- 17.10.2012, 11:41:12
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Berlakovich: Österreich mit erfolgreichem Artenschutz als internationales Vorbild
Bestände von 150 gefährdeten Arten haben sich erholt - UN-Konferenz in Indien berät Strategien gegen Verlust von Tier- und Pflanzenarten
Utl.: Bestände von 150 gefährdeten Arten haben sich erholt -
UN-Konferenz in Indien berät Strategien gegen Verlust von
Tier- und Pflanzenarten=
Haiderabad/Wien (OTS) - Die UN-Konferenz zur Artenvielfalt, die
derzeit in Haiderabad abgehalten wird, beschäftigt sich auch mit dem
relativ neuen Feld der so genannten synthetischen Biologie. Mit
dieser Technologie können aus unbelebten Materialien lebende
Organismen hergestellt werden und in Medizin, Forschung, Umweltschutz
oder Landwirtschaft Verwendung finden. "Österreich steht dieser
"Second-Hand-Natur" reserviert gegenüber. Die wissenschaftlichen
Erkenntnisse, wie beispielsweise im Labor hergestellte Mikroben sich
in der Natur auswirken, sind spärlich. Wir drängen daher darauf, dass
jede synthetische Biologie strikt dem Vorsorgeprinzip unterworfen
sein muss", betont Umweltminister Niki Berlakovich im Rahmen dieser
Konferenz.
Zum Thema Artenvielfalt meinte Berlakovich, dass sich die
Anstrengungen Österreichs zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten in
den letzten Jahren bezahlt gemacht hätten.
"27 % der Landesfläche unterliegen diversen Schutzkategorien, 89 %
der Agrarflächen werden gemäß Umweltprogramm ÖPUL bewirtschaftet.
Dank erfolgreicher Wiederansiedlungs- und Schutzprogramme haben sich
die Bestände von über 150 gefährdeten Arten erholt.", erläutert der
Umweltminister.
Auf dem Weg zur Erreichung der Artenschutzziele, die bei der
letzten Vertragsstaatenkonferenz 2010 in Nagoya vereinbart wurden,
sei Österreich gut unterwegs. So seien beispielsweise die Bestände
von Kiebitz, Seeadler, Bartgeier, Wildkatze, Großtrappe oder Huchen
wieder gewachsen. An Lech, Donau, March, Lafnitz, Mur, Pielach, Ybbs
oder Thaya konnte durch verschiedene Maßnahmen wertvoller Lebensraum
erhalten oder zurückgewonnen werden.
"Wir müssen unsere Bemühungen aber unvermindert fortsetzen. Die
Roten Listen von gefährdeten Arten sind uns Mahnung und Auftrag",
betonte der Minister. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür sei die
österreichweite Kampagne "Vielfalt Leben", an der Gemeinden,
Bundesländer, Grundbesitzer und Umweltorganisationen mitarbeiten.
"Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen im Rahmen dieser Allianz
habe dazu geführt, dass wir Erfolge bei vielen gefährdeten Arten
verzeichnen konnten. "Die Kampagne ist ein erfolgreiches Modell an
der auch andere Staaten Interesse zeigen", so der Umweltminister.
In Haiderabad treffen jene Staaten zusammen, die das
UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt ratifiziert haben. Die
Konferenz soll einen Überblick darüber geben, wie weit die
Artenschutzstrategien für gefährdete Arten, die die einzelnen Staaten
bis zum Jahr 2020 erstellen sollen, schon fortgeschritten sind.
Großes Augenmerk gilt dem besorgniserregenden Artenverlust in den
Meeren und an den Küsten. Laut der UN-Ernährungsorganisation FAO sind
25 % aller Fischbestände gefährdet, 80 % der karibischen
Korallenriffe sind zerstört, an den Küsten wurden innerhalb der
letzten 20 Jahre 35 % aller Mangroven vernichtet. Da derzeit nur etwa
ein Prozent der Weltmeere geschützt sind, hat sich die Konferenz 2010
in Nagoya dazu verpflichtet, diese Fläche bis 2020 zu verzehnfachen.
In Haiderabad wird eine Liste mit ökologisch besonders sensiblen
Meeresgebieten beschlossen, für die wirksame Schutzmaßnahmen
getroffen werden sollen.
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