Papst Benedikt XVI. sprach sieben Glaubenszeugen heilig

Unter den neuen Heiligen ist die bayerische Mystikerin Anna Schäffer und die nordamerikanische Indianerin Kateri Tekakwitha

Vatikanstadt, 21.10.12 (KAP) Die katholische Kirche ist um sieben Heilige reicher. Papst Benedikt XVI. sprach am Sonntag auf dem Petersplatz sieben Männer und Frauen heilig - darunter die bayrische Mystikerin Anna Schäffer (1882-1925) und die nordamerikanische Indianerin Kateri Tekakwitha (1656-1680).

Vor mehreren Zehntausend Pilgern - mehr als 2.000 davon allein aus der Diözese Regensburg - würdigte Benedikt XVI. die Mystikerin Schäffer als ein "leuchtendes Vorbild" ihrer Heimat. Dies gelte insbesondere auch für die christliche Hospizbewegung. Deren "segensreiches Wirken" könne durch die Fürbitte der neuen Heiligen bei Gott gestärkt werden. Die neue Heilige, die aufgrund einer schweren Verletzung nicht in einen Missionsorden eintreten konnte, habe das "Krankenlager zur Klosterzelle" und das Leiden zum Missionsdienst gemacht, so Benedikt XVI.

Die aus Mindelstetten im Landkreis Eichstätt stammende Schäffer wollte ursprünglich in einen Missionsorden eintreten. Dies scheiterte jedoch an schweren Verbrennungen, die sie sich als Dienstmagd zuzog und die zeitlebens nicht mehr heilten. Die Kraft ihr Schicksal zu meistern, fand Schäffer im Glauben. Mit ihren Worten und ihren Briefen spendete sich vom Krankenbett aus vielen Menschen Trost.

Kateri Tekakwitha, die 1656 im heutigen Bundesstaat New York als Tochter eines Irokesen vom Stamm der Mohawk geboren wurde, sei auch als Christen den Traditionen ihres Volkes treu geblieben, sagte der Papst.

An der Heiligsprechung nahmen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg, der frühere Regensburger Bischof und jetzige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, sowie weitere deutsche Bischöfe teil. Der Freistaat Bayern wurde vertreten durch Europaministerin Emilia Müller und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU).

Weitere neue Heilige sind die aus Hessen stammende deutsch-amerikanische Franziskanerin und Lebra-Missionarin Marianne Cope (1838 bis 1918), der französische Jesuit Jakob Berthieu (1838-1896), der auf Madagaskar während eines Aufstandes ermordet wurde sowie Pedro Calungsod (1654-72), ein Katechet, der auf den Philippinen ebenfalls den Märtyrertod erlitt. Zur Ehre der Altäre erhob der Papst auch den italienischen Priester und Ordensgründer Giovanni Battista Piamarta (1841-1913) sowie die spanische Ordensfrau Maria del Monte Carmelo (1848-1911). Piarmarta gründete im Jahr 1900 die Kongregation der Heiligen Familie von Nazareth.

(forts. mgl.) hkl/

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