• 14.09.2012, 16:16:45
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Das Schicksal der Schwabenkinder

Landtag besuchte Schwabenkinder-Ausstellung in Wolfegg

Utl.: Landtag besuchte Schwabenkinder-Ausstellung in Wolfegg=

Wolfegg/Bregenz (OTS/VLK) - Die Schwabenkinder-Dauerausstellung im
Bauernhaus-Museum in Wolfegg (Baden-Württemberg) war am Donnerstag
(13. September) Ziel einer Exkursion des Vorarlberger Landtags. "Kaum
ein historisches Thema aus unserer Region ist in den letzten Jahren
auf so viel Resonanz gestoßen wie die berührende Geschichte der
Schwabenkinder. Die fünf Länder umspannende Aufarbeitung ist auch ein
hervorragendes Beispiel erfolgreicher, grenzüberschreitender
Zusammenarbeit", sagte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel.

Über vier Jahrhunderte hinweg erstreckte sich das sogenannte
"Schwabengehen". Aus den verarmten Alpenregionen aus Vorarlberg,
Tirol, und Graubünden zogen alljährlich tausende Kinder und
Jugendliche nach Oberschwaben und ins Allgäu, um dort als Hütebuben,
Mägde und Knechte auf Bauernhöfen zur arbeiten. Der Aufarbeitung
dieses Kapitels unserer Geschichte hat sich das von der Europäischen
Union geförderte Projekt "Schwabenkinder" zur Aufgabe gemacht.

Landtagspräsidentin Bernadette Mennel: "Aus heutiger Sicht tun wir
uns etwas schwer beim Gedanken an die bittere Armut, die es noch bis
ins 20. Jahrhundert in unserem Land einmal gegeben hat. Das
länderübergreifende Schwabenkinder-Projekt erinnert auf besonders
eindringliche Weise an eine schwierige Zeit und an gesellschaftliche
Verhältnisse, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann". Das
unsägliche Leid dieser halbwüchsigen ArbeitsmigrantInnen müsse für
die heutige Gesellschaft zur Verpflichtung werden, Kindern - auch im
Kontext bitterer Armut - solches niemals wieder anzutun. "Der
unbedingte Schutz der Wehrlosesten unter uns muss zum Programm
werden, das auch in schlechten Zeiten seine Gültigkeit behält. Denn
was eine Gesellschaft wirklich wert ist, zeigt sich gerade an ihrem
Umgang mit den Schwächsten".

Das durch das Interreg IV-Programm "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein"
geförderte Projekt verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder im
Alpenraum mit ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in Oberschwaben. Neben
dem federführenden Bauernhaus-Museum präsentieren weitere 26 Museen
und Kultureinrichtungen in den fünf Ländern Deutschland, Österreich,
Schweiz, Liechtenstein und Südtirol mit Informationsstationen und
Dauerausstellungen verschiedene Aspekte der Schwabenkindergeschichte.
So werden etwa im Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg noch bis
28. Oktober Biografien von Schwarzenberger Schwabenkindern gezeigt.

10 Meter lange Bilderwand der Schwabenkinder

Das Bauernhaus-Museum Wolfegg beherbergt nicht nur den größten
Baustein des grenzüberschreitenden Projekts, sondern nähert sich dem
Thema zugleich multimedial und in klassischer Museums-Konzeption.
Besonders beeindruckend in Wolfegg ist eine zehn Meter lange
Fotowand. Fotografien verfolgen den Weg der Schwabenkinder von ihren
Heimatorten über Stationen auf den Wanderwegen bis nach Oberschwaben.
Die Leitung des Bauernhaus-Museum richtet vor allem an Vorarlberger
Schulklassen die Einladung, diese Ausstellung zu besuchen. Kontakt:
[email protected], www.bauernhaus-museum.de.

Schwabenkinder-Datenbank

Eigens eingerichtet wurde die Schwabenkinder-Datenbank.
Interessierte haben hier die Möglichkeit, Nachforschungen über Alter,
Familie und Dienstorte von über 6.000 Schwabenkindern anzustellen.
Unter www.schwabenkinder.eu sind alle Informationen zum Thema
aufbereitet und ist auch die Datenbank erreichbar.

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