Emacon kämpft nach Derivatverlusten ums wirtschaftliche Überleben

Bank Austria Beratung verschärft angespannte Situation

Wien (OTS) - Das auf Energieerzeugung aus Biomasse spezialisierte Unternehmen Emacon kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen führten seit 2010 beim Vorarlberger Kleinbetrieb zu kontinuierlichen Umsatzeinbrüchen. Üblicherweise für solche Fälle angesparte Risikopuffer gibt es nicht, weil das Unternehmen seit dem Jahr 2007 Verluste aus Derivatgeschäften in Höhe von 250.000 Euro angehäuft hat. Die entsprechenden Finanzprodukte waren dem Unternehmen von der Bank Austria angeboten worden. "Das Spekulationsgeschäft hätte laut Wertpapieraufsichtsgesetz nie zustandekommen dürfen," meint Gerald Zmuegg, Geschäftsführer der Beratungsplattform Finanzbuddha. "Die Bank ist hier verpflichtet, beim Risikogehalt eines Geschäftes auf die wirtschaftliche Situation Rücksicht zu nehmen und darauf hinzuweisen." Das war hier nicht der Fall. Dem Eigenkapital von knapp 40.000 Euro stand ein Finanzrisiko von bis zu 500.000 Euro gegenüber.

Jetzt wird verhandelt, wer für den entstandenen Verlust aus dem Finanzgeschäft aufkommt. Die bis zum jetzigen Zeitpunkt von der Bank Austria angebotenen 100.000 Euro Schadensersatz sind zu wenig, um einen Konkurs abwenden zu können.

Die oft zitierte Behauptung aus Bankenkreisen, wonach ein Unternehmer wissen müsse, was er unterschreibe, deckt nur einen Teilbereich der gesetzlichen Bestimmungen ab. Auch Unternehmen sind in vielen Fällen als nicht professionelle Marktteilnehmer zu sehen. Das Unglück für Emacon begann im Jahr 2007 durch ein von der Bank Austria initiiertes spekulatives Geschäft. Gelockt von einem Prämienertrag von 8.000 Euro wurde dem Unternehmen ein Optionsgeschäft mit unbegrenztem Risiko empfohlen. Daraus entstand ein Verlust in Höhe von 96.000 Euro mit entsprechenden Auswirkungen auf das Eigenkapital. In weiterer Folge wurde von der Bank ein "Wiedergutmachungsgeschäft" angeboten. Dem Kunden wurde eine harmlos wirkende Zinsobergrenze über sechs Millionen Euro empfohlen. Die Kosten mit 165.000 Euro wurden als besonders günstig angeboten und als "Okkasion" bezeichnet. Dass die Bank mit diesem Geschäft 40.000 Eure verdient hat, wurde hingegen verschwiegen. Der erlittene Verlust von zumindest 250.000 Euro fehlt Emacon heute umso mehr um durch turbulente Zeiten zu kommen.

In Vorarlberg sind zahlreiche Unternehmen von Fehlberatungen betroffen. Die Bank ist zwar um Schadenswiedergutmachung bemüht. Um eine verursachungsgerechte Übernahme des Schadens muss man allerdings kämpfen.

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Mag. Gerald Zmuegg,
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