- 11.09.2012, 12:41:14
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AK zu E-10: EU-Kommission senkt Ziele - jetzt muss auch Landwirtschaftsminister E10-Pläne aufgeben
Auch EU-Kommission erkennt nun: Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Tank
Utl.: Auch EU-Kommission erkennt nun: Lebensmittel gehören auf den
Teller, nicht in den Tank=
Wien (OTS) - "Auch die EU-Kommission hat eingesehen, dass der
Agrosprit E10 ein teurer Irrweg ist. Das begrüßen wir. Jetzt muss
auch Landwirtschaftsminister Berlakovich seine E-10-Pläne endgültig
aufgeben", sagt AK Direktor Werner Muhm. Seit Monaten reißt die
Kritik an der Verwendung von Biokraftstoffen nicht ab. Endlich dürfte
die EU-Kommission reagieren: Nach einem Entwurf, der heute bekannt
wurde, beabsichtigt sie, den Anteil an erneuerbaren Energieträgern im
Verkehr, der 2020 erreicht werden soll, von zehn auf fünf Prozent zu
senken. Gleichzeitig sollen auch alle Subventionen für
Agrotreibstoffe gestrichen werden. "Das wäre ein ganz wichtiger
Schritt in die richtige Richtung", sagt Muhm. "Biokraftstoffe wie
Biodiesel und E-10 sind ein teurer Irrweg, der auch der Umwelt nicht
nutzt. E10 treibt außerdem die Lebensmittelpreise weiter in die Höhe.
Nun wird auch Landwirtschaftsminister Berlakovich reagieren und seine
Pläne für die Einführung von E-10 aufgeben müssen."
E-10 ist Benzin, dem zehn Prozent Ethanol beigemischt sind. Für die
Herstellung von Ethanol werden Mais und Weizen eingesetzt. Das treibt
den Preis für Getreide weiter in die Höhe und heizt gleichzeitig
wieder die Spekulationen an. Und das bedeutet: Für Le-bensmittel
müssen die KonsumtenInnen tiefer in die Geldtasche greifen. In einer
Studie von Heiner Flassbeck im Auftrag der AK werden Berechnungen
zitiert, wonach die Beimischung von Agrosprit zu Preissteigerungen
von bis 70 Prozent bei Nahrungsmittelroh-stoffen führt. Auch die
Welternährungsorganisation FAO warnt vor preistreibenden Effekten. Zu
ähnlichen Ergebnissen kommt auch Raiffeisen Research. Nach
Berechnungen der AK würde die E-10-Einführung zu zusätzlichen Kosten
von etwa 51 Millionen Euro führen - und das bei ohnehin extrem hohen
Spritpreisen.
"Mit dieser lange überfälligen Korrektur ihrer falschen Politik macht
die EU-Kommission den Weg dafür frei, dass über tatsächlich
nachhaltige Verbesserungen des Verkehrssystems nachgedacht wird.
Leistbarer und gleichzeitig umweltschonender Öffentlicher Ver-kehr
ist dafür ein Grundstein", so Muhm.
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