- 14.09.2012, 13:10:39
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Küberl: Entwicklungshilfe in Österreich braucht "Schubumkehr"
Start der Kampagne "mir wurscht...?" vor Parlament mit Vertretern von Caritas, Rotem Kreuz und anderer in der EZA tätiger NGOs
Utl.: Start der Kampagne "mir wurscht...?" vor Parlament mit
Vertretern von Caritas, Rotem Kreuz und anderer in der EZA
tätiger NGOs=
Wien, 14.09.12 (KAP) Die notorisch unterdotierte Entwicklungshilfe
in Österreich braucht eine "Schubumkehr vom Rückwärts- in den
Vorwärtsgang". Diese Forderung richtete Caritas-Präsident Franz
Küberl am Freitag vor dem Parlament in Wien an die Mitglieder der
Regierung und des Nationalrates angesichts drohender weiterer
Kürzungen der staatlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit.
Anlass war der Start der Kampagne "mir wurscht...?", mit der
Caritas, Rotes Kreuz und mehr als 40 andere im Dachverband "AG
Globale Verantwortung" vereinte NGOs die Verantwortung der
österreichischen Politik erfordern und Kürzungen verhindern wollen.
Nach erklärenden Worten vor der Pallas-Athene-Statue überreichte
Küberl an der Spitze einer Delegation der Kundgebungsteilnehmer ein
Riesenkuvert an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, in dem in
183 Briefen an die Abgeordneten der Parlamentsparteien appelliert
wird, "keine Budgetkonsolidierung zu Lasten der Hilfe für die
Ärmsten" zu unterstützen.
"Mir und vielen anderen Menschen ist nicht egal, dass pro Tag
Tausende Kinder an Hunger sterben", sagte Küberl umringt von
Protestschildern vor dem Parlament. Die provokanten Aufschriften
darauf: "Mir wurscht, wenn 5.000 Frauen bei der Geburt sterben",
"Mir wurscht, wenn Menschen um Wasser betteln müssen!" oder "Mir
wurscht, wenn 3.000 Kinder verhungern!". Ein wohlhabendes Land wie
Österreich habe die Aufgabe, eine "Wohlstands- und
Friedensdividende" an arme Länder bereitzustellen und damit eine
"Antriebsfinanzierung" zu leisten, damit deren Bewohner faire
Lebenschancen bekämen, betonte Küberl. "Überleben können wir nur
gemeinsam", wollte der Caritas-Chef die Parlamentarier
"wachklopfen". Sie müssten "kapieren, dass wir in 'einer' Welt
leben".
Österreich gehörte zuletzt mit Ausgaben von nur 0,27 Prozent des BNE
für Entwicklungshilfe gemeinsam mit Italien (0,19 Prozent) und
Griechenland (0,11 Prozent) zu den europäischen Schlusslichtern.
Die Kampagne "mir wurscht...?" wird von allen wesentlichen
Hilfsorganisationen im Bereich der EZA mitgetragen - darunter viele
kirchliche wie Caritas, Dreikönigsaktion, Katholische
Frauenbewegung, Diakonie, "Horizont3000" oder "Jugend Eine Welt".
Auf der neu eingerichteten Webseite "www.mirwurscht.org" können die
Forderungen in Schreiben an den Nationalratsabgeordneten aus dem
eigenen Wahlkreis unterstützt werden.
Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/gut/
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