Weltuntergang mit Hintertürchen: Apokalyptische Szenarien und das Geschäft mit der Angst

"2012, die Maya und das Ende der Welt" - Vortragsabend beleuchtet Ursprung von Weltuntergangsvorstellungen, reale Hintergründe und mögliche Erklärungsmodelle

Wien (OTS) - Wirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen, atomare Bedrohungen - apokalyptische Szenarien haben Hochkonjunktur. Ein ganzer Wirtschaftszweig scheint sich um das Ende der Welt zu drehen, vor allem auch, weil seit einiger Zeit für den 21. Dezember 2012 unter Berufung auf ein Kalendersystem der Maya-Kultur der Weltuntergang vorhergesagt wird. Genau einen Monat vor diesem "Endzeitdatum" widmet sich die Bundesstelle für Sektenfragen in Kooperation mit der Abteilung Jugendpolitik des BMWFJ im Rahmen eines Vortragsabends im Festsaal der TU Wien verschiedenen Aspekten dieses Themas.

Im ersten Beitrag beleuchtet der Religionswissenschafter Franz Winter, wie die verschiedenen Religionen mit dem Weltuntergang umgehen. Neben angstvollen Thematisierungen lässt sich hier durchaus so etwas wie eine "Lust" an der Apokalypse beobachten. Illustrative Beispiele, von der globalen "Sintflut" bis zum Phänomen des "date settings" - also der Vorhersage eines konkreten Datums, an dem der Niedergang stattfinden soll -, bestätigen die offensichtliche Faszination der Frage nach dem Ende der Welt.

Psychologische Aspekte und Erklärungsansätze für die Attraktivität der Apokalypse liefert anschließend die Psychologin Ulrike Schiesser. So kann das scheinbar sichere Wissen um das Ende der Welt Unsicherheit mindern, Komplexität reduzieren oder persönliche Probleme relativieren. Auf apokalyptische Visionen als Zeichen für Zukunftsängste und Unzufriedenheit in der Gesellschaft geht Schiesser ebenso ein wie auf die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Nicht zuletzt befriedigen Katastrophenszenarien ein Bedürfnis nach Angst-Lust, nach Sensation, nach Event und Spaß. Die Apokalypse wird somit zur Inszenierung, bringt Geld und Quote.

Im abschließenden Hauptvortrag referiert der Wissenschaftsjournalist und Buchautor Bernd Harder zum Thema "Maya-Kalender, 2012 und der Weltuntergang". Er beschäftigt sich dabei vor allem mit dem aktuellen Stand der Naturwissenschaft zu dieser Frage und versucht, mögliche Hintergründe, Mythen und Irrtümer aufzudecken.

Vortragsabend: "Countdown zum Weltuntergang? 2012, die Maya und das Ende der Welt"

  • Ort: Festsaal der Technischen Universität Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien
  • Termin: 21. November 2012, 18:00-21:30 Uhr

Moderation: Christoph Riedl, ORF-Religionsjournalist

Referentinnen und Referenten:

  • Bernd Harder, Wissenschaftsjournalist und Buchautor
  • Ulrike Schiesser, Psychologin und Psychotherapeutin
  • Franz Winter, Religionswissenschafter

Die Teilnahme ist kostenlos.

Aufgrund des begrenzten Platzangebotes wird um Anmeldung gebeten unter bundesstelle@sektenfragen.at bzw. online unter www.bundesstelle-sektenfragen.at/aktuelle-veranstaltung oder per Telefon unter: 01/5130460.

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