• 25.10.2012, 10:15:29
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Gemeinde Laaben erteilt Abbruchbescheide für 4 Tier-Unterkünfte am Gnadenhof Hendlberg

Für Privatstraße zu Hausruine sollen gerettete Tiere heimatlos werden

Utl.: Für Privatstraße zu Hausruine sollen gerettete Tiere heimatlos
werden=

Laaben (OTS) - Die Baumaschinen sind dank der Blockade des
Tierschutzvereins ANIMAL SPIRIT, die seit 15. Oktober ununterbrochen
aufrecht erhalten wird, zwar noch nicht aufgefahren, dafür trudelten
gestern gleich 4 Abbruchbescheide der Gemeinde Laaben am Gnadenhof
Hendlberg ein. Somit sollen bis spätestens 20. November, also kurz
vor dem Winter, 8 seinerzeit aus schlechter Haltung oder vor dem
Schlachter gerettete Hängebauchschweine, 21 Schafe und 20
Meerschweinchen heimatlos werden. Der Grund dafür ist einerseits, wie
berichtet (siehe www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121008_OTS0099),
eine geplante private Straße quer durch den Gnadenhof zu einer seit
50 Jahren unbewohnten Hausruine, die einer alten Frau gehört, welche
dort zwar niemals gewohnt hat, ihre Liegenschaft dadurch aber
aufwerten will. Und andererseits der unglaubliche Umstand, daß der
Gnadenhof Hendlberg nicht als "Landwirtschaft" ausgewiesen ist, da
hier nichts "produziert" wird - sprich keine Tiere zwecks
Fleischerzeugung umgebracht werden, obwohl sonst sämtliche
Bewirtschaftungs-Kriterien erfüllt wären. Dieses Straßenprojekt wird
nicht nur mit Steuergeldern gefördert, sondern soll nun offenbar auch
noch mittels Staatsgewalt exekutiert werden. Dabei würden nicht nur
die genannten vier Tierbehausungen geschliffen werden, sondern auch
zwei Tier-Weiden samt Zäunen zerstört, die Grundgrenze 3x
durchschnitten, die Hofeinfahrt "veröffentlicht" und überdies die
ohnehin bereits prekäre Hangrutschungsgefahr unterhalb der
Gnadenhof-Häuser weiter massiv erhöht werden!

Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT:
"Sämtliche Versuche, hier eine vernünftige, für alle Seiten
akzeptable Lösung herbeizuführen und wenigstens eine andere,
wesentlich weniger invasive und gefährliche Trassenführung zu
erreichen, wurden von der Gemeinde - und natürlich auch von der
Bauherrin bzw. den Oberinstanzen - ignoriert. Nicht nur unserem
Vorschlag einer alternativen Trassenführung, sondern auch dem eines
renommierten Architekten, bei dem die Trasse vor bzw. unterhalb
unseres Grundstücks verlaufen würde, wurde bislang keine Beachtung
geschenkt. Dabei wäre - laut Architekt D.I. Gernot Haage - diese
Variante nicht nur ungefährlicher, weniger steil, würde Gebäude und
zumindest eine Weide erhalten, sondern wäre zudem auch noch
kostengünstiger, da wesentlich weniger Stein- und Schüttmaterialien
notwendig wären."

Mittlerweile prüft auch bereits die Volksanwaltschaft diesen
obskuren Fall, v.a. weil die Gemeinde die Bauansuchen des Gnadenhofes
für die jetzt zu schleifenden Gebäude mehr als 11 Jahre lang
unbearbeitet gelassen hat, welche zudem noch ca. 2 Jahre vor dem
Bauantrag der Straße eingebracht worden waren. Außerdem ist zu
prüfen, wie überhaupt diese - für jeden unabhängigen Experten, als
auch Laien mit gesundem Menschenverstand ersichtlich - völlig
unmögliche Trassenführung Rechtskraft erlangen konnte. So wurden
schon vor Jahren alle Sachverständigen-Gutachten und Anträge auf
Hinzuziehung von hydrogeologischen Gutachten bzw. Probebohrungen, ja
sogar in der Zwischenzeit tatsächlich eingetretene Hangrutschungen,
in den Wind geschlagen. "Diesen Hang in der geplanten Form
durchzuschneiden wäre der reinste Wahnsinn!" Auch sind 2 Anfragen zu
diesem Fall an die NÖ Landesregierung vonseiten der Grünen
Klubobfrau, Dr. Madeleine Petrovic, eingebracht worden.

Dr. Plank abschließend: "Selbstverständlich werden wir diese
Abbruchbescheide in allen Instanzen bekämpfen. Zusätzlich werden wir
auch unsere täglichen, angemeldeten Kundgebungen mit Blockade der
Zufahrtsstraße zu unserem Gnadenhof zumindest die nächsten Wochen
aufrecht erhalten. Und das auch dann, wenn uns von der BH St. Pölten
weitere widerrechtliche Strafbescheide wegen "Verkehrsübertretung"
zugestellt werden, da es sich ja um nicht untersagte, angemeldete
Kundgebungen handelt. Es kann doch nicht sein, daß hier mit
Steuergeldern eine Privatstraße subventioniert wird, die gleichzeitig
einen gut funktionierenden Gnadenhof, der noch nie einen Cent
öffentliche Förderung gesehen hat, teil-zerstört - und das vielleicht
auch noch unter Einsatz von Staatsgewalt! Wir werden ganz sicher
keines der Tiergebäude freiwillig abreißen und werden abwarten, ob
der Bürgermeister tatsächlich in den nächsten Wochen mit den letzten
österreichischen Panzern auffahren wird, um dieses Wahnsinnsprojekt
durchzupeitschen. Auf der anderen Seite sind wir aber nach wie vor
gesprächsbereit, wenn jemand von offizieller Seite mit uns über eine
vernünftige Alternativ-Variante verhandeln will. Bis heute haben wir
allerdings vergeblich darauf gewartet."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ANI

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