- 02.10.2012, 09:51:56
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AK: Green Jobs bleiben ein statistischer Taschenspielertrick
Nicht einmal 6 Prozent der Green Jobs sind gut bezahlte Arbeitsplätze im er-neuerbaren Energiesektor
Utl.: Nicht einmal 6 Prozent der Green Jobs sind gut bezahlte
Arbeitsplätze im er-neuerbaren Energiesektor=
Wien (OTS) - "Wer beim Schlagwort Green Job die gut bezahlte
UmwelttechnikerIn am Windrad vor Augen hat, ist dem Marketing-Schmäh
Green Job schon auf den Leim gegan-gen", sagt AK Umweltexperte Sven
Hergovich anlässlich der heutigen (Dienstag) AK Veranstaltung zu den
Hintergründen des vermeintlichen Jobwunders Green Jobs. Denn dem Bild
vom gut verdienenden Umwelttechniker, dem eine glänzende berufliche
Zukunft in einer umweltfreundlichen Branche mit erneuerbaren Energien
bevorsteht, entsprechen nicht einmal 6 Prozent der Green Jobs in
Österreich. Der Großteil der Green Jobs dagegen sind ganz klassische
Arbeitsplätze wie etwa die VerkäuferIn im Handel, von denen tausende
als Green Jobber gezählt werden, weil sie Bio-Joghurt in Regale
schlichten. Auch neue Jobs entstehen nur selten: Wenn etwa ein Bauer
seinen Betrieb auf Bio-Landwirtschaft umstellt, zählen er und seine
Angestellten als Green Jobber, obwohl dadurch kein einziger neuer Job
geschaffen wurde. "Green Jobs sind nur ein Marketing-Schmäh, dahinter
steht keine nen-nenswerte Entwicklung am Arbeitsmarkt", so Hergovich.
"So wirft man Nebelkerzen, um von anderen Versäumnissen in der
Umweltpolitik abzulenken. Das hat die Umweltbranche nicht verdient."
Die AK setzt deshalb gerade in der Beschäftigungspolitik auf bewährte
Impulse, die auch der Umwelt nützen: Etwa durch Investitionen in den
Öffentlichen Verkehr, die Fernwärme oder in die thermische Sanierung.
Das bringt nicht nur langfristig viel für den Klimaschutz: 100
Millionen Euro für Niedrigenergiewohnungen und thermische Sanierungen
bringen 7.300 neue, meist gute Arbeitsplätze. Die Mieter der
sanierten Wohnungen haben außerdem Vorteile durch niedrigere
Heizkosten.
Green Jobs dagegen sind oft nur ein Ettikett. Und nicht selten wird
damit eine eher schlechte Umweltpolitik verdeckt: Wenn etwa viel
Abfall von Green Jobbern händisch sortiert werden muss, heißt das
nur, dass die Politik die Weichen nicht rechtzeitig auf
Müllvermeidung gestellt hat.
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