• 12.10.2012, 11:57:17
  • /
  • OTS0138 OTW0138

Höllerer: Lebensmittel nicht verschwenden!

Bäuerinnen-Aktionstage zum Motto: Nachhaltig. Genießen - Lebensmittel sind kostbar

Utl.: Bäuerinnen-Aktionstage zum Motto: Nachhaltig. Genießen -
Lebensmittel sind kostbar=

Wien (OTS) - Österreichs Bäuerinnen werden rund um den
Welternährungstag (16.10.) in allen Bundesländern Aktionen
durchführen, um die Wertigkeit als auch den sorgsamen Umgang mit
Lebensmitteln in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Im Mittelpunkt
stehen dabei Strategien und Maßnahmen gegen die
Lebensmittelverschwendung. Hier sind alle Partner in der
Wertschöpfungskette - Landwirtschaft, Verarbeiter, Handel und
Konsumenten - gefordert. In den Industriestaaten landen jährlich rund
220 Mio. t genießbare Lebensmittel im Müll. Eine ungeheure
Verschwendung von Ressourcen und vor allem auch eine enorme Belastung
für Umwelt und Klima. Zum Thema Lebensmittelverschwendung hat die
ARGE Bäuerinnen auch eine Petition an das Europaparlament
eingebracht.

"In den EU-Mitgliedstaaten landen jährlich rund 89 Mio. t
Lebensmittel im Abfall. Gleichzeitig leben aber fast 79 Mio. Bürger
unterhalb der Armutsgrenze und 16 Mio. sind auf soziale Unterstützung
angewiesen. In unserer Petition an das Europaparlament fordern wir
die Entwicklung von wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung von
Lebensmitteln im Abfall sowie die Vorlage einer Strategie, die
EU-weit einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit
Lebensmittel fördert. Vielen Verbrauchern fehlt ganz einfach der
Bezug zur Erzeugung unserer Nahrungsmittel und somit auch ihrer
Wertschätzung. Genau da wollen wir ansetzen und auch heuer wieder im
Rahmen der Bäuerinnen-Herbstaktionen mit den unterschiedlichsten
Veranstaltungen und Aktionen informieren", erläutert Anna Höllerer,
Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der
LK Österreich, die Hintergründe und Zielsetzungen der bundesweit
durchgeführten Bäuerinnen-Herbstaktionen.

Österreichs Bäuerinnen werden bei ihren unterschiedlichsten
Veranstaltungen speziell das Thema Mindesthaltbarkeitsdatum und
Verbrauchsfrist aufgreifen und die Unterschiede diskutieren. Ziel ist
es aufzuzeigen, wie man verhindern kann, dass ein genießbares
Lebensmittel im Müll landet. Das Wegwerfen von Lebensmitteln hat
weitreichende ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Folgen.
Schließlich benötigen sie in der Produktion viele Ressourcen wie
Wasser, Boden, menschliche Arbeitskraft, Energie und Rohstoffe. Die
Aufwendungen in allen Stufen der Wertschöpfungskette sind allerdings
vergeblich investiert, wenn das Lebensmittel am Ende entsorgt wird.
Gezielte Maßnahmen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln sind daher
entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen.

"An einer Verbesserung der Situation kann jedes Mitglied der
Gesellschaft beitragen. Dies beginnt beim eigenen Einkauf und reicht
vom eigenen Essverhalten bis hin zu den Gewohnheiten der Entsorgung.
Ziel ist es, diese Zusammenhänge der Gesellschaft bewusst zu machen
und Handlungsoptionen zu entwickeln. Dies wären etwa bedarfsgerechtes
Einkaufen von Haushalten, verbesserte Bestellsysteme zwischen
Produzenten und Handel, variable Portionsgrößen in der Gastronomie
und schließlich auch die Unterscheidung zwischen
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum. Letzteres ist
heuer auch Informationsschwerpunkt unserer Herbstaktion. Wir wollen
aufzeigen, dass Lebensmittel auch nach dem Ablauf des MHD
grundsätzlich noch genießbar sein können und nicht automatisch in den
Abfallkübel gehören. Besser ist es, wenn die Konsumenten wieder
lernen, auf ihre Sinne zu vertrauen. Sieht das Produkt noch gut aus,
riecht es so wie es riechen soll und schmeckt es gut, dann kann es
ohne Weiteres noch verzehrt werden. Hinzu kommt, dass der Konsument
durch die richtige Lagerung von Lebensmitteln die Haltbarkeit eben
verlängern beziehungsweise durch falsche Lagerung erheblich verkürzen
kann", erklärt Höllerer.

