- 10.09.2012, 08:56:36
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FPÖ-Bürgermeister: "Ich will von Strache nichts mehr wissen"
Unmut in Teilen der FPÖ wegen Strache-Antisemitismus
Utl.: Unmut in Teilen der FPÖ wegen Strache-Antisemitismus=
Wien (OTS) - SOS Mitmensch hat als Reaktion auf die von
FPÖ-Parteiobmann Strache veröffentlichte antisemitische Karikatur
einen Rundruf unter VerantwortungsträgerInnen in der FPÖ gemacht.
Ergebnis: Teile der FPÖ stehen Bundespräsident Heinz Fischer kaum
nach, was ihre Kritik an Strache betrifft. Zwar haben viele FPÖler
Angst sich zu äußern, weil sie befürchten, von der Parteispitze
abgestraft zu werden. Dennoch wagten sich einige gegenüber SOS
Mitmensch aus der Deckung und kritisierten Straches antisemitische
Bildveröffentlichung mit deutlichen Worten: "So etwas brauchen wir in
der FPÖ nicht", meinte etwa der FPÖ-Bürgermeister von Steinhaus in
Oberösterreich, Harald Piritsch. Piritsch betont, dass seine Kritik
auch von anderen oberösterreichischen FPÖ-Parteikollegen geteilt
werde. Die Obfrau der Bregenzer FPÖ, Andrea Kinz, gab an, dass sie
Antisemitismus kategorisch ablehne. "Dass Strache eine antisemitische
Karikatur auf seine Facebook-Seite stellt, ist für mich mindestens
genauso ärgerlich wie für Sie", erklärte Kinz dem Sprecher von SOS
Mitmensch, Alexander Pollak. Gänzlich die Nase voll von Strache
scheint Burkhard Wachter, FPÖ-Bürgermeister von Vandans in
Vorarlberg, zu haben. "Ich will von Strache nichts mehr wissen und
mit der von ihm geführten FPÖ eigentlich nichts mehr zutun haben", so
Wachter.
Insgesamt hat SOS Mitmensch 13 FPÖ-FunktionärInnen in mehreren
Bundesländern kontaktiert. Drei äußerten sich dezidiert kritisch zu
Straches antisemitischer Veröffentlichung, drei sagten, dass sie das
Thema nicht interessiere, und sieben baten um Verständnis, dass sie
sich nicht öffentlich äußern wollen. Beachtenswert: Kein einziger der
befragten FPÖ-Funktionäre war bereit, das Facebook-Posting von
Strache zu verteidigen.
Zur Erinnerung: FPÖ-Obmann Strache hatte am 18. August auf seiner
Facebook-Seite eine antisemitische Karikatur im Stile der
Nazi-Zeitung "Stürmer" veröffentlicht. Anstatt sich dafür zu
entschuldigen und die Karikatur von seiner Seite zu nehmen, flüchtete
sich Strache in abstruse Ausreden und verleugnete den für alle
ersichtlichen antisemitischen Charakter der Zeichnung.
"Wenn selbst gestandene FPÖler auf Nachfrage eingestehen, dass sie
sich zutiefst für ihren Parteiobmann schämen, dann wird deutlich, wie
weit sich Strache und seine Burschenschafterclique inzwischen vom
demokratischen Grundkonsens entfernt haben. Strache hat mit seinem
antisemitischen Facebook-Posting nicht nur sich, sondern seine ganze
Partei in den antisemitischen Sumpf hineingezogen. Um die FPÖ da
wieder herauszubekommen, genügt es allerdings nicht, dass einige
FPÖ-FunktionärInnen jetzt ihrem Ärger Luft verschaffen. Die FPÖ
braucht einen tiefgehenden inneren Reinigungsprozess, der dem Zündeln
mit Antisemitismus, Rassismus und MuslimInnenfeindlichkeit ein Ende
bereitet", betont Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.
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