• 17.10.2012, 13:14:35
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Enthüllung des vorarlberg museums

Größtes aktuelles Hochbau-Projekt des Landes vor Fertigstellung

Utl.: Größtes aktuelles Hochbau-Projekt des Landes vor
Fertigstellung=

Bregenz (OTS/Bregenz) - Mit der schrittweisen Entfernung des
Baunetzes lässt das vorarlberg museum seine Hüllen fallen - im
wahrsten Sinne des Wortes. "Das Museum, das in Passivhausqualität
errichtet wird, ist die derzeit noch größte Hochbau-Baustelle des
Landes", führte Landesrätin Andrea Kaufmann heute, Mittwoch (17.
Oktober) beim ersten Pressegespräch im neuen Museum an. Das
vorarlberg museum geht baulich in die Zielkurve.

"Das neue Museum", so die Landesrätin, "soll auch eine attraktive
Plattform, ein Kompetenzzentrum für alle Belange des Forschens und
Dokumentierens im landeskundlichen Kontext sein. In dieser Funktion
natürlich auch Anlaufstelle und Partner aller kleineren Museen im
Land." Die Bauarbeiten liegen im Plan, sagte Kaufmann. Das Museum, so
Direktor Rudigier, "versteht sich als lebendiger Ort der
Kommunikation und sieht darin die Chance, eine stärkere Verankerung
innerhalb der Bevölkerung zu erreichen. Die Leistungen des vorarlberg
museums sollen in allen museumsrelevanten Bereichen durch den Aufbau
und die Intensivierung von Netzwerken vervielfacht werden."

Kunst und Bau

Bei allen Hochbauten des Landes besteht die gesetzliche Vorgabe,
dass ein Prozent der Nettoerrichtungssumme für Kunst zu verwenden
ist, informierte Landesrätin Kaufmann. Dies wurde auch beim
Museumsneubau umgesetzt: Maria Anwander hat bei "Kunst am Zaun" rund
11.000 Titelschilder montiert, die für alle Kunstobjekte stehen, die
im Museum und Depot gesammelt, bewahrt und erforscht werden.
Karl-Heinz Ströhle deutet mit der wirkungsvollen Gestaltung des
Baunetzes einen Theatervorhang an, der auf die bevorstehende
Neueröffnung neugierig macht. Die neue Fassade hat der Südtiroler
Künstler Manfred Alois Mayr entwickelt. PET-Flaschen deuten die
"Inhalte" des neuen Museums an und verschränken Vergangenheit
(Schalen aus der Römerzeit) mit der Gegenwart (Getränkeflasche
unserer Tage). Festgehalten werden die einzelnen Verwandlungsphasen
in einem Fotoessay von Arno Gisinger. Darüber hinaus gestaltet der
Künstler Florian Pumhösl im Innenbereich des Hauses einen
Panoramaraum.

kunst und bau : fassadenrelief

Bei der Fassadengestaltung für den Neubau des vorarlberg museums
sind Architektur und Kunst im wahrsten Sinne des Wortes aus einem
Guss. Durch die intensive und enge Zusammenarbeit der Architekten
Cukrowicz und Nachbaur mit dem Südtiroler Künstler Manfred Alois Mayr
entstand ein Fassadenrelief, das mit seinem Licht-Schattenspiel in
ständiger Verbindung mit dem Tageslicht und den Jahreszeiten steht.
Das Relief besteht aus 16.656 einzelnen Betonblüten, die in einem
flächenfüllenden ornamentalen Streumuster über die Fassadenteile des
Neubaus verteilt wurden. Als Inspirationsquelle dienten Fundstücke
und Sammlungsteile aus dem reichen Fundus des Landesmuseums,
historische Behälter und Gefäße aus Ton oder Glas, welche in der
Römerzeit teilweise in Massenproduktion (bis zu 10.000 Stück pro
Brennvorgang!) als "terra sigillata" hergestellt wurden. Als Matrizen
für die blütenartigen Motive dienten verschiedene Böden
handelsüblicher PET-Flaschen, jene bruchfesten, seit den 1970er
Jahren gebräuchlichen ebenfalls in Massenproduktionen hergestellten
Kunststoffflaschen für Softdrinks und Wasser. Für die präzise
Positionierung der einzelnen Punkte wurde in Zusammenarbeit mit Urs
B. Roth, Atelier für Konkrete Kunst, Zürich, ein Punktegitter
entwickelt.

Ausbau bis Ende 2012, Eröffnung 2013

Insgesamt knapp 34 Millionen Euro werden für den Neubau des
Vorarlberg Museums investiert. Nach Fertigstellung wird das
sechsgeschossige Vorarlberg Museum Passivhausqualität vorweisen
können. Das Museum wird durch den Neubau räumlich erweitert: Die
obersten beiden Geschosse sind reine Ausstellungsgeschosse, sämtliche
Funktionsbereiche gruppieren sich ringförmig um ein innen liegendes
Atrium. Das erste und zweite Obergeschoss gliedert sich in
Veranstaltungsräume, Verwaltung, Bibliothek, Technik, Lagerbereich
und Schaudepot. Im Untergeschoss sind Technikräume und Depot sowie im
Erdgeschoss neben Eingang und Foyer auch eine Raumzone für
Kunstvermittlung untergebracht. Der Ausbau wird im Dezember 2012
abgeschlossen sein. Nach der probeweisen Inbetriebnahme und der
Bestückung des Hauses mit Exponaten im darauf folgenden Frühjahr wird
das Vorarlberg Museum im Juni 2013 eröffnet.

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