Rassismus. Während Österreicher_innen und EU-Bürger_innen
sich wenigstens rechtlich abgesichert durch Lohnarbeit ausbeuten
lassen können und sich dadurch zumindest temporär ein mehr oder
weniger erträgliches Leben sichern, wird Menschen, die "illegal" in
Österreich leben jede Existenzgrundlage verwehrt.
Es ist Zeit, das Konstrukt Nationalstaat neu zu überdenken und zu
versuchen, scheinbare Unterschiede zwischen Menschen zu überwinden.
"Es gibt keinen Grund, auf ein Land stolz zu sein, das Menschen
allein aufgrund ihrer Herkunft in Schubhaft steckt und durch
Abschiebung in den Tod schickt!", so Julia Kraus, Jasmin Rückert und
Kübra Atasoy vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.
Um auf die mörderischen Praktiken des Heeres aufmerksam zu machen,
findet am 26. 10. 2012 vor der Erzherzog Karl Statue am Wiener
Heldenplatz ein kollektiver "Sterbeflashmob" statt.
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