- 18.10.2012, 10:00:44
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Berlakovich: Fische sollen frei wandern können
Entwurf für einen "Leitfaden für den Bau von Fischaufstiegshilfen" fertig
Utl.: Entwurf für einen "Leitfaden für den Bau von
Fischaufstiegshilfen" fertig=
Wien (OTS) - Fische müssen frei wandern können, um für ihren Erhalt
wichtige Lebensräume, wie Laichplätze, Fressplätze, Winterungsplätze,
Rückzugs- und Schutzplätze erreichen zu können. Die in den
österreichischen Gewässern vorkommenden Fischarten legen dafür oft
Strecken teilweise über 100 Kilometer zurück. Fische werden aber oft
durch Wanderhindernisse behindert, was zu negativen Auswirkungen auf
den Fischbestand bis hin zum Verlust ganzer Populationen führen kann.
Querbauwerke bei Wasserkraftwerken oder bei Anlagen zum
Hochwasserschutz können solche Wanderhindernisse darstellen. Diese
müssen beseitigt werden. "Die Gewährleistung der Durchgängigkeit der
Gewässer für Fische ist eine der zentralen Maßnahmen im Nationalen
Gewässerbewirtschaftungsplan 2009. Der von meinem Ressort vorgelegte
Entwurf eines Leitfadens zum Bau von Fischaufstiegshilfen soll die
Umsetzung dieses Zieles maßgeblich und am letzten Stand des Wissens
unterstützen", so Umweltminister Niki Berlakovich.
Um das freie Wandern von Fischen zu ermöglichen, ist der Bau von
Fischaufstiegshilfen eine wichtige Maßnahme. In der Vergangenheit
wurden in unseren Gewässern bereits zahlreiche Fischaufstiegshilfen
errichtet. Die Erfahrung zeigt, dass eine fachgerechte Bauweise
Voraussetzung für eine optimale Funktionsfähigkeit der
Fischaufstiegshilfen ist. Um das zu unterstützen, hat das
Lebensministerium den Entwurf "Leitfaden zum Bau von
Fischaufstiegshilfen" herausgebracht. Dieser soll eine wesentliche
Unterstützung bei der Planung von Fischaufstiegshilfen darstellen und
einen österreichweit einheitlichen Wissensstand gewährleisten. Im
Leitfaden wurden Kriterien für die Planung und den Bau von
Fischaufstiegshilfen festgelegt, die bei fachgerechter Umsetzung
gewährleisten, dass die Anlage funktionsfähig ist und damit die
flussaufwärts gerichtete Fischwanderung wieder hergestellt werden
kann. Dabei wurden die Evaluierungsergebnisse bereits bestehender
Fischaufstiegsanlagen wie auch neueste Literatur aus den europäischen
Nachbarstaaten und fischökologische Erkenntnisse berücksichtigt.
Die im Leitfaden vorgestellten Bemessungswerte zur Dimensionierung
von verschieden Typen von Fischaufstiegshilfen, z.B. in Bezug auf
Beckenlängen und -tiefen, Strömungsverhältnisse und dergleichen
berücksichtigen unter anderem auch die verschieden Fischgewässertypen
in Österreich. Bei fachgerechter Planung ist bei Einhaltung der
angeführten Werte von der Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegshilfen
auszugehen, wobei darauf geachtet wurde, keine überschießenden
Anforderungen zu stellen. Der Leitfaden schließt individuelle
Lösungen vergleichbarer Qualität in Abhängigkeit von den lokalen
Gegebenheiten nicht aus.
Der Leitfadenentwurf soll nun in den nächsten Wochen intensiv mit
Expertinnen und Experten der E-Wirtschaft, Fischereiwirtschaft, den
NGOs und der Wissenschaft diskutiert werden und unter
Berücksichtigung der eingelangten Stellungnahmen noch dieses Jahr
finalisiert werden.
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