Spanische Hofreitschule - grundlose Dienstfreistellung des Ersten Oberbereiters

Wien (OTS) - Das Arbeits- und Sozialgericht Wien bestätigt in einer jüngsten Entscheidung, dass die Dienstfreistellung des Ersten Oberbereiters Klaus Krzisch Ende 2009 grundlos erfolgte und verurteilt die Spanische Hofreitschule zum (überwiegenden) Ersatz seiner Einkommenseinbußen.

Mit der - noch nicht rechtskräftigen - Entscheidung des ASG Wien folgt dieses der Rechtsansicht des Ersten Oberbereiters, der seit Oktober 2009 darum kämpft, seine Funktion wieder ausüben zu dürfen. Die Einwände der Spanischen Hofreitschule im Gerichtsverfahren, das Verfahren sei formal unzulässig, die Dienstfreistellung wäre aus disziplinären Gründen erfolgt und Klaus Krzisch erfülle fachlichen Qualifikationen nicht, wurden damit - in I. Instanz - allesamt verworfen.

Zitat aus dem Urteil: "Zunächst ist festzuhalten, dass sich aus dem Verfahren kein stichhaltiger Grund für die Dienstfreistellung ergeben hat [... und] ist somit für die rechtliche Beurteilung davon auszugehen, dass die Dienstfreistellung grundlos erfolgte."

Das Gericht sprach dem Ersten Oberbereiter die seither erlittenen Einkommenseinbußen (die Spanische Hofreitschule verweigerte die Auszahlung eines Teils des vertraglich zugesicherten Gehalts) nunmehr größtenteils zu.

Der seit Oktober 2009 zum Nichtstun verdammte Erste Oberbereiter hierzu: "Nach alldem, was mir auch in der Öffentlichkeit vorgeworfen wurde, erfüllt es mich mit Befriedigung, dass ein unabhängiges Gericht die Haltlosigkeit dieser Behauptungen nunmehr festgestellt hat. Ich habe die Dienstfreistellung nie verstanden. Seit mehr als 45 Jahren bin ich diesem einzigartigen Institut und vor allem diesen herrlichen Pferden verbunden."

Seinen vordringlichsten Wunsch, mit den Lipizzanern und den jungen Kollegen wieder arbeiten zu können, kann das Gericht aber nicht erfüllen. Dies liegt alleine in der Verantwortung der Geschäftsführung.

Hierzu der Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Mag. Konlechner von JMKS Rechtsanwälte: "Unser Mandant war mehrfach dazu bereit, eine außergerichtliche Lösung zu finden und hätte auch auf einen großen Teil der Außenstände verzichtet, hätte man nur die Dienstfreistellung aufgehoben. Diese Angebote wurden leider allesamt von der Spanischen Hofreitschule abgeschmettert. Ich hoffe aber, dass er nunmehr seinen Dienst wieder antreten kann, ist es doch absurd, dass die Hofreitschule ihn fürs Spazierengehen bezahlt."

Klaus Krzisch: "Ich appelliere an den Bundesminister Berlakovich, endlich zu handeln. Es kann nicht sein, dass es im Interesse der Republik ist, dass ich nicht arbeiten darf, aber dafür bezahlt werde."

Es steht zu hoffen, dass die Spanische Hofreitschule und der politisch verantwortliche Landwirtschaftsminister dieses Trauerspiel endlich beenden und Klaus Krzisch wieder mit "seinen Lipizzanern" arbeiten kann.

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