- 17.10.2012, 15:09:55
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LK Österreich gegen Verschärfung der Regelungen für heimische Biokraftstoffe
Zusätzlicher CO2-Aufschlag (ILUC-Faktor) nützt niemanden
Utl.: Zusätzlicher CO2-Aufschlag (ILUC-Faktor) nützt niemanden=
Wien (OTS) - "Wenn die EU-Kommission künftig Biokraftstoffe und
Pflanzenöle aus europäischer Erzeugung bei der Berechnung ihrer
Treibhausgas-Bilanzen mit einem zusätzlichen CO2-Aufschlag belastet,
wäre ein Großteil der europäischen Biokraftstoffproduktion nicht mehr
wettbewerbsfähig und würde durch Importe aus Übersee verdrängt",
warnte heute der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich,
Gerhard Wlodkowski. Hinzu komme, dass durch zunehmende
Biokraftstoffimporte auch mit weiteren unerwünschten
Landnutzungsänderungen in Drittländern zu rechnen wäre. "Tatsache
ist, dass der weltweite Bedarf an landwirtschaftlicher Biomasse
deutlich ansteigt und zwar unabhängig von der zunehmenden Verwendung
von Biokraftstoffen. Die bäuerliche Interessenvertretung lehnt daher
die Einführung der sogenannten Indirekten Landnutzungsänderung (ILUC)
in Form eines zusätzlichen CO2-Aufschlages ab", so Wlodkowski.
"Weiters können wir es nicht akzeptieren, dass dem heimischen
Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für Biokraftstoffe die Abholzung
des Regenwaldes in Ländern wie Brasilien angelastet wird", erteilte
der LK-Präsident den Überlegungen der EU-Kommission nach Einführung
eines ILUC-Faktors eine Absage.
Mit dem ILUC-Faktor würde die landwirtschaftliche Produktion in
Europa mit einem zusätzlichen CO2-Ausstoß belastet. "Allen nachhaltig
wirtschaftenden bäuerlichen Betrieben in Österreich und in der EU
würden damit jene Treibhausgas-Emissionen direkt angelastet, die auf
anderen Kontinenten entstehen. Effektiver wäre es, den Regenwald in
Südamerika und Asien durch nationale Schutzmaßnahmen wirksamer zu
schützen wie dies in Österreich und in der EU der Fall ist", betonte
Wlodkowski. Zudem wäre es überaus wichtig, in jenen Ländern eine
nachhaltige Intensivierung ihrer Landwirtschaft zu fördern.
Schließlich könne nur eine höhere Produktivität auf bestehenden
Flächen verhindern, dass künftig noch mehr Regenwaldflächen für die
Nahrungs- und Futtermittelproduktion herangezogen werden.
"Indirekte Landnutzungsänderungen werden durch vielfältige
Politikmaßnahmen beeinflusst, aber sicher nicht durch einen
ILUC-Faktor für die europäische Produktion. Es wäre völlig falsch,
wenn land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Österreich und
Europa, die auf einer Vielzahl von nationalen und europäischen
Vorgaben in Sachen Nachhaltigkeit und Umwelt wirtschaften, künftig
ohne konkreten Nachweis nur auf Basis einer abstrakten Theorie ein
zusätzlicher CO2-Ausstoß angelastet werden würde", kritisierte
Wlodkowski.
(Schluss)
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