- 09.10.2012, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Kleine Airports haben durchaus ihre Chancen - von Günter Fritz
Regionalflughäfen fehlt oft eine klare strategische Stoßrichtung
Utl.: Regionalflughäfen fehlt oft eine klare strategische
Stoßrichtung=
Wien (OTS) - Auch wenn die Airline-Branche weiter unter immensem
Druck steht und die AUA nach wie vor um die wirtschaftliche Gesundung
ringt - den Airports geht es im Vergleich dazu gut. Nicht nur der
österreichische Großflughafen Wien, der im Sommer die Gewinnprognose
für 2012 auf 60 Millionen Euro erhöht hat, sondern auch die
Bundesländer-Airports stehen besser da als allgemein angenommen. Eine
brandaktuelle Studie, die die wirtschaftliche Situation der Flughäfen
Salzburg, Innsbruck, Linz, Graz und Klagenfurt in einer
Mehrjahresbetrachtung analysiert, kommt zum Teil zu überraschenden
Ergebnissen (siehe Artikel Seite 2). Die vermeintlichen Sorgenkinder
konnten nämlich ihre Umsätze in den vergangenen Jahren kontinuierlich
steigern, machen Gewinn und zahlen ihren Eigentümern - in der Regel
Land und Stadt - ordentliche Dividenden. So hat der Airport Graz in
den letzten drei Jahren mehr als acht Millionen Euro an die kommunale
Graz Holding ausgeschüttet. Der Airport Salzburg hat knapp zehn
Millionen Euro an Stadt und Land Salzburg überwiesen.
Freilich ist die Gefahr der medial zuletzt des Öfteren
heraufbeschworenen ungewissen Zukunft nicht von der Hand zu weisen.
Aufgrund der Konzentrationstendenzen bei den Airlines wird der Druck
auch auf die Regionalairports immer größer. Im Vorjahr hat lediglich
der Flughafen Salzburg, der sich im Tourismus gut positioniert hat,
ein Passagierwachstum erzielen können. Alle anderen
Bundesländerflughäfen mussten ein Minus hinnehmen. Größter
Problemfall ist Klagenfurt, wo auch ein Fünftel des Frachtvolumens
verloren wurde und der Erlös pro Passagier am geringsten ist. Dennoch
haben die kleinen Airports ihre Chancen: Sie werden wegen ihrer
geringeren Größe von den Passagieren als weniger stressig empfunden
und von vielen Low-Cost-Carriern angeflogen. Allerdings ist Fliegen
innerhalb Österreichs im Schnitt dreimal so teuer wie Bahnfahren und
fünfmal so teuer wie die Fahrt mit dem Auto.
Größte Gefahr ist jedoch, dass den Regionalflughäfen häufig eine
klare strategische Stoßrichtung fehlt und sie so den
Marktentwicklungen mehr oder weniger ausgeliefert sind. Das muss
nicht sein: Mit klarer Positionierung und genauer Ansprache
definierter Zielgruppen könnten die Airports ihr Potenzial deutlich
steigern. Die Zukunft liegt in "Airport Cities" mit leistungsfähiger
Besucher-Infrastruktur samt Übernachtungs- und
Konferenzmöglichkeiten, attraktiven Shoppingangeboten und der
Vernetzung mit wichtigen Business-Partnern. Konzeptionelle Vorbilder
dafür gibt es im benachbarten Ausland zu studieren.
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