- 07.09.2012, 13:19:59
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Deutschsprachige Umweltminister bilden Energie-Plattform für den Alpenraum
Berlakovich: Erneuerbare Energie, Klimaschutz und internationale Umweltpolitik im Mittelpunkt von Alpenkonferenz und Vierer-Ministertreffen
Utl.: Berlakovich: Erneuerbare Energie, Klimaschutz und
internationale Umweltpolitik im Mittelpunkt von Alpenkonferenz
und Vierer-Ministertreffen=
Poschiavo (OTS) - Österreich, Deutschland, die Schweiz und
Liechtenstein wollen ihre gemeinsamen Bemühungen im Klimaschutz
bündeln und ausbauen. Umweltminister Nikolaus Berlakovich,
Bundesrätin Doris Leuthard (Schweiz), Umweltminister Peter Altmaier
(Deutschland) und Umweltministerin Renate Müssner (Liechtenstein)
haben bei der Alpenkonferenz in Poschiavo im Kanton Graubünden die
Bildung einer "Plattform Energie" beschlossen. Sie soll die
Koordination bei der Planung von Infrastrukturen verbessern, die sich
auf Energieproduktion, -transport und -speicherung in den Alpen
beziehen. Der Erzeugung erneuerbarer Energie soll dabei im
Mittelpunkt stehen, ebenso die Wahrung des Natur- und
Landschaftsschutzes.
"Intensive Kooperation ist notwendig, damit der Alpenraum seine
Vorreiterposition im Umweltschutz stärken kann", betonte Berlakovich
bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. "Alle vier Länder wollen die
Energiewende schaffen: weg von fossiler Energie und Atomkraft hin zu
erneuerbarer Energie. Das bringt auch handfeste wirtschaftliche
Vorteile. In Österreich sind schon rund 210.000 Personen in
Umweltbranchen beschäftigt. Trotz Wirtschaftskrise sind die
Wachstumsraten bei Umsatz und Beschäftigtenzahlen
überdurchschnittlich. Die deutschsprachigen Länder als wirtschaftlich
hoch entwickelte Staaten haben beste Voraussetzungen, um
Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg unter einen Hut zu
bringen", stellte Berlakovich fest.
Beim jährlichen Vierer-Ministertreffen, das im Anschluss an die
Alpenkonferenz stattfindet, geht es auch um Fragen der
internationalen Umweltpolitik. "Wir sind uns einig, dass wir im
Vorfeld internationaler Umweltkonferenzen unsere Standpunkte eng
aufeinander abstimmen. So wollen wir unseren Forderungen und
Positionen stärkeres Gewicht geben", unterstrich Berlakovich.
In den nächsten Monaten stehen UNO-Konferenzen zu den Themen
Klima, Artenvielfalt und Chemikalien an. "Wir deutschsprachigen
Länder haben ein großes gemeinsames Interesse, dass es beispielsweise
bei der UN-Klimakonferenz im Dezember in Doha zu substanziellen
Fortschritten im weltweiten Klimaschutz kommt. Die Bremser- und
Hardlinerstaaten formieren sich bereits, wir brauchen daher ein
entsprechendes Gegengewicht", betonte Berlakovich.
"Auch in unserer nationalen Umweltpolitik haben wir viele
gemeinsame Interessen. Österreich und Liechtenstein sind von jeher
AKW-frei, Deutschland und Schweiz haben den Atomausstieg
vorgezeichnet. Was uns verbindet, ist die hohe Abhängigkeit von
importierten fossilen Energieträgern. Jedes Land muss seine eigenen
Ressourcen optimal nutzen, um die Nutzung erneuerbarer Energie weiter
voranzutreiben. Wir haben daher einen intensiven Austausch von
Strategien vereinbart, die uns allen auf dem Weg zur Energiewende
weiterhelfen können", sagte Berlakovich.
Die regelmäßig stattfindende Alpenkonferenz ist die Versammlung
jener Staaten, die Mitglieder der Alpenkonvention sind.
Vertragsparteien sind Deutschland, Frankreich, Italien,
Liechtenstein, Monaco, Österreich, die Schweiz, Slowenien und die EU.
Die Konvention ist ein völkerrechtlich verbindliches Übereinkommen
zum Schutz des Alpenraums. Sie definiert die gesamte Bergregion als
funktionale geografische Einheit und als einen gemeinsamen Kultur-
und Wirtschaftsraum.
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