• 05.10.2012, 09:49:21
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ÖH: Equal Pay - jetzt!

Hochschulen müssen Vorreiterinnen sein, nicht den gesellschaftlichen Gegebenheiten nachhinken

Utl.: Hochschulen müssen Vorreiterinnen sein, nicht den
gesellschaftlichen Gegebenheiten nachhinken=

Wien (OTS) - Am Samstag macht der Equal Pay Day darauf aufmerksam,
dass Frauen in Österreich noch immer weniger verdienen als Männer. In
der gleichen Position erhalten Frauen im Schnitt ein Viertel weniger
Lohn als ihre männlichen Kollegen. Angelika Gruber vom Vorsitzteam
der ÖH dazu: "Frauen wie Männer sollten es sich nicht gefallen
lassen, aufgrund ihres Geschlechtes anders behandelt zu werden. Ab
Samstag arbeiten Frauen sozusagen gratis, während Männer, die die
selbe Arbeit machen, bis Jahresende bezahlten werden. Das ist des 21.
Jahrhunderts schlichtweg nicht würdig!"

"Die Hochschulen sind eine zentrale Drehscheibe dieses Missstandes:
Erstens steigt das Einkommen mit der Ausbildung. Deshalb muss es
oberste Priorität haben, dass auch in Studien die in einem hohen
Einkommen resultieren, Frauen verstärkt anzutreffen sind. Im Fach
Informatik hat die STEOP dazu geführt, dass im Wintersemester 2011
vier Frauen die STEOP abgeschlossen haben - und 60 Männer. Das ist
absurd. Außerdem sinkt der Frauenanteil, je höher der
wissenschaftliche Abschluss ist. Zweitens hat man das Gefühl, die
Hochschulen selbst sind noch nicht in der Gegenwart angekommen: Die
wissenschaftliche Karriereleiter hinaufzusteigen bleibt oft nur
Männern vorbehalten. An Universitäten liegt der Frauenanteil bei den
Studierenden bei 53,1 Prozent. Professorinnen machen hingegen nur
mehr 20,6 Prozent aus, Rektorinnen gibt es überhaupt nur vier." Das
ist aber nur ein Faktor, betont Gruber: "Gerade in Toppositionen der
Privatwirtschaft, in denen Löhne individuell ausgehandelt werden,
klafft der Gender Gap weit auseinander."

"Dass die Regierung jetzt Zugangsbeschränkungen einführen will, zeigt
ihre komplette Ahnungslosigkeit was deren Auswirkungen angeht", so
Gruber. Der Gender Gap bei den Übertrittsquoten (von Bachelor auf
zugangsbeschränkte Master und vom Master auf Doktorat) geht immer
weiter auseinander, das zeigt die aktuelle
Studierenden-Sozialerhebung. Das ist auf offene und versteckte
Zugangshürden zurückzuführen - wie man ganz klar beim EMS sieht.
Deshalb fordert die ÖH ein Bekenntnis zur Gendergerechtigkeit:
"Zugangsbeschränkungen wirken hier verheerend. Außerdem müssen die
Universitäten es endlich schaffen, Frauen in Spitzenpositionen zu
bringen. Überfällig ist es auch die Entdemokratisierung der
Universitäten, die mit dem UG 02 stattgefunden hat, zurückzunehmen.
Denn informellen Machtstrukturen haben noch jedes Mal zur
Benachteiligung von Frauen geführt."

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