VCÖ begrüßt Einführung von Begegnungszonen und Fahrradstraßen

VCÖ: Statt Handy-Verbot Bewusstseinskampagne gegen Telefonieren am Steuer wirksamer

Wien (OTS) - Der VCÖ begrüßt den Vorstoß von Verkehrsministerin Doris Bures, dass in Österreich Begegungszonen und Fahrradstraßen eingeführt werden können. In Österreich fahren rund 4,8 Millionen Menschen im Alltag mit dem Fahrrad, rund zwei Millionen davon häufig. Statt dem Handy-Verbot beim Radfahren spricht sich der VCÖ für eine allgemeine Bewusstseinskampagne gegen Telefonieren am Steuer aus.

In der Schweiz gibt es bereits mehr als 200 Begegungszonen. In Begegnungszonen gilt Tempolimit 20 km/h, wer zu Fuß geht, hat Vorrang und Parken ist nur auf markierten Stellen erlaubt. "In Österreich wird wieder mehr zu Fuß gegangen. Grund sind die höheren Spritpreise und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein. Deshalb ist es wichtig, unsere Städte und Gemeinden fußgängerfreundlicher zu gestalten", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Wien bereits gleich viele Wege zu Fuß wie mit dem Auto zurückgelegt werden.

Auch die Ermöglichung der Fahrradstraßen ist ein wichtiger Schritt. International werden immer häufiger Fahrradstraßen umgesetzt. Damit wird es Pendlerinnen und Pendlern aus dem stadtnahen Umland sowie all jenen, die in den Außenbezirken wohnen, erleichtert mit dem Rad sicher, kostengünstig und gesund zur Arbeit zu kommen. Auch die Flexibilisierung der Radwegbenützungspflicht erhöht die Verkehrssicherheit. "Viele Radwege sind zu schmal. Damit ist dort das Radfahren gefährlicher als auf der normalen Fahrbahn. Die Aufhebung der Benützungspflicht bei schmalen Radwegen entschärft die Situation", so VCÖ-Experte Gansterer.

Skeptisch ist der VCÖ beim geplanten Handy-Verbot. Schon beim Auto funktioniert die Überwachung de facto nicht. Im gesamten Jahr 2011 wurden nur 150.000 Autofahrer beim Telefonieren am Steuer erwischt, obwohl an einem einzigen Tag ein Vielfaches an Telefonaten beim Autolenken geführt werden. "Viele sind sich der Gefahren durch Telefonieren am Steuer nicht bewusst. Wer beim Autofahren telefoniert, reagiert ähnlich schlecht, wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille", macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam. Der VCÖ hält daher eine bundesweite Kampagne gegen Telefonieren am Steuer für wirksamer als eine Erweiterung des Handy-Verbots aufs Radfahren.

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