- 18.10.2012, 12:20:50
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11. P-AIR Presseclub: "Asthma und COPD im Herbst"

Wien (OTS) - Atemwegs- und Lungenerkrankungen sind rapide im Steigen
begriffen. In Österreich gehen Experten bereits jetzt von einer
Million Personen mit erkrankten Atemwegen aus. Viele Betroffene
wissen über die eigenen, angegriffenen Atemwege derzeit (noch) nicht
oder nur unzureichend Bescheid. Die steigenden Patientenzahlen sind
einerseits eine Folgeerscheinung des Rauchens. Immerhin zählt
Österreich 1,7 Mio. Raucher und gilt europaweit als die Nation mit
dem höchsten Zigarettenkonsum pro Kopf. Andererseits sind Atemwegs-
und Lungenerkrankungen auf Umweltschadstoffe zurückzuführen. Hier
zählen Dieselabgase, Russ oder chemische Substanzen, wie zum Beispiel
in Farben oder Duftstoffen enthalten, als Hauptauslöser für
Atemwegsprobleme.
Gerade der Herbst bringt wieder eine Reihe zusätzlicher
Belastungen für die Atemwege mit sich. So ist am Beginn der
Heizsaison die Belastung durch Hausstaubmilben besonders hoch - durch
einen Zykluswechsel wird das Allergen der Hausstaubmilbe "aktiv". Die
Milbe vermehrt sich im feucht-warmen Sommer besonders stark, die
Eiweißstoffe ihrer Ausscheidungen besitzen eine hohe allergene
Potenz. Im Herbst, mit dem Aufdrehen der Heizung und der trockeneren
Raumluft, zerfallen die Milben-Kotbällchen in kleinste Teilchen, die
besonders lange in der Luft bleiben. Mit dem Staub aufgewirbelt
gelangen sie über die Atemluft auf die Schleimhäute der Augen, der
Nase und der Atemwege. "Die möglichen Folgen für sensibilisierte
Menschen sind Fließschnupfen, Niesattacken, tränende Augen und in
schlimmeren Fällen Atemnot und Asthmaanfälle. Bleibt der allergische
Schnupfen unbehandelt, breitet sich die Entzündung aus und wandert
von Augen und Nase in Richtung Lunge, wo sie deutlich mehr Schaden
anrichten kann", schildert Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp,
Leiter der 11. Medizinischen Abteilung mit Lungenkrankheiten und
Langzeitbeatmungszentrum im Geriatriezentrum Am Wienerwald. Vor allem
Kinder reagieren oftmals allergisch auf Milben, etwa jedes fünfte
Kind ist bereits gegen diverse Allergene sensibilisiert. Treten
Beschwerden auf, sei eine Abklärung beim Arzt oder im
Allergie-Ambulatorium unbedingt notwendig, um schwere chronische
Erkrankungen wie Asthma verhindern bzw. effizient behandeln zu
können, empfiehlt der Allergie-Experte dringend. Durch
allergen-reduzierende Maßnahmen und eine medikamentöse Behandlung
kann die Allergie unter Kontrolle gebracht werden, sodass die
Betroffenen ein durchwegs beschwerdefreies Leben führen können.
Verschiedene Allergene und wenig konstante Luftfeuchtigkeit
verstärken die Symptome
Auch viele andere Allergene im Haushalt, wie etwa Katzen-, andere
Tierhaare und Schuppen oder Schimmelpilze, können zu Problemen
führen. Bei nasskaltem Wetter sind die Menschen generell anfälliger
für Viren, doch gerade Personen mit stark belasteten Atemwegen haben
eine sehr reduzierte natürliche Abwehr. Husten, Bronchitis, grippale
Infekte und diverse bakterielle Infektionen oder gar
Lungenentzündungen und Grippe können folgen. Präventiv sind die
Influenza- sowie die Pneumokokken-Impfung zu empfehlen. Auch das
Rauchen in geschlossenen Räumen führt durch die massive
Feinstaubbelastung zu einer übermäßig hohen Belastung der Atemwege.
Abhilfe kann eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit von um die 50
Prozent schaffen. Bei übermäßig feuchter und übermäßig trockener Luft
verschlimmern sich alle Beschwerden der Atemwege und
Allergiesymptome.
COPD: Neue Behandlungsstrategie nach Risikostratifizierung
Weltweit leiden 600 Millionen Menschen an der
chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), für 3 Millionen
Menschen verläuft die Erkrankung tödlich. Die Kosten der Erkrankung
sind in den letzten zehn Jahren rasant gestiegen: um 180 Prozent bei
Akutinterventionen in der Erstversorgung, eine ähnlich hohe Zunahme
besteht hinsichtlich der Kosten für Medikamente. Am stärksten sind
jedoch die Kosten der Spitalaufenthalte gestiegen. Dr. Sylvia Hartl,
Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, hält
fest: "Durch ein verbessertes COPD-Management bei dem die präventiven
Maßnahmen besser ausgeschöpft werden, könnten viele Patienten die
verfrüht sterben gerettet, und die Kosten ökonomisiert werden." Dafür
ist es erforderlich eine Risikostratifizierung der Erkrankung
durchzuführen, die das Risiko der Patienten nach Stabilität der
Symptome und nach der Anzahl akuter Verschlechterungen
(Exazerbationen) beurteilt. Nach der neuen Einteilung werden
Patienten also nach Schwere der Lungenfunktionseinschränkung, nach
Stabilität der Symptome und der Anzahl der Exazerbationen im letzten
Jahr einem Risikograd (A, B, C oder D) zugeordnet.
