• 29.09.2012, 08:00:43
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"profil": Mensdorff wollte für "Kippen der Eurofighter-Entscheidung 156.428 Dollar"

Von BAE Systems "gebeten, beiseite zu treten und den Eurofighter gewinnen zu lassen"

Utl.: Von BAE Systems "gebeten, beiseite zu treten und den
Eurofighter gewinnen zu lassen"=

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, wollte der Lobbyist Alfons
Mensdorff-Pouilly dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems für das
"Kippen der Eurofighter-Entscheidung 156.428 Dollar" in Rechnung
stellen.

Das geht aus Vernehmungsprotokollen der britischen
Anti-Korruptionsbehörde SFO (Serious Fraud Office) hervor, die
"profil" vorliegen. Demnach ersuchte BAE seinen "geheimen Berater"
Mensdorff, der für den Saab Gripen lobbyierte, im Zuge der
österreichischen Ausschreibung zum Ankauf neuer Abfangjäger "beiseite
zu treten und im Prinzip den Eurofighter gewinnen zu lassen".

Mensdorff habe anschließend versucht, den Rüstungskonzern zu einer
Kompensation für bereits getätigte Anlaufkosten zu bewegen. In der
Folge verfasst der "Graf" einen bereits vor längerem
bekanntgewordenen Bericht, in dem von "aggressiven Bonuszahlungen an
wichtige Entscheidungsträger" im Zusammenhang mit der
Eurofighter-Entscheidung die Rede ist.

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Mensdorffs britischem Mentor
Timothy Landon dementiert laut "profil" vorliegenden Dokumenten
jedoch, dass der "Graf" beim größten Rüstungsgeschäft der Zweiten
Republik involviert war. "Wir hatten mit Eurofighter nichts zu tun",
so der Mann, der Mensdorff ansonsten schwer belastet. Der Bericht
habe lediglich "Druck, eine gewisse Entschädigung für das
Beiseitetreten zu erwirken" erzeugen sollen.

Gegen eine Involvierung Mensdorffs spricht eine Vielzahl von
BAE-internen Debatten über das "potenzielle Risiko" (Zitat aus einer
Einvernahme), das von seiner Ehe mit der ÖVP-Politikerin Maria
Rauch-Kallat ausging. Ganz ausgeschlossen dürfte ein Einsatz des
Lobbyisten in seiner Heimat nicht gewesen sein: "Die Erfolgszahlung
für Österreich müsste sehr gut überlegt sein", heißt es in "profil"
vorliegenden internen BAE-Dokumenten.

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