- 13.09.2012, 18:30:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Alpentraum und Funkloch statt digitalem Wunder - von Thomas Jäkle
Datenturbo LTE "made in Austria": Demaskiert durch Apples iPhone 5
Utl.: Datenturbo LTE "made in Austria": Demaskiert durch Apples
iPhone 5=
Wien (OTS) - Stell dir vor, ein Unternehmen bringt ein Produkt
heraus, das theoretisch auf der ganzen Welt genutzt werden kann - nur
in Österreich nicht: Ein Skandal, wenn es um Leben und Tod geht. Ein
kapitaler Aufreger, wenn es sich um ein Mobiltelefon, das hierzulande
nicht nur die Schickeria nutzen kann, handelt, wie im Fall der neuen
Handygurke von Apple.
Ein kapitales Ärgernis, wenn der Schlendrian "made in Austria" wieder
einmal bewirkt hat, dass eine Poleposition in einem Markt kampflos
abgegeben wird, in dem man zumindest technologisches Vorzeigeland
war.
Die Zeit, wo man in Österreich die Vorhut als Testmarkt für
technologische Entwicklungen im Mobilfunk war, ist passé. Apples
iPhone 5 funktioniert optimal auf Frequenzen der vierten
Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) in Ländern wie USA,
Großbritannien oder Deutschland, weil man sich dort schon frühzeitig
mit LTE und Frequenzvergaben befasst hat.
Nur in Österreich wird das jüngste Apple-Handy schätzungsweise die
kommenden zwei Jahre nicht funktionieren. Einfacher Grund: Bei der
Versteigerung von Altfrequenzen und der Neuvergabe von brachliegenden
Frequenzen - also nicht genutzten Spektren - wartet man hierzulande
offenbar auf ein Alpenglühen, auf Gott, auf ein Wunder oder auf den
Lauf der Dinge.
Ganz nach dem Motto Long Term Evolution - nomen est omen - wurde
immer wieder die Versteigerung der Frequenzen verschoben, mit denen
man auch das auf limitierten Frequenzbändern nutzbare
Apple-Wunderding hätte nutzen können.
Der Grat zwischen Ausreden und Erklärungen ist schmal: Dazu zählen
mehrere Zwistigkeiten in unterschiedlichen Regierungskonstellationen,
uneinheitliche Technologiestandards, die man - weil: armes kleines
Land - nicht beeinflussen kann, Neuwahlen; ein
Korruptions-U-Ausschuss, bei dem Ex-Infrastrukturminister Hubert
Gorbach und der aktuelle Telekom-Regulator als Beschuldigte auch bei
der Staatsanwaltschaft geführt wurden, und nun noch die EU, die den
Übernahmedeal Hutchison-Orange hinterfragt, was wieder die
Frequenzversteigerung verzögert.
All diese Dinge werden als Aspekte vorgeschoben, die eine
rechtzeitige Versteigerung verhinderten. Fazit: Erst fehlt lange das
Glück. Und nun kommt auch noch das Pech hinzu. Felix Austria.
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