- 20.09.2012, 09:36:56
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"Ein Fall für Resetarits" am 21. September: Mieterterror in Wien?
Wien (OTS) - "Ein Fall für Resetarits" beschäftigt sich am Freitag,
dem 21. September 2012, um 21.20 Uhr in ORF 2 mit folgenden Fällen:
Mieterterror in Wien?
Buttersäure, die im Gang ausgeleert wird, beschmierte Türen,
ausgewechselte Briefkästen, für die es keine Schlüssel gibt, Öl auf
den Stufen, die zu Wohnungen führen, Drohungen, Räumungsklagen, usw.
Was Mieter aus einem Haus in der Wiener Siebenbrunnengasse schildern,
klingt als hätte ihnen jemand den Krieg erklärt. Tatsache ist, dass
das Haus, in dem sie wohnen, vor einiger Zeit an eine Immobilienfirma
verkauft wurde. Und dieses Unternehmen hat ein erklärtes Ziel: die
Altmieter mit den günstigen Mietverträgen loszuwerden, das Haus also
"bestandsfrei" zu machen, um dann die Wohnungen oder das ganze Haus
mit Gewinn zu verkaufen.
Seit das Haus den Besitzer gewechselt hat, geschehen dort jedenfalls
die seltsamsten Dinge. Die Polizei steht all dem machtlos gegenüber,
denn Täter werden nie gefunden. Die Mieter haben sich nun jedenfalls
verbündet und wollen ihre Wohnungen um jeden Preis behalten. Und sie
sind nicht die Einzigen. In der Mühlfeldgasse gibt es ein Haus, das
einer Schwesternfirma gehört, bei den Geschäftsführern handelt es
sich um die gleichen Personen. Auch hier häufen sich ähnliche
Vorfälle, seit das Haus verkauft wurde. Und hier ging die Firma noch
weiter: Plötzlich bewohnten Punks leerstehende Wohnungen. Sie wurden
offenbar mit dem Ziel einquartiert, die verbliebenen Altmieter zu
vertreiben. Doch dann ist etwas passiert, womit die Immobilienfirma
nicht gerechnet hat: Altmieter und Punks haben sich solidarisiert und
kämpfen nun einen gemeinsamen Kampf um ihre Wohnungen. 15 Häuser
haben die "neuen Hausherren" in Wien bereits in ihren Besitz
gebracht. Mieterschützer sprechen von den aggressivsten Formen von
"Ausmietung", die ihnen seit den 90er Jahren untergekommen sind. "Ein
Fall für Resetarits" hat mit den Mietern gesprochen und sich mit der
Frage beschäftigt, wer tatsächlich hinter all dem steckt.
Kaiserschnitt nicht nötig
Der Traum von der eigenen Familie sollte sich 2008 für Daniela
Haselbacher endlich erfüllen. Nach einer komplikationsfreien
Schwangerschaft wurde die junge Burgenländerin am späten Abend des
20. Februar 2008 von ihrem Lebensgefährten ins Krankenhaus Oberwart
gebracht. Daheim war schon alles für die Ankunft der kleinen Tochter
vorbereitet. Doch in den Stunden vor der Geburt traten Probleme auf.
Die kleine Anna Maria war im Bauch der Mutter plötzlich mit
Sauerstoff unterversorgt. Daniela Haselbacher, die aufgrund starker
Blutungen zunehmend Angst hatte, dass hier etwas ganz falsch laufen
würde, verlangte nach einem Kaiserschnitt. Doch der wurde ihr
verwehrt. Als Anna Maria viele Stunden nach der Einlieferung Daniela
Haselbachers auf natürlichem Wege zur Welt kam, waren ihre
Vitalzeichen so schwach, dass sie wiederbelebt werden musste. Die
Folgen der offenbar sehr langen Sauerstoffunterversorgung waren
dramatisch. Anna Maria ist heute vier Jahre alt und mehrfach schwer
behindert. Sie kann nicht allein sitzen, ihren Kopf nicht halten, ob
oder was sie sieht und hört, weiß man nicht. Ein Sachverständiger
beschreibt den Zustand des Kindes als vergleichbar mit dem eines
Wachkomapatienten.
Deshalb hat Daniela Haselbacher den Krankenhausträger auf
Schadenersatz geklagt. Dieser argumentierte jedoch, das was passiert
ist, sei eine schicksalhafte Fügung gewesen, kein Fehler im Spital,
man werde keinen Schadenersatz leisten. Das Gericht gab ein
ärztliches Gutachten in Auftrag. Der Sachverständige kam zum
Ergebnis, bei der Geburt sei ein schwerer Fehler passiert, Anna
Marias Behinderung wäre zu vermeiden gewesen. Das war der Stand, als
"Ein Fall für Resetarits" sich erstmals mit der Causa befasste.
Damals wollte der Krankenhausträger noch nicht einlenken und hat nach
einem zweiten Gutachter verlangt. Jetzt ist die Sache klar. "Ein Fall
für Resetarits" hat Daniela und Anna Maria Haselbacher besucht.
Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als
Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.
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