- 04.10.2012, 10:00:43
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Allianz Studie: Anzahl der Verkehrstoten weltweit steigt
Wien (OTS) - Alle sechs Sekunden stirbt auf der Welt ein Mensch im
Straßenverkehr oder wird verletzt. Während in den Industrieländern
und damit auch in Österreich die Zahl der Todesopfer seit 2000
kontinuierlich zurückgeht, wird diese in den Schwellenländern bis
2020 weiter ansteigen. Die Risikoexperten der Allianz fordern daher,
dass die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für
Verkehrssicherheit weltweit gestärkt werden müssen.
Verkehrsunfälle mit Todesfolge sind eine globale Herausforderung,
die in ihrer Bedeutung für die Gesundheit weltweit unterschätzt
werden: Laut aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
kommen jährlich 1,2 Millionen Menschen im Straßenverkehr ums Leben,
50 Millionen werden verletzt. Auf der aktuellen Liste der häufigsten
Todesursachen liegen Verkehrsunfälle auf Platz 9 - nach
Herzerkrankungen und anderen medizinischen Problemen, aber noch vor
Gewalttaten und Konflikten. "Auch wenn die Zahl der Todesopfer in
Österreich entgegen dem weltweiten Trend sinkt: Von der 'Vision Zero'
sind wir leider noch weit entfernt", kommentiert Dr. Johann Oswald,
Vorstand der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des
aktuellen Allianz Risk Pulse.
Seit 2000: Positiver Trend in OECD-Ländern, negativ in
Schwellenländern
Verbesserungen der Gesetzeslage und der Verkehrserziehung sowie im
Rettungswesen und im Bereich Fahrzeugsicherheit haben in den
OECD-Ländern im Zeitraum 2000 bis 2009 zu einem Rückgang der Anzahl
der Verkehrstoten um 20 bis 50 Prozent geführt. Bei den
Schwellenländern ist ein umgekehrter Trend zu beobachten: Dabei sind
insbesondere der westpazifische Raum, Südostasien und Afrika
betroffen, die zusammen zwei Drittel der Verkehrstoten auf sich
vereinen. Die Zahl der Todesopfer stieg in den meisten Ländern dieser
Regionen zwischen 2000 und 2010 um ein Drittel an. Laut Prognosen der
Weltbank wird die Zahl der Verkehrstoten in Schwellenländern bis zum
Jahr 2020 besonders stark zunehmen. In Indien wird sich die Zahl der
Getöteten demnach um 147 Prozent, in China um 92 Prozent erhöhen.
Auffallend ist, dass diese Entwicklung mit jener der Nachkriegszeit
in Industrieländern wie Österreich korreliert: In den
konjunkturstarken 1960er Jahren stiegen die Unfallzahlen, während sie
ab Mitte der 1970er Jahre einen rückläufigen Trend aufwiesen. So
stieg laut Statistik Austria in Österreich die Zahl von 1.640 im Jahr
1961 auf zwischenzeitlich 2.948 Verkehrstote Anfang 1972 an, im Jahr
2000 sank der Wert auf 976, mittlerweile (2011) befindet sich dieser
Wert bei 523.
Verkehrsopfer vor allem ein Armutsproblem
Auch wenn die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten mit der
gegebenen Bevölkerungsdichte korreliert, erklärt dieser Umstand die
Sachlage nur zum Teil. Die Verkehrsexperten sehen einen deutlichen
Zusammenhang zwischen Verkehrssicherheit und den wirtschaftlichen
Bedingungen und technischen Standards eines Landes: "Je geringer das
Pro-Kopf-Einkommen einer Gesellschaft, desto höher das Todesrisiko im
Straßenverkehr - dieser besorgniserregende Trend muss gestoppt
werden, denn Verkehrssicherheit darf keine Frage des Wohlstandes
sein", erklärt Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz
Zentrums für Technik. Mehr als 90 Prozent derjenigen, die bei
Verkehrsunfällen ums Leben kommen, stammen laut WHO aus Ländern mit
niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau: So sterben mit 22 Personen
pro 100.000 in den einkommensschwachen Ländern etwas mehr als in
jenen mit mittlerem Einkommensniveau (20) sowie mehr als doppelt so
viele wie in den einkommensstarken Ländern (10).
Prävention: Stärkung der passiven und aktiven Sicherheit
In vielen Ländern muss die passive sowie die aktive Sicherheit
weiter gestärkt werden. Zu passiver Sicherheit gehören das Anlegen
von Sicherheitsgurten und der Gebrauch von Kindersitzen oder Helmen.
Aktive Verkehrssicherheit kann durch Verkehrserziehung an Schulen und
eine strengere Vergabe von Führerscheinen gestärkt werden. Auch
gesetzliche Regelungen gegen das Autofahren unter Alkoholeinfluss
sind unerlässlich, da erhöhter Alkoholkonsum laut OECD für 10 bis 32
Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge verantwortlich ist.
Fahrer-Assistenz-Systeme können gerade in einkommensstärkeren Ländern
in einem hohen Maß zur Bekämpfung von Unfällen beitragen. "Gezielte
Aufklärung muss ein grundlegendes, kulturelles Umdenken bewirken.
Dazu gehört ein entsprechendes rechtliches Rahmenwerk genauso wie der
Bau von sicheren Straßen. Nur so können wir das Ziel erreichen, die
Zahl der Verkehrsunfälle weltweit zu reduzieren", so Lauterwasser
abschließend.
Allianz unterstützt "Vision Zero"
"Vision Zero" hat das Ziel, die Zahl der Verkehrsunfallopfer auf
Null zu senken. Dieses Vorhaben wird von der OECD gefördert und von
Regierungen und NROs weitgehend unterstützt. Die "Vision
Zero"-Philosophie zielt darauf ab, die Ursachen jedes einzelnen
Unfalls zu bekämpfen. Zusammen mit der OECD und dem European
Transportation Safety Council (ETSC) unterstützt die Allianz "Vision
Zero" in verschiedenen Bereichen. Seit 2011 unterstützt die Allianz
in Kooperation mit dem "Road Safety Fund" der FIA-Foundation die
UNO-Initiative "Decade of Action for Road Safety 2011-2020". Das
Allianz Zentrum für Technik (AZT Automotive) gibt es bereits seit
1972: hier arbeiten Experten unter anderem in den Bereichen
Verkehrssicherheit, Schadenanalyse und Reparaturentwicklung.
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news
- Foto: Dr. Johann Oswald ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
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