- 08.10.2012, 11:10:48
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Laaben, NÖ: Gemeinde will Tier-Gnadenhof teilweise schleifen lassen
Gnadenhof Hendlberg soll nächste Woche wegen schwerer Versäumnisse der Baubehörden teil-zerstört werden!
Utl.: Gnadenhof Hendlberg soll nächste Woche wegen schwerer
Versäumnisse der Baubehörden teil-zerstört werden!=
Laaben (OTS) - "Seit ich vor 17 Jahren den Hof gekauft habe, muß ich
gegen diesen Straßenbau-Wahnsinn ankämpfen", so Tierarzt Dr.
Franz-Joseph Plank, Obmann des in Laaben ansässigen Tierschutzvereins
ANIMAL SPIRIT und Gründer des - seit 1999 bestehenden und zu 100% aus
privaten Spendengeldern finanzierten - Gnadenhofes Hendlberg mit
derzeit fast 200 geretteten Tieren. "Sämtliche behördlichen Instanzen
haben einer alten Frau, die durch diese Straße aus egoistischen
Gründen eine über 50 Jahre unbewohnte Ruine aufwerten will, Recht
gegeben, entgegen aller berechtigten Einwände und Privat-Gutachten,
die auf die extreme Hangrutsch-Gefährdung, Beschädigung oder
Zerstörung der bestehenden Gnadenhof-Gebäude, Verwüstung der
Tier-Weiden, Abgraben der Wasserversorgung etc. hinweisen. Aber
Haupt-Leidtragende wären wieder einmal die Tiere, die durch dieses
Wahnsinns-Projekt teilweise ihre Weiden, Unterkünfte und auch ihren
Frieden verlieren würden!"
Zur Vorgeschichte: Durch pure Schlamperei der Gemeinde
Brand-Laaben sind die Bauanträge vom Februar 2001 für den Betrieb des
- mittlerweile mit offizieller Tierheim-Bewilligung ausgestatteten -
"Gnadenhofes Hendlberg" über 11 Jahre lang unerledigt liegen
geblieben! Das ursprüngliche Ansuchen erfolgte somit lange vor
Einlangen des Einreichplanes für diese Straße (2003, bzw. vor
Eintritt der Rechtskraft 2008), die mitten durch den Gnadenhof, seine
Weiden und sogar einige Tier-Unterkünfte führen würde. Da die
geplante Trasse dieser Zufahrtsstraße aber Gebäude schneidet, die
bereits vor mehr als 10 Jahren errichtet worden sind (Schweine- und
Meerschweinchenstall, Heulager, Mistlagerplatz), hätte die
Straßen-Bewilligung in dieser Form gar nicht erteilt werden dürfen,
da die Ansuchen seitens ANIMAL SPIRIT wesentlich früher erfolgt waren
und damals kein Grund bestand, die für den Betrieb des Gnadenhofes
notwendigen Gebäude nicht zu bewilligen. Es wurde daher erst letzten
Freitag ein neuerlicher Antrag an die Gemeinde geschickt, die
Bauanträge von 2001 für die betroffenen, vom Abbruch bedrohten
Gebäude zu re-aktivieren.
Zudem gab es seitens des Vereins mehrere Privat-Gutachten,
verbunden mit erheblichen Anwaltskosten und etliche Verhandlungen mit
dem Ergebnis, daß alle berechtigten Einwände aus mysteriösen Gründen
- auch durch die Oberinstanzen Land NÖ und Verwaltungsgerichtshof -
abgewiesen wurden. Dr. Plank weiter: "Ein damals völlig unerfahrener
ÖVP-Bürgermeister, der als Landwirt von Baurecht sehr wenig Ahnung
hatte, ein mutmaßlich korrupter - inzwischen entlassener -
Gemeindesekretär (natürlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung)
sowie eine geänderte NÖ Bauordnung, die auch alle jahrzehntelang
unbewohnte Ruinen als "erhaltenswerte Gebäude im Grünland" (GEB)
auszeichnet, ergaben diese unselige Mischung, der sämtliche unserer
Einwände und Gutachten zum Opfer gefallen sind. Denn es wurde in all
den Jahren - trotz unserer mehrfachen Anträge - niemals ordentlich
und von unabhängiger Stelle geprüft, welche Gefahren durch diesen
Straßenbau entstehen würden: Extreme Hangrutschungsgefahr auf diesem
labilen Wienerwald-Flüschgestein - erschwert noch dazu durch 2
Serpentinen an einer der steilsten Stellen des Grundstücks, die zudem
dreimal (!) unsere Grundgrenze durchkreuzen würden - kein
hydrologisches Gutachten, keine Probebohrungen".
"Zudem blieb bis heute die brennende Frage unbeantwortet, wer bei
eventuell eintretenden Schäden/Rutschungen/Rissen an den bestehenden
Gebäuden (2 Wohnhäuser, diverse Stallungen und Lagerräume) oberhalb
dieser projektierten Straße die Verantwortung bzw. Haftung übernehmen
würde. Jedenfalls habe ich bis dato noch keine diesbezügliche
Schadloserklärung von der Baubehörde erster Instanz, also von
Bürgermeister Helmut Lintner - ebenfalls ÖVP - erhalten, und das,
obwohl die Gemeinde dieses Wahnsinnsprojekt auch noch co-finanziert!
Ebensowenig natürlich von der diesen Bau betreibenden Frau Esther
Seydl-Wershofen, von Baumeister Ing. Manfred Kreutzer oder der
ausführenden Baufirma STRABAG. Wohl auch weil das erwähnte
Beweissicherungs-Gutachten des von uns beauftragten gerichtlich
beeideten Sachverständigen, DI. Walter Pistulka, neuerlich explizit
darauf hinweist, daß `die derzeit vorliegenden Risse und Absenkungen
(an den bestehenden Gebäuden bzw. an der unterhalb derer errichteten
Kreinerwand) auf einen rutschgefährdeten Hang hindeuten, der durch
die Errichtung eines Notweges in seinem labilen Gleichgewicht
gefährdet ist`".
Durch eine kürzliche, unangemeldete Begehung hat der Gnadenhof
quasi "zufällig" erfahren, daß mit 15.10.12, also bereits in einer
Woche, mit dem Bau begonnen werden soll, und das, obwohl es noch
nicht einmal einen rechtsgültigen Abbruchbescheid für die von der
Straßentrasse betroffenen Gebäude gibt. Wollen die Baumaschinen der
STRABAG also in 7 Tagen einfach über alles - inklusive der dort noch
immer wohnenden Tiere - im wahrsten Sinne des Wortes "drüberfahren"?
ANIMAL SPIRIT hat daher letzte Woche durch seinen Anwalt sowohl den
Baumeister Kreutzer als auch die Fa. STRABAG aufgefordert, einen
eventuellen Baubeginn mit 15.10.2012 zu unterlassen, da oben
angesprochene Sachverhalte - wie u.a. fehlende rechtskräftige
Abbruchbescheide für die erwähnten Gebäude - nicht geklärt sind,
anderenfalls mit Besitzstörungs- und Schadenersatzklagen seitens
ANIMAL SPIRIT sowie mit weiterer massiver Öffentlichkeitsarbeit zu
rechnen wäre. Bereits jetzt wurde auch die Volksanwaltschaft von der
Sachlage informiert.
Dr. Plank abschließend: "Auch ein persönliches email an den CEO
der STRABAG und ehemaligen LIF-Politiker, Dr. Hans Peter
Haselsteiner, vom 24.9.2012 mit der dringenden Bitte, das Projekt in
dieser Form nicht durchzuführen und gegebenenfalls eine alternative
Trassenführung zu erwägen, welche unsere Gebäude nicht gefährden und
unsere Tiergehege nicht zerstören würde, blieb bis dato
unbeantwortet. Sollte es wirklich zu einer Zwangsschleifung der dzt.
noch von vielen Gnadenhoftieren bewohnten Gebäude kommen, werden wir
selbstverständlich nochmals sämtliche Pressevertreter informieren, da
dann eine weitere Eskalation der Lage - zum Schutz der hier wohnenden
Tiere - unvermeidlich wäre".
Immerhin hat dieses unsinnige Bauprojekt nun auch schon
landespolitische Dimensionen erreicht, indem sich die Klubobfrau der
Grünen Niederösterreich, Frau Dr. Madeleine Petrovic, welche den
Gnadenhof Hendlberg seit Jahren aus eigener Wahrnehmung kennt,
eingeschaltet hat und sich ebenfalls über die Vorgehensweise der
Behörden empört: "Wir werden dieses Problem in den NÖ Landtag
bringen, denn es mußte den zuständigen Behörden ja schon lange
bekannt gewesen sein, daß hier divergierende Raumordnungs-Interessen
kollidieren. Hier sind ganz offensichtlich raumordnerische
Versäumnisse eingetreten und es kann nicht sein, daß diese nun wieder
einmal auf dem Rücken und zulasten der unschuldigen Tiere ausgetragen
werden".
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