26.9.-28.9.: Aktionstage gegen Abschiebung in Wien

Initiative "Familie und FreundInnen gegen Abschiebung" ruft auf zu Protesten angesichts von Abschiebewelle in Österreich

Wien (OTS) - Im Vorfeld neuer Asylrechtsänderungen und der 2014 in Kraft tretenden Bleiberechtsreform bahnt sich in Österreich eine Abschiebewelle an. Viele Menschen wurden in der letzten Zeit zwangsweise außer Landes gebracht. Partnerschaften und zwischenmenschliche Bindungen werden auseinander gerissen, Kinder eines Elternteiles beraubt und Menschen ihre Lebensperspektive genommen. Vielen wird durch die "Dublin II"-Verordnung der Zugang zum Asylsystem verwehrt. Deshalb ruft die Initiative "Familien und FreundInnen gegen Abschiebung" gemeinsam mit Angehörigen der Betroffenen vom 26. bis 28.9. unter dem Motto "Gegen das österreichische FremdenUnrecht" auf zu Aktionstagen. Höhepunkt ist eine Demonstration am 27. 9. ab 16 Uhr vom Museumsquartier zum Parlament.

Für Mittwoch, 26.9., sind MedienvertreterInnen herzlich zu einer Pressekonferenz im Cafe Eiles (Ecke Josefstädterstraße/ Landesgerichtsstraße, U2 Rathaus) eingeladen. Es sprechen Ute Bock, Anny Knapp (Asylkoordination), Michael Genner (Asyl in Not), Alexander Pollak (SOS Mitmensch), Alev Korun und Senol Akkilic (Die Grünen) sowie betroffene Männern, Frauen und Kinder.

Alarmierende Abschiebefälle der letzten Zeit sind zahlreich: Durch ein Rückübernahmeabkommens mit Nigeria startete am 12. September ein Abschiebe-Charterflug. Mindestens 6 Betroffene aus Wien wurden in einer Großaktion aus ihren Wohnungen geholt, mehrere wurden gewaltsam von ihren Familien getrennt. Am 21. 6. wurde Omar D. nach Gambia abgeschoben, seine Freundin Denise und seinen Sohn Jeremias musste er in Wien zurücklassen. Madu T. wurde am 30. Mai entgegen UNHCR-Empfehlung, trotz dramatischer Sicherheitslage, nach Mali abgeschoben. Der Student Zekeriye Y., der in Wien ein herzkrankes Kind hat, wird nach zwei verhinderten Abschiebeversuchen am 26.9. zur "freiwilligen" Ausreise in die Türkei genötigt - die einzige Chance auf reguläre Rückkehr nach Österreich. Viele können aus Angst vor drohender Abschiebung nicht mehr ruhig schlafen - zum Beispiel der Salzburger Schüler Saied Ahmadi, dem die Abschiebung in das kriegsgeplagte Afghanistan droht.

Betroffene Angehörige und FreundInnen wollen diese Situation nicht hinnehmen. "Für alle ist das eine untragbare Situation - am meisten aber wird unser Sohn darunter leiden. Ich tue mich jetzt mit anderen Müttern zusammen, um gemeinsam zu kämpfen!", so Denise, die Partnerin des abgeschobenen Omar D.

Infos zum Programm:

26. September 2012

7:30: Verabschiedung statt Abschiebung (Flughafen, Gate 1). Wir verabschieden unseren Freund Zekeriye Y., der von den Behörden gezwungen wird, "freiwillig" in die Türkei auszureisen.

10:00: Pressekonferenz, Café Eiles, Ecke Josefstädterstraße/ Landesgerichtsstraße (U2 Rathaus).

19:00: Podiumsdiskussion mit Zoraida Nieto, Clifford Erinmwionghae, Nikolaus Kunrath, Ute Bock (angefragt), Peter Marhold u.a., Afroasiatisches Institut / Lesesaal 1. Stck., Türkenstr. 3, 1090 Wien

27. September 2012

16:00: Demonstration vom Omofuma Denkmal (Museumsquartier / Ecke Mariahilferstr.) zum Parlament

18:00: Abschlusskundgebung mit kreativer Überraschungsaktion

28. September 2012

17:00: Workshop "Wie verhindere ich eine Abschiebung?".Praktiken für den Widerstand. Club der Freunde, Gudrunstraße 135, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

20:00: "Gekommen, um zu bleiben" - Party mit DJ Taff, Mosa Sisic, TOPOKE von Tres Monos, Laura Rafetseder

Rückfragen & Kontakt:

Hans-Georg Eberl,
tel.: 069910168028
e-mail: stop_deportation@gmx.at

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