- 23.10.2012, 09:21:40
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Junge Asylwerber verzweifelt: "Was muss ich tun, um in die Schule gehen zu können?"
Statt neuer Asylquoten verlangt SOS Mitmensch Sofortlösung für Minderjährige in Traiskirchen
Utl.: Statt neuer Asylquoten verlangt SOS Mitmensch Sofortlösung für
Minderjährige in Traiskirchen=
Wien (OTS) - Obwohl das Innenministerium SOS Mitmensch nach wie vor
den Zutritt zur Asylstelle verbietet, ist es der
Menschenrechtsorganisation gelungen, mit jungen Asylsuchenden in
Traiskirchen Kontakt aufzunehmen. Die Kinder und Jugendlichen
erzählen vom nervenzehrenden Warten auf die Chance, das
Massenquartier endlich verlassen zu können. Sie sagen unisono, dass
sie gerne eine Schule besuchen würden. Und ihnen ist die
Erleichterung anzumerken, endlich mit jemandem über ihre Probleme
reden zu können. In der Asylstelle gäbe es dafür keine
Ansprechperson, so die jungen Asylsuchenden.
"Ich würde gerne in die Schule gehen", sagt der 15-jährige A. zu
SOS Mitmensch: "Jetzt bin ich den ganzen Tag nur im Lager. Ich weiß
nicht, was ich machen soll. Ich langweile mich." A. ist bereits seit
fast 2 Monaten in Traiskirchen, und das, obwohl die
Erstaufnahmestelle nur auf Kurzaufenthalte von maximal zwei bis drei
Wochen ausgelegt ist. Der 16-jährige R. ist sogar schon mehr als zwei
Monate in Traiskirchen: "Jetzt habe ich bestenfalls eine oder zwei
Stunden Deutschunterricht pro Tag. Das ist für mich viel zu wenig.
Ich will in die Schule gehen." Schon mehr als 3 Monate im
Asyl-Massenquartier ist der 14-hährige C.: "Ich will lernen. Was muss
ich tun um in die Schule gehen zu können?" Noch schlechter geht es
dem jungen Mohammed. Er ist erst 13 und sitzt aufgrund einer Lähmung
im Rollstuhl. Er ist seit über einem Monat in Traiskirchen und
besucht keine Schule. Sein Vater, der ebenfalls in Traiskirchen ist,
berichtet: "Mohammed wird von Tag zu Tag depressiver. Er will seit
Tagen nichts mehr essen. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.
Nicht einmal ein gemeinsames Zimmer haben wir bekommen. Ich will
meinen Sohn aber nicht alleine lassen und schlafe neben seinem Bett
auf dem Boden." Fotos von Mohammed und seinem Vater finden Sie hier:
http://www.sosmitmensch.at/stories/6809/
"Wer in Traiskirchen mit Asylsuchenden redet, dem erschließt sich
eine Welt, die die meisten PolitikerInnen nicht sehen wollen. Dabei
könnten sie viel von den mutigen, wissbegierigen und ständig zwischen
Ohnmacht und Hoffnung schwankenden Menschen lernen. Zum Beispiel
niemals aufzugeben, auch unter schwierigsten Bedingungen nicht. Doch
ewig reicht die Energie der Menschen nicht, speziell die Jungen
drohen an ihrer misslichen Lage im Massenquartier zu zerbrechen", so
Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.
SOS Mitmensch verlangt eine Sofortlösung zur Beendigung der
unerträglichen Lage der minderjährigen Asylsuchenden in Traiskirchen.
"Jeder Mensch verdient eine Chance. Wenn wir den nach Österreich
geflüchteten jungen Leuten heute eine adäquate Betreuung und den
Zugang zu Bildung verweigern, schaffen wir die Grundlage für die
sozialen Probleme von morgen. Neu vereinbarte Asylquoten hin oder
her, es braucht endlich Taten statt Worte. Mit jedem weiteren Tag,
den die Politik untätig bleibt, richtet sie einen enormen Schaden
an", so Pollak.
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