• 04.10.2012, 13:58:16
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ARGE-Lehrer/innen: Dank an alle Pädagog/innen für ihr unermüdliches Engagement

Idealismus im "Schlüsselberuf" Lehrer/in stößt an Grenzen

Utl.: Idealismus im "Schlüsselberuf" Lehrer/in stößt an Grenzen=

Wien (OTS) - "Zutiefst besorgt" zeigt sich Paul Kimberger, der
Vorsitzende der ARGE Lehrer/innen in der GÖD, anlässlich des morgigen
Weltlehrertags: "Ich ermahne die Verantwortungsträger in der
Bildungspolitik, den Idealismus und die Leidensfähigkeit der
österreichischen Pädagoginnen und Pädagogen nicht weit über Gebühr zu
strapazieren!"

"Wir sind uns bewusst, dass der rasante gesellschaftliche Umbruch
der letzten Jahrzehnte die Situation vieler Familien deutlich
erschwert hat. Viele Alleinerziehende, aber auch viele Elternpaare
brauchen dringend professionelle Unterstützung, wenn es um die
Zukunft ihrer Kinder geht", so Kimberger weiter.

...Der ARGE-Lehrer-Vorsitzende warnt aber gleichzeitig davor, der
österreichischen Lehrerschaft Lasten aufzubürden, die trotz "größtem
Idealismus" nicht zu schultern sind. Kimberger dazu: "Der Ausgleich
familiärer Defizite kann von den Schulen nur dann bewältigt werden,
wenn dringend benötigtes Unterstützungspersonal wie Psychologen und
Sozialarbeiter rasch und in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt
werden. Derzeit haben wir so wenig Unterstützung durch externe
Fachkräfte, dass man bestenfalls vom Tropfen auf den heißen Stein
sprechen kann."

Die Vorsitzenden aller Lehrergewerkschaften in der GÖD danken
Österreichs Lehrerinnen und Lehrern für ihr hervorragendes
Engagement: "Trotz widriger Rahmenbedingungen bereitet Österreichs
Schule junge Menschen weit erfolgreicher auf ihre Zukunft vor, als
dies in den meisten anderen Staaten der OECD gelingt. Dies zeigt sich
in beeindruckender Weise an der im internationalen Vergleich extrem
niedrigen Jugendarbeitslosigkeit, um die uns Staaten, die von der
OECD über ihre PISA-Studien hochgejubelt wurden, nur beneiden
können."

Kimberger nimmt den Weltlehrertag auch zum Anlass, mit der Mär von
der hohen Dropout-Rate aufzuräumen: "Österreichs Schulwesen verliert
so wenige Schülerinnen und Schüler wie nur wenige andere Staaten der
EU 27. Den Benchmark, die Dropout-Quote auf unter 10 % zu senken, hat
Österreich seit Jahren erfüllt. Die große Mehrheit der EU-Staaten ist
davon noch so weit entfernt, dass die EU die Zielsetzung um zehn
Jahre von 2010 auf 2020 verschieben musste."

Kimberger betont weiters die dringend notwendige Anerkennung der
pädagogischen Berufe im ideellen wie im materiellen Sinn. "Natürlich
freuen wir uns über lobende Worte am Weltlehrertag. Viel wichtiger
wäre es jedoch, wenn die verantwortlichen Politikerinnen und
Politiker den schönen Worten endlich Taten folgen ließen", so
Kimberger weiter.

Dies gelte im Besonderen für Arbeitszeiten und Gehälter: "Wenn
seitens des BMUKK für künftige Junglehrer ein Paket aus
Arbeitszeiterhöhung und niedrigerer Lebensverdienstsumme geschnürt
wird, werden sich immer weniger Maturanten für den Lehrberuf
entscheiden."

"Wir sind es unserer Jugend schuldig, die Besten für den Lehrberuf
zu gewinnen. Die Weichenstellungen beim neuen Dienstrecht sind daher
von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale
Zukunft unseres Landes. Dafür treten wir an 365 Tagen des Jahres ein.
Am Weltlehrertag wollen wir aber besonders darauf hinweisen!", so die
Vorsitzenden abschließend.

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