Gesundheitsminister Stöger präsentiert aktuelles Programm zur Suizidprävention

Stöger fordert zu sensiblem medialen Umgang mit dem Thema Suizid auf - Prävention in Österreich ausbauen: Neue Kontaktstelle in der GÖG

Wien (OTS/SK) - Die Suizidrate in Österreich konnte in den letzten Jahren gesenkt werden, dennoch sterben immer noch 1.200 Menschen jährlich an einer Selbsttötung. Um die Suizidprävention zu stärken und auszubauen, hat Gesundheitsminister Alois Stöger Experten damit beauftragt, ein entsprechendes Programm zu entwickeln. "Suizid ist ein Thema, bei dem wir gerade aus Perspektive der Gesundheitspolitik sehr genau hinsehen müssen", betonte der Minister am Freitag bei einer Pressekonferenz, bei der das "SUPRA"-Programm (Suizidprävention Austria) präsentiert wurde. In Österreich gibt es jährlich doppelt so viele Tote durch Selbsttötung wie durch Unfälle im Straßenverkehr. Die Zahl Verkehrstoter konnte mittels vielfältiger Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit stark reduziert werden. "Mit derselben Akribie sollten wir die Suizidraten in Österreich reduzieren helfen", bekräftigte Stöger. Zentral sei ein sensibler medialer Umgang mit dem Thema. ****

Die Suizidprävention auszubauen sei, so Stöger, Teil des Regierungsprogramms; auch entsprechende Entschließunganträge betreffend Suizidprävention wurden bereits vom Nationalrat angenommen. "Ich bekenne mich dazu, die Suizidprävention in Österreich auszubauen. Das heute präsentierte Programm ist der erste, wichtige Schritt dazu", sagte der Gesundheitsminister, der Fragen der seelischen Gesundheit auch im Rahmen der vor kurzem beschlossenen Gesundheitsziele berücksichtigt. Bei der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurde bereits eine neue Kontaktstelle für Suizidprävention eingerichtet.

Das Thema Suizid sei ein sehr komplexes, daher müssten viele Bereiche eingebunden werden, um die Prävention zu unterstützen. "Der mediale Umgang mit diesem Thema ist dabei ganz zentral, um einerseits keine Nachahmungen auszulösen und auf der anderen Seite die Tabuisierung von Suizid hintan zu halten, indem z.B. Bewusstsein, auch für die Kennzeichen von Suizidgefahr, geschaffen wird", so der Minister.

Univ.-Prof. Gernot Sonneck, der den Bericht erarbeitet hat, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Berichterstattung über Personen, die eine suizidale Krise bewältigt haben, einen Präventionseffekt erzielen kann. Wichtig für die Prävention seien u. a. die Berücksichtigung der einzelnen Risikogruppen sowie gesetzliche Voraussetzungen, Stichwort Verschärfung des Waffengesetzes. Univ.-Prof. Christian Haring, der mit der Umsetzung des nationalen Suizidpräventionsplanes beauftragt ist, hält sich dabei an die Maßnahmen in Ländern, in denen die Prävention gut funktioniert - man müsse "das Rad nicht neu erfinden".

Suizid ist bei über 40-jährigen Männern die zweithäufigste Todesursache. Im ländlichen Gebiet sind die Zahlen höher als etwa in Wien, was mit der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zusammenhängt - Hilfsangebote werden weniger in Anspruch genommen. Prof. Haring empfiehlt, auch bestehende präventive Einrichtungen, etwa in der Suchtprävention oder auch das AMS, für die Suizidprävention zu nutzen.

SERVICE:
Leitlinien zur sensiblen Berichterstattung über das Thema Suizid in den Medien, vor allem zur Verringerung des Imitationseffekts, stehen hier zum Download zur Verfügung:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/5/2/CH1004/CMS1347015466178/b
eiblatt_suizid_in_medien_07092012.pdf
Kurzfassung des Präventionsprogramms zum Download:
http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/0/5/2/CH1004/CMS1347015466178/k
urzfassung_supra.pdf
(Schluss) bj/ah

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