Deutlich mehr Risikopatienten als bisher angenommen
Klassifiziert man die Patienten nach dieser neuen
Risikobeurteilung, zeigt sich auch bei den früheren milden Stadien
der Erkrankung, bereits bei einem Drittel ein erhöhter Risikograd.
Die Quelle für das Risiko kann unterschiedlich sein: Einerseits sind
unbehandelte Patienten oder solche mit schlechter Therapie-Compliance
gefährdet, andererseits sind auch Co-Erkrankungen für erhöhte
Symptome und Mortalität verantwortlich. Es gibt vier Komponenten die
im unterschiedlichen Ausmaß für den Krankheitsverlauf von
COPD-Patienten verantwortlich sind: die Lungenfunktionseinschränkung,
die den Grad der Behinderung bedingt, das Entzündungsprofil, das für
das Fortschreiten verantwortlich ist, die Symptomlast, die die
Begleiterkrankungen enthält und das genetische und epigenetische
Profil, das derzeit am wenigsten erforscht und beeinflussbar ist.
"Die Einbeziehung dieses Wissens in die interdisziplinäre Behandlung
ist daher für die COPD mit erhöhtem Risikoprofil dringend anzuraten.
Aber auch andere Faktoren, wie der Lebensstil, beeinflussen den
Krankheitsverlauf: Derzeit sind in Österreich bei Spitaleinweisung
wegen einer Exazerbation leider immer noch 35 Prozent der
COPD-Patienten aktuelle Raucher. Hier muss man in der Therapie der
COPD von schweren Mängeln sprechen", erklärt Dr. Sylvia Hartl.
Experten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie
entwickeln, dieser Strategie folgend, gerade neue Empfehlungen für
die Behandlung der COPD in Österreich. Ebenso werden Vorschläge
erarbeitet, wie diese in der Behandlung rasch umgesetzt werden
können.
Komorbiditäten bei COPD: Erkrankte Atemwege und Lungen sind
Ursache vieler Begleiterkrankungen
COPD-Patienten leiden oft an Komorbiditäten, die Einfluss auf
Lebensqualität und Lebenserwartung haben. Besonders oft treten in
diesem Zusammenhang kardiovaskuläre Erkrankungen auf. Bei
COPD-Patienten ist das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen
fünffach erhöht. Das Risiko für einen Schlaganfall ist mehr als
dreifach erhöht. Schätzungen zufolge ist ein Drittel der Patienten
von einer Form der Herzinsuffizienz betroffen. Dr. Robab
Breyer-Kohansal, Studienleiterin im Bereich COPD und Pneumologische
Epidemiologie des Ludwig Boltzmann Instituts, erklärt die daraus
folgenden häufigsten Todesursachen für COPD-Patienten im Detail: "Im
Zusammenhang mit einer schweren COPD ist das respiratorische Versagen
die häufigste Todesursache. Bei Patienten mit weniger schwerer COPD
wird die Mortalität primär durch Herz-Kreislauf-Probleme verursacht.
Das bestätigt, dass bei Patienten mit COPD eine Komorbidität, also
das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer diagnostisch
unterschiedlicher Erkrankungen, durchaus eine Herausforderung in der
medizinischen Behandlung darstellt und eine beträchtliche Rolle
spielt." Ein möglicher Grund ist die von der Lunge ausgehende
Entzündung, die auf weitere Organe wie z. B. das Herz übergreifen
kann. Außerdem ist bei COPD-Patienten vermehrt mit einem Diabetes
mellitus zu rechnen.
Über P-AIR:
P-AIR ist eine mehrmals pro Jahr stattfindende
Presseveranstaltung, die 2008 von AstraZeneca Österreich ins Leben
gerufen wurde. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Bewusstsein
für die mittlerweile zur Volkskrankheit avancierten Indikationen wie
Asthma, COPD und Allergien zu steigern. Thematisiert und von
renommierten Experten beleuchtet werden verschiedene Aspekte, die mit
diesen Krankheitsbildern in Zusammenhang stehen. Ziel der aktuellen
Veranstaltung ist, auf die spezifischen Belastungen für
COPD-Patienten im Herbst aufmerksam zu machen und aktuelle
wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die Komorbiditäten von
COPD-Patienten vorzustellen.
Hinweis für Redaktionen:
Auf www.welldone.at finden Sie die Inhalte der Pressemappe
(Pressetext, Statements der Sprecher, Pressefotos) zum kostenfreien
Download.
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
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