- 21.09.2012, 11:54:52
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Volkshilfe zum Welt-Alzheimertag: "Demenz ist nicht heilbar, aber behandelbar."
Volkshilfe fordert gezielte Aufklärungsarbeit, Investitionen in flexiblere Pflege- und Betreuungsmodelle und mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige

Utl.: Volkshilfe fordert gezielte Aufklärungsarbeit, Investitionen
in flexiblere Pflege- und Betreuungsmodelle und mehr
Entlastungsangebote für pflegende Angehörige=
Wien (OTS) - Anlässlich des Welt-Alzheimertages fordert die
Volkshilfe eine stärkere Berücksichtigung von demenzkranken Personen
in der Pflege und Betreuung. Im Zuge einer österreichweiten Aktion
machte die Volkshilfe heute mit dem Start von rund 1.500 Luftballonen
in den Landeshauptstädten auf Menschen aufmerksam, die zunehmend ihr
Gedächtnis verlieren, auf die allerdings nicht vergessen werden darf.
"Die Zahl der Demenzkranken wird sich bis 2050 nahezu verdreifachen.
Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung", sagt Dr. Herbert P.
Kornfeld, Geschäftsführer der Volkshilfe Wien, anlässlich des
Luftballonstarts in Wien. Mag. (FH) Erich Fenninger,
Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, betont: "Demenz ist
nicht heilbar, aber behandelbar. Wir fordern gezielte
Aufklärungsarbeit, Investitionen in flexiblere Pflege- und
Betreuungsmodelle und mehr Entlastungsangebote für pflegende
Angehörige."
Frühzeitige Diagnose sichert Lebensqualität
Studien beweisen, dass der Verlauf von Erkrankungen bei
frühzeitiger Erkennung und Behandlung erheblich verzögert werden
kann. "Der Beginn der Krankheit wird oft übersehen. Häufig wird
Demenz erst im mittleren Stadium erkannt, da die Symptome dann so
deutlich sind, dass ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht wird", sagt
Fenninger. "Hier ist Aufklärungsarbeit gefragt, um Menschen die Angst
vor einem Arztbesuch zu nehmen." Dr. Kornfeld ergänzt: "Dazu gehört
natürlich auch die entsprechende Qualifizierung des Pflege- und
Betreuungspersonals: Je mehr das Thema Demenz an Bedeutung gewinnt,
umso mehr wird sich auch das Berufsbild der HeimhelferInnen
erweitern."
Investitionen in flexiblere Pflege- und Betreuungsmodelle
gefordert
Die Gestaltungsfreiheit des Einzelnen, wie er/sie betreut werden
möchte, muss durch ein vielfältiges Dienstleistungsangebot ermöglicht
werden. "Angebote an sozialen Pflege- und Betreuungsdiensten müssen
flexibler gestaltet werden. Hier ist der Ausbau von Tageszentren oder
Betreuungsgruppen gefordert", betont Fenninger, "sowie der Einsatz
von moderner Technologien, damit ein Großteil der hochbetagten
Menschen in unserem Land wesentlich selbstbestimmter leben kann."
Pflegende Angehörige gezielt entlasten
Die Auswirkungen einer demenziellen Erkrankung auf die Betroffenen
und das soziale Umfeld sind mit großen Belastungen verbunden.
Insbesondere pflegende Angehörige stehen unter großem finanziellen
und psychischen Druck. "Politik und Wirtschaft müssen Maßnahmen zur
besseren Vereinbarkeit von Pflegetätigkeit und Berufstätigkeit
setzen", fordert Fenninger. Außerdem sei die soziale Absicherung zu
verbessern. Fenninger: "Die Abdeckung der Kosten für Pflege- und
Betreuungsbedürftigkeit müssen sich am tatsächlichen Pflegebedarf
orientieren und nicht an einer oft nicht nachvollziehbaren Einteilung
in Pflegegeldstufen."
Neu überarbeiteter Demenz-Ratgeber
Rechtzeitig zum Welt-Alzheimertag präsentierte die Volkshilfe im
Rahmen ihrer Initiative "Demenzhilfe Österreich" einen neu
überarbeiteten Demenz-Ratgeber. Die 60 Seiten starke Broschüre macht
vielfältige Informationen rund um Demenz und Pflege leicht
zugänglich. Der Ratgeber kann kostenlos über
www.demenz-hilfe.at/ratgeber oder 01/402 62 09 bestellt werden.
Mehr Fotos zur Luftballon-Aktion unter www.demenz-hilfe.at/aktion
Fotobeschreibung: Luftballonstart zum Welt-Alzheimertag in Wien. Mit
1.500 Luftballonen setzte die Volkshilfe österreichweit ein Zeichen
gegen das Vergessen. Im Bild: Barbara Stöckl (links) und
Bundesgeschäftsführer Mag. (FH) Erich Fenninger mit zahlreichen
haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen heute vormittag im Wiener
Stadtpark.
Fotograf: Mike Ranz
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