- 04.10.2012, 11:06:06
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Diakonie zu Konjunkturgipfel: Österreich braucht Investitionen im Sozialbereich
Job-Potential im Gesundheits- und Sozialsektor nutzen
Utl.: Job-Potential im Gesundheits- und Sozialsektor nutzen=
Wien (OTS) - "Sogar während der Wirtschafts- und Finanzkrise stieg
die Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialbereich, von 215.000
Menschen im Jahr 2008 auf 234.000 Beschäftigte im Jahr 2011. Ein
solches Wachstum ist bei anderen Sektoren nicht zu sehen," reagiert
Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, auf die Aussagen
im heutigen Morgenjournal von Bundesminister Mitterlehner. "Wenn die
Arbeitslosigkeit steigt, und die Konjunktur schwächelt, muss auch
frisches Geld verfügbar sein. Österreich braucht gute Konzepte, um
wirtschaftlich schlechte Zeiten zu überbrücken - Investitionen im
sozialen Dienstleistungsbereich sind ein Gebot der Stunde."
"Wenn zu einem Konjunkturgipfel die Sozialwirtschaft, die knapp 7
% aller Beschäftigten in Österreich stellt, nicht eingeladen wird,
nimmt sich Österreich eine große Chance zur Überwindung von
wirtschaftlich schlechten Zeiten. Man muss nur bedenken, dass dieser
Sektor etwa gleich groß ist wie die gesamte Bauwirtschaft, oder sogar
größer als die gesamte Tourismuswirtschaft," so Chalupka. "Und auch
die europäische Kommission rechnet vor: die Beschäftigung im
Gesundheits- und Sozialbereich wuchs in der EU in den letzten Jahren
ungleich schneller als in anderen Wirtschaftssektoren. Der
Sozialbereich generiert EU weit 5 % des gesamten ökonomischen
Outputs," so Chalupka. "Diese Zahlen zeigen, dass Investitionen in
den sozialen Sektor nicht nur gerechtfertigt, sondern in
konjunkturell schwachen Zeiten dringend geboten sind."
Soziale Dienstleistungen bieten Vorteile für alle. Hier geht es
etwa um mobile Dienste in der Pflege, Kindergärten oder
Nachmittagsbetreuung in den Schulen. Menschen mit Pflegebedarf oder
Kinder können so professionell betreut und unterstützt werden.
Angehörige und Eltern werden von Betreuungstätigkeiten
"freigespielt", und können (wieder) erwerbstätig sein. Das große
Job-Potential dieses Sektors findet sich zudem nicht nur in Städten
oder urbanen Gebieten, sondern auch in wirtschaftlich regional
schwachen Regionen, weil Pflege und Betreuung auch hier gebraucht
werden.
"Vor allem wirtschaftlich schwache Regionen brauchen
Unterstützung. Das geplante Vorhaben der österreichischen
Bundesregierung, die EU-Strukturfonds massiv zu kürzen, kann auch
hier als ökonomischer Fehltritt gesehen werden. Die Diakonie
appelliert an die Bundesregierung, dieses Vorhaben fallen zu lassen,
um EU-weit wirtschaftliches Wachstum gemeinsam weiter zu
ermöglichen," so Chalupka abschließend.
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