- 10.09.2012, 16:01:46
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bfi Wien: "Das Herz als Triebfeder" bei Berufsentscheidung
Bildungs- und Karriereinformationen, Interviews mit Mirna Jukic, Gerald Groß etc. beim "Tag der offenen Tür"
Utl.: Bildungs- und Karriereinformationen, Interviews mit Mirna
Jukic, Gerald Groß etc. beim "Tag der offenen Tür"=
Wien (OTS) - Mehr als 450 Besucherinnen und Besucher fanden sich am
vergangenen Freitag, den 7. September 2012, am Hauptstandort
Alfred-Dallinger-Platz 1 des bfi Wien ein. Im Rahmen des "Tag der
offenen Tür 2012" bot das Unternehmen seinen Gästen zwischen 14.00
und 20.00 Uhr Bildungsberatung samt Finanzierungs- und
Förderungsplanung an, sowie Einstufungstests und kostenlose
Kinderbetreuung.
Informationsveranstaltungen zu ausgewählten (Diplom-) Lehrgängen
gaben Einblick in das hochwertige Aus- und Weiterbildungsangebot.
Die unterschiedlichsten Bildungsbiographien standen im Mittelpunkt
des Rahmenprogramms, das mit prominenter Unterstützung bestritten
wurde. So bot sich ab 16.30 Uhr die von vielen Gästen genutzte
Möglichkeit, der ehemaligen Profi-Schwimmerin Mirna Jukic in einem
Live-Interview zu begegnen. Sie gab der Journalistin Corinna Milborn,
bis vor kurzem stellvertretende Chefredakteurin des
Nachrichtenmagazins NEWS und Moderatorin des ORF-"Club 2" und seit
Anfang September für den TV-Sender PULS 4 tätig, Auskunft über ihr
Leben nach der Sportkarriere.
"Start zu neuen Ufern - Mein Leben nach dem Profisport", lautete
der Titel des spannend-unterhaltsamen Gesprächs, indem Jukic zugab,
dass ihr der Sport als Beruf durchaus abgehe. Jedoch sei sie
keineswegs "in ein (mentales) Loch gefallen", dank Rückhalt in der
Familie und im Freundeskreis. Dennoch: Nur auf der Couch herumliegen
oder jeden Abend auszugehen sei nicht ihr Ding, auch wenn Freunde
gemeint hätten, sie solle es doch einmal locker angehen.
Vom Schwimmstar zur TV-Moderatorin
Bereits lange vor dem freiwilligen Karriere-Ende hatte sich Jukic
dafür entschieden, ihr laufendes Publizistikstudium an der
Universität Wien zu beginnen: "Eine gute Abwechslung zum Sport", die
man brauche - "sonst dreht man durch". Als "ganz normale Studentin"
hielt sie es dennoch nicht lange aus und nahm die Einladung des ORF
an, als "Dancing Star" zu reüssieren; ein Schritt, auf den sie einige
Jahre davor, bei einer ersten Anfrage, "keine Lust gehabt" und sich
"dafür auch zu jung gefühlt" hatte. Sich damit eine neue Zielgruppe,
ein anderes Publikum zu erschließen war im Nachhinein kein Fehler und
hat auch beim ORF Eindruck hinterlassen - wurde doch Anfang September
bekannt, dass Mirna Jukic ab 27.9. eine eigene TV-Show auf dem
Spartenkanal "ORF Sport plus" erhält. Sie führt alle zwei Wochen
durch das Magazin "Schule bewegt", das aktuelle Themen im Bereich
Sport, Bewegung und Gesundheit aufgreift und auch Beiträge von
Schulen bzw. SchülerInnen mit einbinden wird.
Jukic selbst, die in Kroatien aufgewachsen ist und mit ihrer
Familie 1999 nach Österreich kam, sieht sich durchaus als "Role
Model" für andere MigrantInnen. Es sei schwer in ein Land zu kommen,
dessen Sprache man nicht versteht; ihre Mehrsprachigkeit sei aber
jedenfalls eine Bereicherung, die sie künftig noch erweitern wird. So
denkt sie darüber nach, am bfi Wien bald einen Italienischkurs zu
belegen und ihre Schulkenntnisse der französischen Sprache wieder zu
beleben. Der Sport sei sicherlich hilfreich bei der Integration.
Wichtig sei, sich an die aufnehmende Gesellschaft anzupassen, aber
man müsse durchaus nicht alles übernehmen.
"Folgen Sie Ihrem Herzen!"
