- 24.09.2012, 18:15:31
- /
- OTS0232 OTW0232
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die AUA braucht rasch klare Verhältnisse - von Günter Fritz
Es ist wichtig, dass die AUA ihre vorhandenen Chancen nutzt
Utl.: Es ist wichtig, dass die AUA ihre vorhandenen Chancen nutzt=
Wien (OTS) - Am Donnerstag beginnen bei der AUA die Wahlen des neuen
Betriebsrats für das fliegende Personal; kommende Woche sollte das
Ergebnis feststehen. Das ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil
die Wahlen vor dem Hintergrund des umstrittenen Betriebsübergangs von
AUA zu Tyrolean stattfinden, gegen die der bisherige Betriebsrat und
die Gewerkschaft Klagen eingebracht haben. Noch ist offen, wie die
Verfahren ausgehen werden, seitens des Managements wird aber betont,
dass die Airline ohne Betriebsübergang keine wirtschaftliche Zukunft
habe. Tatsächlich wird die AUA heuer wieder schwarze Zahlen
schreiben, was aber in erster Linie mit bilanziellen Sondereffekten
aufgrund des Betriebsübergangs zu tun hat. Laut CEO Jaan Albrecht
soll aber ab 2013 nachhaltig Gewinn geschrieben werden -
vorausgesetzt, die Kosteneinsparungen durch die Zusammenführung der
bislang getrennten Flugbetriebe von AUA und Tyrolean können wie
geplant auf Dauer gehoben werden. Dafür braucht es nicht nur
Rechtssicherheit, sondern auch einen neuen Konzern-Kollektivvertrag
für Piloten und Flugbegleiter. Und über diesen muss mit dem
Betriebsrat verhandelt werden. Da er vom Management nicht mehr
anerkannt wird, hängt alles vom neuen ab. Als Problem könnte sich
allerdings herausstellen, dass bei den Wahlen vier Listen antreten -
drei von der AUA, eine von Tyrolean. Entscheidend wird sein, wer
künftig die Macht im Betriebsrat haben und welche Linie in den
KV-Gesprächen vertreten wird. Es ist zu hoffen, dass es klare
Verhältnisse geben, auf beiden Seiten die Vernunft siegen und ein
tragfähiger Konzern-KV zustande kommen wird. Für die AUA geht es
nämlich weiter ums Überleben - auch wenn sich inzwischen die
Situation vielleicht etwas beruhigt hat. Das Wettbewerbsumfeld für
die Luftfahrtbranche, speziell für die europäische, ist nach wie vor
hart, und neben steigenden Kerosinpreisen und Gebühren drücken
Billigfluglinien und die Konkurrenz aus den Golfstaaten auf die
Margen. Gleichzeitig ist klar: Die Luftfahrt ist weiter eine
Wachstumsbranche, was nicht zuletzt die aktuelle Studie im Auftrag
des Airline-Verbands IATA untermauert. In Österreich sind die
Passagierzahlen seit 2000 um mehr als 60 Prozent gestiegen; bis 2030
wird in Europa eine Verdoppelung der Nachfrage nach
Luftverkehrsdienstleistungen prognostiziert. Schon jetzt sind 75.000
Jobs von der Luftfahrt abhängig, die Wertschöpfung beträgt 4,6
Milliarden Euro. Ohne AUA würde diese Bilanz viel schlechter aussehen
- deshalb ist es so wichtig, dass die AUA möglichst rasch wieder
Aufwind bekommt und ihre vorhandenen Chancen nützt.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB






