Lunacek: "Friedensnobelpreis an EU ist Anerkennung und Auftrag zugleich!"

Grüne: Sozialer Frieden in den Krisenländern der Gemeinschaft muss jetzt oberste Priorität haben

Wien (OTS) - "Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union ist neben der Würdigung für das erfolgreichste Friedensprojekt, das dieser Kontinent und die Welt je gesehen haben, vor allem auch ein Auftrag an die gegenwärtige und zukünftige Ausrichtung der EU-Politik - nach innen und nach außen. Es genügt nicht, sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen. Noch dazu wo dieses Friedensprojekt zuletzt an Überzeugungskraft für die EU-Bürgerinnen und -Bürger, vor allem in der jüngeren Generation, eingebüßt hat. Nun muss die EU diesen Friedensauftrag sehr ernst nehmen und dafür eintreten, dass sie als Friedensmacht im UN-Sicherheitsrat mit einem Sitz präsent ist und dass sie Menschenrechten in der Außenpolitik den Vorrang vor einseitigen Wirtschaftsinteressen gibt. Der Nobelpreis ist außerdem ein Auftrag, dass die EU sich für den sozialen Frieden in den Krisenländern der Gemeinschaft verantwortlich fühlen muss", erklärt Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen und außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament zur heutigen Entscheidung des Nobelkomitees im norwegischen Parlament in Oslo.

Sowohl bei der Übergabe des Preises als auch bei der Entscheidung über die weitere Bestimmung des Preisgeldes erwartet sich Lunacek, "dass das Europäische Parlament als einzige direkt gewählte Institution der Europäischen Union mit einbezogen wird. Ich persönlich werde mich dafür einsetzen, das Preisgeld für die Arbeit des Europäischen Menschenrechtsinstrumentes EIDHR (European Instrument for Democracy and Human Rights) zu verwenden."

Lunacek: "Erfreulich ist, dass dieser Preis gerade aus einem Nicht-EU- und teilweise sehr EU-kritischen Land kommt. Das zeigt, dass die Strahlkraft des europäischen Einigungs- und Friedensprozesses auch außerhalb der Unionsgrenzen geschätzt wird. Laut dem Lissabon-Vertrag ist die EU dazu verpflichtet, einen Beitrag zu globaler nachhaltiger Entwicklung, zu Solidarität und gegenseitiger Achtung unter den Völkern sowie zu freiem und gerechtem Handel zu leisten. Mit der Zuerkennung des prestigeträchtigsten Preises der Welt sollten sich alle Verantwortlichen in der EU dieses Auftrags wieder neu besinnen - das wäre mit Sicherheit die effektivste Methode um den ökonomischen wie ökologischen und sozialen Krisen in der EU und weltweit beizukommen."

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