• 26.09.2012, 12:16:06
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Mitterlehner: Neue Chancen für Österreichs Wirtschaft in der Zukunftsregion Südkaukasus und Zentralasien

Hochrangig besetzte Konferenz in Wien: Wirtschaftsminister will Handelsvolumen mit Region verdoppeln und Österreich als Drehscheibe für stark wachsende Zukunftsmärkte etablieren

(C) photonews.at/Georges Schneider - Wien
26.09.2012 - Heute fand in den Redoutensälen der Hofburg die vom
Wirtschaftsministerium organisierte Caucasus and Central Asia
Ministerial Conference statt. PHOTO: Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner bei seiner Eröffnungsrede.

Utl.: Hochrangig besetzte Konferenz in Wien: Wirtschaftsminister
will Handelsvolumen mit Region verdoppeln und Österreich als
Drehscheibe für stark wachsende Zukunftsmärkte etablieren=

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
eröffnete am Mittwoch in der Wiener Hofburg eine hochrangig besetzte
Minister-Konferenz mit zahlreichen Regierungsvertretern aus dem
Südkaukasus und Zentralasien. "Die Region hat eine wichtige
Brückenfunktion zwischen Europa und Asien und besitzt großes
wirtschaftliches Potenzial, das wir stärker nützen wollen", sagte
Mitterlehner. "Bis 2015 sehen wir die Chance, unser Handelsvolumen
mit der Region auf vier Milliarden Euro im Jahr zu verdoppeln. Dazu
möchten wir Österreich für diese Märkte langfristig als eine
Drehscheibe in Richtung Zentral- und Westeuropa etablieren, wobei wir
hier eng abgestimmt mit den Initiativen der Europäischen Union
vorgehen", so Mitterlehner.

Neben einem intensiveren Dialog setzt Mitterlehner vor allem auf
die laufende Internationalisierungs-Offensive, die Unternehmen bei
Marktsondierungsreisen und Messeteilnahmen sowie mit Export-Know-how
unterstützt. "Unser Ziel ist es, den sehr stark rohstoffdominierten
Handel mit dem Südkaukasus und Zentralasien schrittweise zu
diversifizieren und zum Vorteil beider Seiten auf eine höhere Ebene
zu heben, also vor allem den Technologie- und Know-how-Export zu
forcieren", so Mitterlehner. "Durch eine räumliche und inhaltliche
Diversifizierung verteilen wir das Risiko unserer Außenwirtschaft
besser und profitieren von den hohen Wachstumsraten in neuen
Zukunftsmärkten."

Diese Strategie empfiehlt auch eine neue Wifo-Studie, die
Mitterlehner bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Wifo-Chef Karl
Aiginger und EIB-Vizepräsident Wilhelm Molterer vorstellte. Um das
Potenzial der Region "Caucasus and Central Asia" (CCA) besser zu
nützen, verweist das Wifo auf die angestrebte
Branchendiversifizierung mit einem Fokus auf den Export neuer
Technologien. Besonders große Chancen bieten die Bereiche
Infrastruktur, Energie- und Umwelttechnik, Tourismus und
Agrarindustrie. Dazu könne Österreich die Fachkräfte-Ausbildung in
der Region mit seinem großen Know-how in der Lehrlingsausbildung
unterstützen sowie auf eine strategisch ausgerichtete
Entwicklungszusammenarbeit setzen. "Der stärkere Fokus auf diese
Region ist richtig. Es handelt sich um einen Rohdiamant, der
geschliffen werden muss", so Aiginger. "Denn es gibt aus
österreichischer Sicht nirgends Märkte, die so nahe sind und so stark
wachsen."

EIB-Vizepräsident Molterer präsentierte beim Pressegespräch die
Finanzierungsmöglichkeiten durch die Europäische Investitionsbank
(EIB). "Mit ihren Finanzierungen und ihrer technischen Expertise
leistet die EIB einen wichtigen Beitrag zur weiteren wirtschaftlichen
und sozialen Integration des Kaukasus und der östlichen
Nachbarstaaten. Vorrangige Themen sind dabei die Finanzierung von KMU
und Infrastrukturvorhaben, Ressourcenmanagement und Innovation. Auch
für österreichische Unternehmen bieten sich hier attraktive
Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten", so Molterer.

Bei der heute erstmals stattfindenden CCA-Ministerkonferenz erörtern
Regierungsvertreter aus den Südkaukasus-Staaten Armenien, Georgien,
Aserbaidschan sowie aus den zentralasiatischen Staaten Kasachstan,
Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan gemeinsam mit
Wirtschaftsexperten aus Österreich sowie Repräsentanten der
Europäischen Kommission, der Europäischen Investitionsbank sowie
weiteren Vertretern internationaler Organisationen die Chancen und
Herausforderungen für die Volkswirtschaften dieser Region. Die
insgesamt 200 Teilnehmer, darunter mehr als 100 Unternehmer,
beschäftigen sich in drei Panels mit den Themen Handel und
Investitionen, Energie und Tourismus.

Insgesamt leben über 81 Millionen Menschen in der CCA-Region, die
zuletzt ein durchschnittliches, kaufkraftbereinigtes
Bruttoinlandsprodukt von 520 Milliarden Dollar pro Jahr
erwirtschafteten. In den Jahren vor der weltweiten Wirtschaftskrise
(2004 bis 2007) ist die Gesamtregion mit 13,1 Prozent pro Jahr
gewachsen. Nach der raschen Krisenbewältigung gab es schon 2010
wieder ein Wachstum von 6,7 Prozent und 2011 von 6,6 Prozent. 2012
soll das Plus laut IWF-Prognosen bei 5,5 Prozent liegen. Österreich
exportierte im Vorjahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 680
Millionen Euro in den Südkaukasus und Zentralasien, die Importe
lagen bei 1,5 Milliarden Euro.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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