NÖGKK: Kinder- und Jugendgesundheit im Fokus

NÖ Gebietskrankenkasse lud zur 15. Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Public Health Gesellschaft nach St. Pölten

St. Pölten (OTS) - "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" - diese Erkenntnis gilt auch im Gesundheitswesen: Bereits im Kindes-und Jugendalter bilden sich wesentliche gesundheitsrelevante Verhaltensweisen heraus, die uns als Erwachsene prägen. Viele Gesundheitsstörungen in jungen Jahren werden zu Risikofaktoren für schwere Erkrankungen im späteren Leben.

Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) lud am 27. und 28. September 2012 in das Cityhotel Design und Classic in St. Pölten, um das Thema Kinder- und Jugendgesundheit aus Public Health Perspektive zu beleuchten. Eröffnet wurde die Tagung von Gesundheitsminister Alois Stöger, Gesundheitslandesrätin Mag. Karin Scheele, NÖGKK-Obmann-Stellvertreter Michael Pap und Bernhard Güntert, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Public Health.

Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland tauschten in den beiden Tagen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus und diskutierten über epidemiologische Grundlagen, psychosoziale Gesundheit, Lebensstile und Lebenswelten der Jugend. Handlungsbedarf besteht allemal - aktuelle Studien stellen Österreichs Jugendlichen kein gutes Gesundheitszeugnis aus: Nur jedes fünfte Kind bewegt sich eine Stunde am Tag, durchschnittlich verbringen Jugendliche 5 Stunden an Schultagen und 7 Stunden an schulfreien Tagen vor dem Fernseher oder Computer. Jedes vierte Kind ist übergewichtig, jedes zehnte sogar gefährlich fettleibig. Auch in punkto Alkohol und Drogen sind die Fakten erschreckend: 15 Prozent der 14-Jährigen hat schon mehrmals einen "richtigen Rausch" gehabt. Jedes dritte Mädchen und jeder vierte Bursche raucht bereits mit 15 Jahren regelmäßig; ein Fünftel der 15- bis 17-Jährigen hat zumindest einmal Cannabis konsumiert.

Allgemeiner Tenor der Public Health Tagung: So vielschichtig und vernetzt die Ursachen der Gesundheitsprobleme sind, so komplex sind auch die Maßnahmen zur Verbesserung. Vom Gesundheitswesen über das Schulsystem, von der Gemeinde- bis zur Bundespolitik, von der Werbe-bis zur Lebensmittelindustrie - nahezu alle Lebensbereiche tragen Verantwortung für die Gesundheitsförderung der Kinder und Jugendlichen.

NÖGKK-Obmann-Stellvertreter Michael Pap: "Die NÖ Gebietskrankenkasse fährt schon seit Jahren ein dichtes Programm zur Verbesserung der Prävention und Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche. Allein die Meilensteine der letzten Zeit zeigen das: Punkto Versorgung sind wir Vorreiter in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wir haben spezielle Angebote für Kinderpsychotherapie sowie Verbesserungen bei der Kinderrehabilitation, beim Kinderimpfprogramm, sowie beim Mutter-Kind-Pass. In unserer kürzlich präsentierten 5-Jahres-Strategie "Prävention" liegt unser Fokus auf frühkindlicher Ernährung, auf Bewegungs- und Ernährungsprogrammen, auf der Zahnprophylaxe in Schulen sowie auf unseren bewährten Kinderbewegungstagen."

Minister Alois Stöger: "Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen liegt mir besonders am Herzen. Aus diesem Grund habe ich den Kindergesundheitsdialog gestartet und gemeinsam mit namhaften Expertinnen und Experten eine Kindergesundheitsstrategie entwickelt. Wir müssen uns in der Gesundheit ganz besonders um die Jüngsten kümmern, auch weil sie oft keine Lobby haben. Als eine erste Maßnahme der Kindergesundheitsstrategie ist es mir heuer gelungen, die Meningokokken- und Pneumokokkenimpfungen in das Gratis-Kinderimpfkonzept aufzunehmen."

Landesrätin Mag. Karin Scheele: "Die Zeit der Kindheit legt in vielerlei Hinsicht die Grundlage für die weiteren Lebenschancen, auch in gesundheitlicher Sicht. Die Entwicklung unserer Kinder muss daher einen prioritären Stellenwert in der Gesellschaft und in unseren gesundheitspolitischen Zielsetzungen einnehmen. Gesundheitsförderung und Gesundheitsplanung benötigen auf jeden Fall einen Orientierungsrahmen, dem die Kenntnis der relevanten Daten und Fakten zugrunde liegen muss. Aus diesem Grund habe ich die Erstellung des ersten Niederösterreichischen Kinder- und Jugendgesundheitsberichts veranlasst. Das Endergebnis wird mit Anfang des nächsten Jahres erwartet und stellt den Anspruch einer erstmaligen Bestandsaufnahme des Gesundheitszustandes unserer Kinder und Jugendlichen. Damit hoffe ich - in gewohnt guter Zusammenarbeit mit der NÖGKK - auf eine weitere Verbesserung sowohl der allgemeinen Gesundheitsversorgung als auch der Effektivität unserer Präventionsangebote in Niederösterreich."

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