• 10.10.2012, 13:46:14
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Industrie: Europa braucht Re-Industrialisierungspolitik

IV-Präsident Kapsch: Wettbewerbs-Checks von Politikinitiativen erforderlich - Anhebung der Industriequote bis 2020 von 16 auf 20 Prozent ambitioniert und sinnvoll

Utl.: IV-Präsident Kapsch: Wettbewerbs-Checks von Politikinitiativen
erforderlich - Anhebung der Industriequote bis 2020 von 16 auf
20 Prozent ambitioniert und sinnvoll=

Wien (OTS/PdI) - "Um die aktuelle Haushaltskrise zu bewältigen und
global wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir eine starke
Industrie in Europa", so der Präsident der Industriellenvereinigung
(IV), Mag. Georg Kapsch, anlässlich des heute, Mittwoch,
präsentierten Updates der EU-Industrie-Strategie der Europäischen
Kommission. "Wir unterstützen das Vorhaben der Europäischen
Kommission, eine Re-Industrialisierungspolitik für die EU
einzuleiten. Erfreulich ist, dass die Kommission aus den Erfahrungen
der vergangenen Krisenjahre gelernt hat, in denen Länder mit hoher
Industriequote wie Österreich und Deutschland eine im Vergleich mit
unterdurchschnittlich industrialisierten Ländern gute Performance
bieten konnten", so Kapsch. Das geforderte Ziel der Kommission, die
EU-weite Industriequote bis 2020 von derzeit 16 auf 20 Prozent
anzuheben, sei "ambitioniert und sinnvoll. Wichtig ist, dass die
politischen Entscheidungsträger gemäß einem neuen Industrie-Mindset
auch entsprechende Taten folgen lassen."

Die aktuelle Bestandsaufnahme ihrer Industrie-Strategie von 2010
durch die Europäische Kommission beinhalte eine Vielzahl an durchaus
sinnvollen Maßnahmen, erklärte Kapsch. So soll der Schwerpunkt auf
Investitionen und Innovationsförderung in Schlüsselbereichen wie
modernen industriellen Produktionsverfahren, Key Enabling
Technologies wie Nanotechnologien sowie der flächendeckenden
Einführung von Smart Grids gesetzt werden. Grundsätzlich sei es
entscheidend, dass die gesamte Wertschöpfungskette in Europa bleibe.
Um eine Re-Industrialisierung Europas tatsächlich zu bewerkstelligen,
müsse die Politik jedoch eine Reihe von Korrekturen vornehmen. "Die
von der Kommission versprochenen Wettbewerbs-Checks von
Politikinitiativen müssen endlich Anwendung finden, um negative
Auswirkungen auf unsere Wettbewerbsfähigkeit zu vermeiden.
Großunternehmen dürfen bei Regionalförderungen nicht gegen KMU
ausgespielt werden, wir benötigen alle Unternehmensgrößen in Europa.
Gegenläufige Initiativen wie etwa mutwillige Eingriffe in das
Emissionshandelssystem (ETS) mit entsprechenden Mehrkosten für die
Industrie, müssen in Zeiten des dringend benötigten Aufschwungs
tunlichst unterlassen werden", forderte der IV-Präsident. "Zudem
benötigen wir Veränderungen bei den arbeitsrechtlichen
Rahmenbedingungen, um gesellschaftlichen Entwicklungen - etwa bei
Familie und Beruf - sowie den global geänderten Herausforderungen in
der Industrie gerecht zu werden."

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