- 17.10.2012, 09:00:34
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Emacon kämpft nach Derivatverlusten ums wirtschaftliche Überleben
Bank Austria Beratung verschärft angespannte Situation
Utl.: Bank Austria Beratung verschärft angespannte Situation=
Wien (OTS) - Das auf Energieerzeugung aus Biomasse spezialisierte
Unternehmen Emacon kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Geänderte
gesetzliche Rahmenbedingungen führten seit 2010 beim Vorarlberger
Kleinbetrieb zu kontinuierlichen Umsatzeinbrüchen. Üblicherweise für
solche Fälle angesparte Risikopuffer gibt es nicht, weil das
Unternehmen seit dem Jahr 2007 Verluste aus Derivatgeschäften in Höhe
von 250.000 Euro angehäuft hat. Die entsprechenden Finanzprodukte
waren dem Unternehmen von der Bank Austria angeboten worden. "Das
Spekulationsgeschäft hätte laut Wertpapieraufsichtsgesetz nie
zustandekommen dürfen," meint Gerald Zmuegg, Geschäftsführer der
Beratungsplattform Finanzbuddha. "Die Bank ist hier verpflichtet,
beim Risikogehalt eines Geschäftes auf die wirtschaftliche Situation
Rücksicht zu nehmen und darauf hinzuweisen." Das war hier nicht der
Fall. Dem Eigenkapital von knapp 40.000 Euro stand ein Finanzrisiko
von bis zu 500.000 Euro gegenüber.
Jetzt wird verhandelt, wer für den entstandenen Verlust aus dem
Finanzgeschäft aufkommt. Die bis zum jetzigen Zeitpunkt von der Bank
Austria angebotenen 100.000 Euro Schadensersatz sind zu wenig, um
einen Konkurs abwenden zu können.
Die oft zitierte Behauptung aus Bankenkreisen, wonach ein
Unternehmer wissen müsse, was er unterschreibe, deckt nur einen
Teilbereich der gesetzlichen Bestimmungen ab. Auch Unternehmen sind
in vielen Fällen als nicht professionelle Marktteilnehmer zu sehen.
Das Unglück für Emacon begann im Jahr 2007 durch ein von der Bank
Austria initiiertes spekulatives Geschäft. Gelockt von einem
Prämienertrag von 8.000 Euro wurde dem Unternehmen ein
Optionsgeschäft mit unbegrenztem Risiko empfohlen. Daraus entstand
ein Verlust in Höhe von 96.000 Euro mit entsprechenden Auswirkungen
auf das Eigenkapital. In weiterer Folge wurde von der Bank ein
"Wiedergutmachungsgeschäft" angeboten. Dem Kunden wurde eine harmlos
wirkende Zinsobergrenze über sechs Millionen Euro empfohlen. Die
Kosten mit 165.000 Euro wurden als besonders günstig angeboten und
als "Okkasion" bezeichnet. Dass die Bank mit diesem Geschäft 40.000
Eure verdient hat, wurde hingegen verschwiegen. Der erlittene Verlust
von zumindest 250.000 Euro fehlt Emacon heute umso mehr um durch
turbulente Zeiten zu kommen.
In Vorarlberg sind zahlreiche Unternehmen von Fehlberatungen
betroffen. Die Bank ist zwar um Schadenswiedergutmachung bemüht. Um
eine verursachungsgerechte Übernahme des Schadens muss man allerdings
kämpfen.
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