Berlakovich: Österreich mit erfolgreichem Artenschutz als internationales Vorbild

Bestände von 150 gefährdeten Arten haben sich erholt - UN-Konferenz in Indien berät Strategien gegen Verlust von Tier- und Pflanzenarten

Haiderabad/Wien (OTS) - Die UN-Konferenz zur Artenvielfalt, die derzeit in Haiderabad abgehalten wird, beschäftigt sich auch mit dem relativ neuen Feld der so genannten synthetischen Biologie. Mit dieser Technologie können aus unbelebten Materialien lebende Organismen hergestellt werden und in Medizin, Forschung, Umweltschutz oder Landwirtschaft Verwendung finden. "Österreich steht dieser "Second-Hand-Natur" reserviert gegenüber. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie beispielsweise im Labor hergestellte Mikroben sich in der Natur auswirken, sind spärlich. Wir drängen daher darauf, dass jede synthetische Biologie strikt dem Vorsorgeprinzip unterworfen sein muss", betont Umweltminister Niki Berlakovich im Rahmen dieser Konferenz.

Zum Thema Artenvielfalt meinte Berlakovich, dass sich die Anstrengungen Österreichs zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten in den letzten Jahren bezahlt gemacht hätten.
"27 % der Landesfläche unterliegen diversen Schutzkategorien, 89 % der Agrarflächen werden gemäß Umweltprogramm ÖPUL bewirtschaftet. Dank erfolgreicher Wiederansiedlungs- und Schutzprogramme haben sich die Bestände von über 150 gefährdeten Arten erholt.", erläutert der Umweltminister.

Auf dem Weg zur Erreichung der Artenschutzziele, die bei der letzten Vertragsstaatenkonferenz 2010 in Nagoya vereinbart wurden, sei Österreich gut unterwegs. So seien beispielsweise die Bestände von Kiebitz, Seeadler, Bartgeier, Wildkatze, Großtrappe oder Huchen wieder gewachsen. An Lech, Donau, March, Lafnitz, Mur, Pielach, Ybbs oder Thaya konnte durch verschiedene Maßnahmen wertvoller Lebensraum erhalten oder zurückgewonnen werden.

"Wir müssen unsere Bemühungen aber unvermindert fortsetzen. Die Roten Listen von gefährdeten Arten sind uns Mahnung und Auftrag", betonte der Minister. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür sei die österreichweite Kampagne "Vielfalt Leben", an der Gemeinden, Bundesländer, Grundbesitzer und Umweltorganisationen mitarbeiten. "Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen im Rahmen dieser Allianz habe dazu geführt, dass wir Erfolge bei vielen gefährdeten Arten verzeichnen konnten. "Die Kampagne ist ein erfolgreiches Modell an der auch andere Staaten Interesse zeigen", so der Umweltminister.

In Haiderabad treffen jene Staaten zusammen, die das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt ratifiziert haben. Die Konferenz soll einen Überblick darüber geben, wie weit die Artenschutzstrategien für gefährdete Arten, die die einzelnen Staaten bis zum Jahr 2020 erstellen sollen, schon fortgeschritten sind.

Großes Augenmerk gilt dem besorgniserregenden Artenverlust in den Meeren und an den Küsten. Laut der UN-Ernährungsorganisation FAO sind 25 % aller Fischbestände gefährdet, 80 % der karibischen Korallenriffe sind zerstört, an den Küsten wurden innerhalb der letzten 20 Jahre 35 % aller Mangroven vernichtet. Da derzeit nur etwa ein Prozent der Weltmeere geschützt sind, hat sich die Konferenz 2010 in Nagoya dazu verpflichtet, diese Fläche bis 2020 zu verzehnfachen. In Haiderabad wird eine Liste mit ökologisch besonders sensiblen Meeresgebieten beschlossen, für die wirksame Schutzmaßnahmen getroffen werden sollen.

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