- 17.10.2012, 15:42:17
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EU-Vorschlag gefährdet die Energiewende im Verkehrssektor
Jauschnegg: Biotreibstoffe sind eine schnelle und nachhaltige Alternative
Utl.: Jauschnegg: Biotreibstoffe sind eine schnelle und nachhaltige
Alternative=
Wien (OTS) - Die Pläne der Europäischen Kommission für eine Änderung
der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der
Kraftstoffqualitätsrichtlinie stellen alle Anstrengungen der
Bioenergie-Branche und der bisherigen europäischen Energie- und
Klimapolitik in Frage. Milliarden Euros wurden europaweit in die
Produktionsstätten für Biotreibstoffe investiert - mit dem Ziel, 10 %
erneuerbare Energieträger in den Verkehrsbereich zu bringen. "Nunmehr
ist faktisch der Stillstand der Nutzung von Biokraftstoffen aus
nachwachsenden Rohstoffen geplant und damit ein Verschieben der
Energiewende im Verkehrssektor um Jahre", erklärt Horst Jauschnegg,
Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes. "Bei
Biotreibstoffen der 2. Generation oder anderen Technologien sind
kurzfristig kaum Fortschritte zu erwarten. Warum sollten Unternehmen
im Biotreibstoffsektor noch einmal Milliarden zur Entwicklung von
Biotreibstoffen der 2. Generation in die Hand nehmen, wenn schon die
Versprechen der EU-Politik zur 1. Generation so enttäuschend
gebrochen wurden. Damit bleibt der Straßenverkehr weiterhin einer der
größten Treibhausgas-Emittenten und Verursacher des Klimawandels."
Nachhaltigkeit bestraft. Treibhausgase können im Verkehrsbereich
"von heute auf morgen" aus Sicht des Österreichischen
Biomasse-Verbandes nur durch den Ersatz "fossiler" Treibstoffe durch
Biokraftstoffe gesenkt werden. Voraussetzung: Die eingesetzte
Biomasse muss aus einer nachhaltigen Produktion stammen - auch bei
den Importen. "Emissionsfaktoren für indirekte Landnutzungsänderungen
in Drittländern den europäischen, nachhaltig wirtschaftenden
Produzenten aufzuschlagen, wird illegale Waldrodungen oder den
Welthunger weder verhindern noch mindern. Vielmehr wird die bereits
begonnene Energiewende im Verkehrssektor gefährdet", informiert
Jauschnegg. "Nationale Schutzmaßnahmen in Drittländern oder
internationale Abkommen über Biomasse-Importe wären wesentlich
effektiver für alle Beteiligten." Auch die übertriebene Bevorzugung
von Rest- und Abfallstoffen durch eine doppelte oder gar vierfache
Anrechnung ist nicht zielführend, da der prozentuellen Zielerreichung
keine realen Mengen gegenüberstehen. "Dies führt nur zu einem
vermehrten Verbrauch von fossilen Treibstoffen oder fahren in Zukunft
virtuelle PKWs mit virtuellen Biotreibstoffen?", fragt Jauschnegg
ironisch.
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