Im Anschluss diskutierten Wirtschaftstreibende und Führungskräfte
- wieder moderiert von Corinna Milborn - unter dem Titel "Von der
Vision zum Erfolg - Klassische und ungewöhnliche Wege". Ob sie schon
mit 14 gewusst hätten, was sie beruflich machen wollen und wo sie im
Jahr 2012 stehen würden, fragte die Moderatorin den ehemaligen
Journalisten und ZiB-Moderator Gerald Groß, der sich vor einem Jahr
als Coach und -trainer mit gross:media selbständig gemacht hat, sowie
Renate Gruber, Gründerin und Geschäftsführerin von CupCakes Wien,
Alexander Schiel, Gründer des Vereins Sozialmarkt Wien, den Leiter
der Personalentwicklung bei der MERKUR Warenhandels AG, Mag. Markus
Wachter, und Dr. Valerie Höllinger, kaufmännische Geschäftsführerin
des bfi Wien.
"Nein", waren sich die DiskutantInnen einig. Die tatsächliche
Bildungsentscheidung abseits von Vorstellungen und Wünschen wie z.B.
Pfarrer (Groß) oder Nationalrat (Schiel) sei später gefallen, teils
auch eher wie ein "Hoppala" passiert, so Gruber. Wachter gab zu, ein
"fürchterlich schlechter Schüler" gewesen zu sein, der mit 14 "weit
weg" von jeder Karriereentscheidung war. bfi Wien-Geschäftsführerin
Höllinger wiederum war sich nur bewusst, dass sie künftig "mit
Menschen arbeiten" und ihr Umfeld "gestalten" wolle.
So unterschiedlich die heutigen Berufe, die Sozialisation, die
familiären Hintergründe und die klassischen Bildungswege der
Podiumsgäste auch waren und sind, einig waren sich auf der Bühne
alle, was ihre Empfehlung für Menschen betrifft, die vor der
karrieretechnischen Weichenstellung stehen: "Folgen Sie Ihrem
Herzen!" - CupCakes-Gründerin Gruber bezeichnete das Herz gar als
"Triebfeder: Solange man ihm folgt, wird man das Richtige tun und im
Leben Zufriedenheit finden."
Biographische Brüche machen DienstnehmerInnen interessant
Eine Gemeinsamkeit war die Tatsache, dass jedeR Beteiligte auch
eine Art Bruch in der Biographie feststellte: Valerie Höllinger nahm
sich nach drei akademischen Titeln und einer schnellen ersten
Management-Karriere eine Auszeit, um "nach der ganzen Kopfarbeit auch
einmal mein Bauchgefühl zu stärken": Sie absolvierte eine
Kinesiologie-Ausbildung. Renate Gruber war zehn Jahre lang als
(Werbe-) Graphikerin selbständig, bevor sie - mit ersten zaghaften
Schritten ab 2008, jedenfalls aber mehr durch Zufall - auf
"erfolgreiches Food-Design" umsattelte. Gerald Groß wagte zum zweiten
Mal den Sprung ins Ungewisse, indem er 2011 das sichere Schiff ORF
verließ - bereits Jahre davor hatte er einen Neuanfang gemacht, als
er aus einer sicheren, guten Position im Landesstudio Burgenland auf
den Wiener Küniglberg wechselte. Markus Wachter wagte es vor drei
Jahren "als eine Art Exot" in Karenz zu gehen, fand einige Nachahmer
und arbeitet nun daran, "auch ein Sabbatical für meine
MitarbeiterInnen zu ermöglichen" - was er durchaus auch selbst in
Anspruch nehmen würde. Alexander Schiel schließlich betonte das
Glück, mit seinem Abschied aus der Wiener Börse vor einigen Jahren
eine Abfertigung zu erhalten, "mit der ich schließlich den
Sozialmarkt Wien nach Vorbild der Kärntner Sozialmärkte gründen
konnte".
Als (potentielle) DienstgeberInnen schätzen es alle fünf auch bei
DienstnehmerInnen, wenn zwar eine solide - und in vielen Fällen auch
fachlich notwendige - Ausbildung vorhanden ist, jedoch der Lebenslauf
darüber hinaus zeigt, dass man sich für verschiedene Dinge
interessiert. "Auch, wenn man vielleicht nicht alles abgeschlossen
hat, was man begonnen hat", so das gemeinsame Resümee.
Als Gastgeberin, die sie gemeinsam mit bfi Wien-Geschäftsführer
Mag. Franz-Josef Lackinger an diesem erfolgreichen "Tag der offenen
Tür" war, schloss Höllinger mit der Feststellung, "dass Aus- und
Weiterbildung zentrale Themen in unser aller Leben sind". Es gehe -
und das bleibt als Fazit der Podiumsdiskussion - "nicht nur um das
Schlagwort 'Karriere', sondern vielmehr darum, wie man sein Leben
gestaltet". Der individuelle Erfolg sei nichts, was "von außen
definiert" wird, sondern "liegt in Ihren eigenen Händen - das bfi
Wien steht dabei nicht nur heute gerne mit Rat und Tat zur Seite".
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