LK Österreich gegen Verschärfung der Regelungen für heimische Biokraftstoffe

Zusätzlicher CO2-Aufschlag (ILUC-Faktor) nützt niemanden

Wien (OTS) - "Wenn die EU-Kommission künftig Biokraftstoffe und Pflanzenöle aus europäischer Erzeugung bei der Berechnung ihrer Treibhausgas-Bilanzen mit einem zusätzlichen CO2-Aufschlag belastet, wäre ein Großteil der europäischen Biokraftstoffproduktion nicht mehr wettbewerbsfähig und würde durch Importe aus Übersee verdrängt", warnte heute der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski. Hinzu komme, dass durch zunehmende Biokraftstoffimporte auch mit weiteren unerwünschten Landnutzungsänderungen in Drittländern zu rechnen wäre. "Tatsache ist, dass der weltweite Bedarf an landwirtschaftlicher Biomasse deutlich ansteigt und zwar unabhängig von der zunehmenden Verwendung von Biokraftstoffen. Die bäuerliche Interessenvertretung lehnt daher die Einführung der sogenannten Indirekten Landnutzungsänderung (ILUC) in Form eines zusätzlichen CO2-Aufschlages ab", so Wlodkowski.

"Weiters können wir es nicht akzeptieren, dass dem heimischen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für Biokraftstoffe die Abholzung des Regenwaldes in Ländern wie Brasilien angelastet wird", erteilte der LK-Präsident den Überlegungen der EU-Kommission nach Einführung eines ILUC-Faktors eine Absage.

Mit dem ILUC-Faktor würde die landwirtschaftliche Produktion in Europa mit einem zusätzlichen CO2-Ausstoß belastet. "Allen nachhaltig wirtschaftenden bäuerlichen Betrieben in Österreich und in der EU würden damit jene Treibhausgas-Emissionen direkt angelastet, die auf anderen Kontinenten entstehen. Effektiver wäre es, den Regenwald in Südamerika und Asien durch nationale Schutzmaßnahmen wirksamer zu schützen wie dies in Österreich und in der EU der Fall ist", betonte Wlodkowski. Zudem wäre es überaus wichtig, in jenen Ländern eine nachhaltige Intensivierung ihrer Landwirtschaft zu fördern. Schließlich könne nur eine höhere Produktivität auf bestehenden Flächen verhindern, dass künftig noch mehr Regenwaldflächen für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion herangezogen werden.

"Indirekte Landnutzungsänderungen werden durch vielfältige Politikmaßnahmen beeinflusst, aber sicher nicht durch einen ILUC-Faktor für die europäische Produktion. Es wäre völlig falsch, wenn land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Österreich und Europa, die auf einer Vielzahl von nationalen und europäischen Vorgaben in Sachen Nachhaltigkeit und Umwelt wirtschaften, künftig ohne konkreten Nachweis nur auf Basis einer abstrakten Theorie ein zusätzlicher CO2-Ausstoß angelastet werden würde", kritisierte Wlodkowski.
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