- 04.10.2012, 08:39:38
- /
- OTS0014 OTW0014
FSG-Frauen: Warten auf Lohngleichheit dauert noch 30 Jahre
Vondrasek: Frauen haben nach wie vor keine gleichen Chancen am Arbeitsmarkt
Utl.: Vondrasek: Frauen haben nach wie vor keine gleichen Chancen am
Arbeitsmarkt=
Wien (OTS/ÖGB) - Wird die Entwicklung der vergangenen Jahre
fortgeschrieben, dann müssen Frauen noch drei Jahrzehnte auf gleiche
Entlohnung warten: "In Österreich verdienen Frauen für die gleiche
Arbeit heuer durchschnittlich um 23,7 Prozent weniger als Männer",
kritisiert FSG-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. Das bedeutet in
Tagen gerechnet, dass Männer bereits am 6. Oktober (= Equal Pay Day)
jenes Einkommen erreicht haben, wofür Frauen noch bis 31. Dezember
arbeiten müssen. Statistisch gesehen sind damit für Frauen 87 Tage
"unbezahlt".
Ungleichbehandlung hält an
Einkommensunterschiede haben viele Ursachen, die sachlich nicht
gerechtfertigt sind. Frauen "verlieren" Geld beim Berufsstart, durch
Kinderbetreuungszeiten, durch Teilzeitarbeit und haben geringere
Karrierechancen. Auch die Anrechnung von Vordienstzeiten, die
Einstufung sowie Zulagensysteme erweisen sich für Frauen häufig als
"Einkommensfallen". Wenn sich die Einkommensschere weiterhin jährlich
um kaum einen Prozentpunkt verringert, müssen Frauen noch über 30
Jahre auf Lohngleichheit warten: "Das ist unter anderen mit ein Grund
dafür, warum wir gegen eine vorgezogene Angleichung des gesetzlichen
Frauenpensionsantrittsalters eintreten", sagt Vondrasek.
Männer haben█s leichter
Dass es "Männer im Berufsleben leichter als Frauen haben", zeigt auch
eine "SPECTRA"-Umfrage von März 2012: Für insgesamt 78 Prozent ist
diese Aussage richtig. Auch wenn das Selbstbewusstsein der Frauen
laut der Studie gestiegen ist, und viele jüngere Frauen beruflich und
privat erfolgreich sein wollen, dann kommt für viele die Ernüchterung
ab dem 40. Lebensjahr. Laut dem "Allianz Arbeitsmarktbarometer" von
Ende 2011 sind nur 34 Prozent der Frauen mit ihrem Gehalt und ihren
Aufstiegsmöglichkeiten zufrieden. Und nach der Familie sind
unternehmensinterne Hürden die häufigsten Gründe, warum Frauen den
Aufstieg in die Führungsebene nicht schaffen.
Frauen flüchten in Haushalt
Kein Wunder, dass traditionelle Rollenbilder mit dem Alter wieder
zunehmen. Stimmten 2005 nur 41 Prozent der Frauen der Aussage zu,
dass sich "Frauen um den Haushalt sowie um die Kinder kümmern und die
Männer das Geld verdienen sollen", so waren es laut SPECTRA heuer
bereits 51 Prozent - vor allem jene über 40 Jahre. "Dies lässt den
Schluss zu, dass viele Frauen nach wie vor keine gleichen Chancen am
Arbeitsmarkt haben", erklärt Vondrasek und fordert:
-) Verpflichtende Frauenförderung in Betrieben bestimmter Größe.
-) Verbindliche Quoten für Führungspositionen.
-) Ausweitung der Einkommenstransparenz auf kleinere Betriebe.
-) Mindesteinkommen von 1.300 Euro
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGS






