- 10.10.2012, 17:27:00
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Fraunhofer-Studie: Einsparungen in Millionenhöhe durch stärkere Mitarbeiter Einbindung möglich
Fraunhofer Kaminabend: Studienpräsentation
Utl.: Fraunhofer Kaminabend: Studienpräsentation=
Wien (OTS) - Wie kann Mitarbeiter Know-how zur Steigerung der
Wirtschaftlichkeit im Unternehmen besser aktiviert werden, welche
Bedeutung hat ihre "kollektive Intelligenz" und wie kann diese
optimal genutzt werden? Das Fraunhofer-Konzept "Corporate Capability
Management" (CCM) gibt Antworten auf diese Fragen und eine neue
Studie zeigt auf, welche Potenziale in Unternehmen durch einen
erweiterten Mitarbeitereinbezug generiert werden können.
Was vor Jahrzehnten als betriebliches Vorschlagswesen seinen
Ursprung fand, wurde von vielen Unternehmen weiterentwickelt und mit
großem Erfolg perfektioniert. Mit der Unterstützung ihrer Mitarbeiter
konnten viele Unternehmen Innovationen umsetzen und kontinuierliche
Effizienzsteigerungen in Millionenhöhe erzielen. Mit welchen Methoden
diese Unternehmen arbeiten, wie sie noch verbessert und auch von
kleineren Unternehmen genutzt werden können, hat die Fraunhofer
Austria zusammen mit dem Institut für Managementwissenschaften der
Technischen Universität Wien in einer Studie untersucht und das
Konzept "Corporate Capability Management" entwickelt. Die Ergebnisse
der Studie und das CCM-Konzept wurden jetzt im Rahmen eines
Fraunhofer-Kaminabends der Öffentlichkeit vorgestellt.
Fraunhofer Studie zeigt ungenutzte Potenziale auf
In einer empirischen Studie hat die Fraunhofer Austria bei 61
teilnehmenden Unternehmen untersucht, mit welchen Methoden
Mitarbeiterpotenziale entdeckt und genutzt werden können. Ihre
Ergebnisse unterstreichen nicht nur die Wichtigkeit eines breiten
Methodeneinsatz, mit dem deutlich mehr Mitarbeiter für
Verbesserungsinitiativen aktiviert werden können, sondern zeigen auch
auf, wie viel ungenutztes Potenzial an "kollektiver Intelligenz" bei
den Mitarbeitern steckt. Die durchschnittliche Beteiligungsquote bei
Verbesserungsinitiativen liegt bei etwa 30 Prozent und mit hohem
Potenzial nach oben. Dabei gibt es klare Unterschiede zwischen so
genannten High- und Low-Performern in Sachen aktivieren von
Mitarbeiterpotenzialen. In Unternehmen mit einem breitflächigen
Methodenansatz wird eine wesentlich höhere Generierung von Ideen pro
Mitarbeiter und eine höhere Beteiligungsquote erzielt, als in
Unternehmen ohne zielgerichtetem und methodischem Vorgehen. Darüber
hinaus zeigt die Studie auf, dass eine ganzheitliche Vorgehensweise
zu einer selbstständigen Generierung von Ideen führt.
In der Studie wurden die Teilnehmer zunächst nach ihren Zielen
gefragt, die sie bei der Aktivierung ihrer Mitarbeiterpotenziale
verfolgen. Die Optimierung der Prozesse (90,2%) sowie die
Verbesserung der Unternehmenskultur (88,5%) standen bei den
Studienteilnehmern eindeutig im Vordergrund. Die Optimierung der
Produkte (68,9%) sowie von Service und Dienstleistungen (57,4%)
wurden sichtbar weniger als erklärte Zielsetzungen genannt.
Interessant ist die Antwort auf die Frage nach der Anzahl der
eingesetzten Methoden zur Aktivierung von Mitarbeiterpotenzialen. Die
meisten Unternehmen konzentrieren sich auf den Einsatz weniger,
ausgewählter Methoden. Dabei zeigt die Studie klar, dass erfolgreiche
Unternehmen auf ein breites Methodenset zurückgreifen. Die Methoden
müssen unterschiedliche Gruppen im Unternehmen ansprechen und
aufeinander abgestimmt alle Unternehmenspotenziale aktivieren.
"Corporate Capability Management" CCM - mehr als eine
Konzeptidee
Denn Unternehmen leben nicht nur von Ideen ihrer Mitarbeiter für
ihre Produkte, Prozesse und Dienstleistungen. Alle am Unternehmen
interessierte Personengruppen - so genannte Stakeholder - also auch
ehemalige Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten sind weitere
potenzielle Ideenquellen, die im Rahmen des CCM mit einbezogen
werden. "Wir müssen die kollektive Intelligenz des Unternehmens
nutzen", beschreibt Fraunhofer Austria Geschäftsführer und Leiter des
Instituts für Managementwissenschaften an der TU Wien, Prof. Dr.
Wilfried Sihn den Kern des bei Fraunhofer entwickelten CCM-Konzepts.
"Denn gerade bei den Stakeholdern gibt es ein ungenutztes
Ideenpotenzial mit einem enormen Wert für die Unternehmen, ein
Potenzial, das bisher bei weitem nicht ausreichend oder gar nicht
genutzt wird". Wie das sinnvollerweise geschehen kann, beschreibt das
Konzept "Corporate Capability Management" - kurz CCM genannt.
Fraunhofer Austria unterstützt mit CCM-Know-how
Das CCM-Konzept definiert für alle Stakeholder individuelle
Vorgehensweisen zum "sammeln", "bewerten" und "umzusetzen" von
Verbesserungen und Innovationen. Diese werden in ein integriertes
Gesamtkonzept überführt, das die für die Umsetzung notwendigen
Strukturen und Prozesse schrittweise einführt, bewertet und
verbessert.
Gemeinsam mit den Unternehmen entwickelt und unterstützt
Fraunhofer Austria individuelle CCM-Konzepte und begleitet sie bei
deren Umsetzung mit dem Ziel, sowohl die Unternehmensleistung als
auch die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen. "Mit dem
Verankern eines solchen Corporate Capability Management Konzepts
lässt sich das riesiges Potenzial an Know-how der Stakeholder für das
Unternehmen heben", ist Professor Sihn überzeugt. "Ein Know-how, das
einen wichtigen Beitrag für die Innovationen leisten kann, die ein
Unternehmen zum Überleben braucht." Unabhängig jedweder Größe und
Branchenzugehörigkeit eignet sich der CCM-Ansatz für alle Unternehmen
und Institutionen.
Die Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie "Corporate
Capability Management - die kollektive Intelligenz des Unternehmens
nutzen" kann unter [email protected] angefordert werden.
Kurzinformation zur Fraunhofer Austria Research GmbH:
Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste
europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft
gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen "Produktions- und
Logistikmanagement" in Wien und "Visual Computing" in Graz arbeiten
ca. 30 Forscherinnen und Forscher an anwendungsorientierten Lösungen
zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen
für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.
Weitere Informationen: www.fraunhofer.at
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