Gemeinde Laaben erteilt Abbruchbescheide für 4 Tier-Unterkünfte am Gnadenhof Hendlberg

Für Privatstraße zu Hausruine sollen gerettete Tiere heimatlos werden

Laaben (OTS) - Die Baumaschinen sind dank der Blockade des Tierschutzvereins ANIMAL SPIRIT, die seit 15. Oktober ununterbrochen aufrecht erhalten wird, zwar noch nicht aufgefahren, dafür trudelten gestern gleich 4 Abbruchbescheide der Gemeinde Laaben am Gnadenhof Hendlberg ein. Somit sollen bis spätestens 20. November, also kurz vor dem Winter, 8 seinerzeit aus schlechter Haltung oder vor dem Schlachter gerettete Hängebauchschweine, 21 Schafe und 20 Meerschweinchen heimatlos werden. Der Grund dafür ist einerseits, wie berichtet (siehe www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121008_OTS0099), eine geplante private Straße quer durch den Gnadenhof zu einer seit 50 Jahren unbewohnten Hausruine, die einer alten Frau gehört, welche dort zwar niemals gewohnt hat, ihre Liegenschaft dadurch aber aufwerten will. Und andererseits der unglaubliche Umstand, daß der Gnadenhof Hendlberg nicht als "Landwirtschaft" ausgewiesen ist, da hier nichts "produziert" wird - sprich keine Tiere zwecks Fleischerzeugung umgebracht werden, obwohl sonst sämtliche Bewirtschaftungs-Kriterien erfüllt wären. Dieses Straßenprojekt wird nicht nur mit Steuergeldern gefördert, sondern soll nun offenbar auch noch mittels Staatsgewalt exekutiert werden. Dabei würden nicht nur die genannten vier Tierbehausungen geschliffen werden, sondern auch zwei Tier-Weiden samt Zäunen zerstört, die Grundgrenze 3x durchschnitten, die Hofeinfahrt "veröffentlicht" und überdies die ohnehin bereits prekäre Hangrutschungsgefahr unterhalb der Gnadenhof-Häuser weiter massiv erhöht werden!

Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT:
"Sämtliche Versuche, hier eine vernünftige, für alle Seiten akzeptable Lösung herbeizuführen und wenigstens eine andere, wesentlich weniger invasive und gefährliche Trassenführung zu erreichen, wurden von der Gemeinde - und natürlich auch von der Bauherrin bzw. den Oberinstanzen - ignoriert. Nicht nur unserem Vorschlag einer alternativen Trassenführung, sondern auch dem eines renommierten Architekten, bei dem die Trasse vor bzw. unterhalb unseres Grundstücks verlaufen würde, wurde bislang keine Beachtung geschenkt. Dabei wäre - laut Architekt D.I. Gernot Haage - diese Variante nicht nur ungefährlicher, weniger steil, würde Gebäude und zumindest eine Weide erhalten, sondern wäre zudem auch noch kostengünstiger, da wesentlich weniger Stein- und Schüttmaterialien notwendig wären."

Mittlerweile prüft auch bereits die Volksanwaltschaft diesen obskuren Fall, v.a. weil die Gemeinde die Bauansuchen des Gnadenhofes für die jetzt zu schleifenden Gebäude mehr als 11 Jahre lang unbearbeitet gelassen hat, welche zudem noch ca. 2 Jahre vor dem Bauantrag der Straße eingebracht worden waren. Außerdem ist zu prüfen, wie überhaupt diese - für jeden unabhängigen Experten, als auch Laien mit gesundem Menschenverstand ersichtlich - völlig unmögliche Trassenführung Rechtskraft erlangen konnte. So wurden schon vor Jahren alle Sachverständigen-Gutachten und Anträge auf Hinzuziehung von hydrogeologischen Gutachten bzw. Probebohrungen, ja sogar in der Zwischenzeit tatsächlich eingetretene Hangrutschungen, in den Wind geschlagen. "Diesen Hang in der geplanten Form durchzuschneiden wäre der reinste Wahnsinn!" Auch sind 2 Anfragen zu diesem Fall an die NÖ Landesregierung vonseiten der Grünen Klubobfrau, Dr. Madeleine Petrovic, eingebracht worden.

Dr. Plank abschließend: "Selbstverständlich werden wir diese Abbruchbescheide in allen Instanzen bekämpfen. Zusätzlich werden wir auch unsere täglichen, angemeldeten Kundgebungen mit Blockade der Zufahrtsstraße zu unserem Gnadenhof zumindest die nächsten Wochen aufrecht erhalten. Und das auch dann, wenn uns von der BH St. Pölten weitere widerrechtliche Strafbescheide wegen "Verkehrsübertretung" zugestellt werden, da es sich ja um nicht untersagte, angemeldete Kundgebungen handelt. Es kann doch nicht sein, daß hier mit Steuergeldern eine Privatstraße subventioniert wird, die gleichzeitig einen gut funktionierenden Gnadenhof, der noch nie einen Cent öffentliche Förderung gesehen hat, teil-zerstört - und das vielleicht auch noch unter Einsatz von Staatsgewalt! Wir werden ganz sicher keines der Tiergebäude freiwillig abreißen und werden abwarten, ob der Bürgermeister tatsächlich in den nächsten Wochen mit den letzten österreichischen Panzern auffahren wird, um dieses Wahnsinnsprojekt durchzupeitschen. Auf der anderen Seite sind wir aber nach wie vor gesprächsbereit, wenn jemand von offizieller Seite mit uns über eine vernünftige Alternativ-Variante verhandeln will. Bis heute haben wir allerdings vergeblich darauf gewartet."

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Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: 0676 708 24 34
office@animal-spirit.at
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