Wichtiger Unterschied: Mindesthaltbarkeitsdatum und
Verbrauchsfrist

"Wenn man nun Lebensmittel und ihre Genussfähigkeit betrachtet,
muss man sich fragen, warum in den zivilisierten Ländern so viele
genießbare Lebensmittel im Müll zu finden sind? Ein wichtiger
Teilaspekt im Umgang mit Lebensmitteln ist die Unterscheidung
zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und der Verbrauchsfrist", so die
Vorsitzende der heimischen Bäuerinnen.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Durch das MHD erfährt der Verbraucher,
bis wann der Hersteller des Lebensmittels garantiert, dass es seine
spezifischen Eigenschaften behält. Das heißt, das Lebensmittel ist
bei richtiger Lagerung mindestens bis zum MHD garantiert in Ordnung.
Die Lebensmittel sind auch nach dem Ablauf des MHD grundsätzlich noch
in Ordnung. Der Verbraucher kann selbst - ohne Analyse im Labor -
prüfen, ob das Lebensmittel einwandfrei, bereits verdorben oder für
den Verzehr ungeeignet ist.

Verbrauchsfrist: Die Verbrauchsfrist ist jene Frist, bis zu dem
ein Lebensmittel verbraucht werden soll. Lebensmittel die leicht
verderblich sind, müssen mit einer Verbrauchsfrist versehen sein.
Leicht verderblich sind rohes Faschiertes, Frischfleisch, frische
Fische, rohes Geflügel, Knochen, Rohmilch oder Rohrahm. Rohe
Bratwürste, Geflügel, frischer Fisch sowie geschnittenes oder
gewürztes Fleisch sollen bis zum Ende der Verbrauchsfrist verzehrt
werden.

Wie erkenne ich, ob das Lebensmittel noch in Ordnung ist?

Das Aussehen prüfen: Also das Lebensmittel genau anschauen und
Farbe sowie Unversehrtheit der Verpackung kontrollieren. Ist sie
geöffnet, ist unter dem Etikett zum Beispiel Schimmel zu sehen?

Geruch prüfen: Das heißt riechen, ob das Produkt den typischen
Geruch hat. Beispielsweise soll Wurst eindeutig nach Wurst riechen.
Wenn man keinen typischen Geruch mehr feststellen kann, dann ist das
meistens ein erstes Anzeichen für den beginnenden Verderb.

Geschmack prüfen: Zum Beispiel erkennt man leicht, ob Milch sauer
ist.

"Lebensmittel im Restmüll sind nicht nur ethisch höchst
bedenklich, sondern auch eine Verschwendung wertvoller Ressourcen und
eine Belastung für Umwelt und Klima. Unsere Lebensmittel sind kostbar
und wertvoll und sollten deshalb als das behandelt werden, was schon
ihr Name ausdrückt: Mittel zum Leben. Österreichs Bäuerinnen und
Landfrauen wissen, wie viel Mühe, Einsatz und Arbeit in jedem Liter
Milch und in jedem Kilogramm Fleisch stecken. Ein bewusster und
verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel ist notwendig. Dies
fängt beim täglichen Einkauf an. Wer sich eine Einkaufsliste erstellt
und vor dem Einkauf noch kontrolliert, was vorhanden ist und was
tatsächlich gebraucht wird, kann schließlich alle Lebensmittel vor
dem empfohlenen Ablaufdatum noch verwenden und somit verhindern, dass
sie in der Mülltonne landen. Zudem sollten die Konsumenten wieder
mehr auf ihre Sinne vertrauen und nicht gleich jedes Lebensmittel mit
abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum wegwerfen, ohne es vorher genau
angeschaut beziehungsweise gekostet zu haben", betont Höllerer
abschließend.

Weltlandfrauentag

Der Weltlandfrauentag am 15.10. würdigt die wichtige Rolle der
Landfrauen in der Gesellschaft. Das weltweite Netzwerk der Bäuerinnen
und Frauen im ländlichen Raum nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die
besondere Lebenssituation der Frauen auf dem Land aufmerksam zu
machen sowie deren Rolle bei der Ernährungssicherung und beim
Umweltschutz zu würdigen. In den Entwicklungsländern werden in etwa
80% der Lebensmittel von Frauen - zum Teil unter schwierigen
Bedingungen - produziert, um die Versorgung der Familien
sicherzustellen.

Welternährungstag

Der Welternährungstag am 16.10. wurde 1979 von der UN Ernährungs-
und Landwirtschaftsorganisation (FAO) eingeführt, um auf die
weltweite Ernährungssituation - vor allem in den Entwicklungsländern
- hinzuweisen. Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen an
Hunger. Am 16.10.1945 wurde die Sonderorganisation der UNO zur
Sicherung der weltweiten Ernährung, die Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation FAO, gegründet. Aus diesem Grund wurde
schließlich der 16.10. als Tag ausgewählt.

ARGE Bäuerinnen: Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische
Bäuerinnen wurde 1972 gegründet und vertritt die Interessen von rund
130.000 Österreichischen Bäuerinnen. Die bundesweite Koordinierung
der in allen Bundesländern vertretenen ARGE Bäuerinnen erfolgt in der
Landwirtschaftskammer Österreich: www.baeuerinnen.at
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel