• 07.09.2012, 09:00:52
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Schmied für Bewegung und Sport in der Ganztagsschule

Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied: "Tägliche Sportstunde muss in Kombination mit einer Umsetzung der Ganztagsschule erfolgen."

Utl.: Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied: "Tägliche Sportstunde
muss in Kombination mit einer Umsetzung der Ganztagsschule
erfolgen."=

Wien (OTS) - Die öffentliche Diskussion zeigt sehr deutlich, dass die
Anforderungen an die Schule stets wachsen. Auf der einen Seite sollen
die zukünftigen OlympionikInnen in der Schule die koordinativen
Grundlagen vermittelt bekommen, um im internationalen Wettbewerb
erfolgreich zu sein, und auf der anderen Seite müssen aber auch die
Grundlagen für spätere Spitzenleistungen im Beruf in Mathematik,
Deutsch und Englisch sowie anderen Fachgebieten gelegt werden.

"Alle diese Anforderungen an unser Schulsystem sind legitim. Ich
bekenne mich dementsprechend zu einem leistungsstarken,
chancengerechten und individualisierten Bildungssystem", erklärt
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied. Alle Menschen - unabhängig
von ihrem sozialen Hintergrund - sollen in dieses integriert werden,
um die besten Chancen auf hochwertige Bildung zu haben. Jeder Mensch
muss durch individuelle Betreuung und Förderung die Möglichkeit
bekommen, die eigenen Talente und Begabungen zu erforschen.
Spitzenleistungen brauchen eine breite Basis und werden durch die
individuellen Talente und Begabungen zutage gebracht. Egal ob in der
Berufskarriere, in der Wissenschaft oder im Spitzensport. Kein
Talent, keine Begabung der jungen Menschen darf zurückbleiben.

Die Bildungsministerin bekennt sich auch zur Förderung von Sport und
Bewegung in der Schule: "Ich unterstütze die Forderung nach einer
Stunde Bewegung und Sport pro Tag in der Pflichtschule. Das bedarf
aber massiver Änderungen der derzeitigen schulischen Strukturen, da
in deren derzeitigem Rahmen (5 Tage Woche, Halbtagsschule) die nötige
Anzahl der Stunden nicht zu bewältigen ist."

Viel mehr würde die Umsetzung zu zusätzlichen Belastungen bei den
Kindern führen: Denn durch die diskutierte Aufstockung ergibt sich
schon für die 6- bis 8-Jährigen jeden Tag Unterricht bis mindestens
13.00 Uhr. Für 8- bis 10-Jährige sogar mindestens zwei Mal pro Woche
Unterricht bis 14.00 Uhr. In der Sekundarstufe I haben alle
SchülerInnen pro Woche mindestens vier Mal bis 14.00 Uhr, in der 8.
Schulstufe sogar vier Mal pro Woche bis 15.00 Uhr
Anwesenheitspflicht. Das ist ohne die Bedingungen einer
Ganztagsschule für alle PflichtschülerInnen nicht zumutbar.
"Um eine moderne, pädagogisch sinnvolle Zeiteinteilung mit einer
entsprechenden Mischung aus Lernen, Sport, Freizeit und gesunder
Ernährung (warmes Mittagessen) zu ermöglichen, muss also der
Unterricht auf den ganzen Tag verteilt stattfinden: In der
gemeinsamen ganztägigen Schule. So ist gewährleistet, dass die Kinder
nach modernen pädagogischen Konzepten betreut und unterrichtet
werden, um neben der täglichen Bewegungseinheit auch die kreativen
und bildnerischen Talente aber auch musische Begabungen zu fördern",
nennt die Bildungsministerin die wichtigste Bedingung für die
Umsetzung der geforderten Anhebung der Stundenzahl im Bereich Sport
und Bewegung.
Nur so kann man die täglichen Bewegungseinheiten in den
Regelunterricht vernünftig eingliedern, pädagogisch und sportlich
eine optimale Ausbildung gewährleisten, den Kindern gleichzeitig
entsprechend den Konzepten einer gesunden Ernährung eine warme
Mahlzeit gewährleisten und die Eltern durch eine pädagogische
Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag von schulischen Zwängen
entlasten, fasst die Bildungsministerin zusammen.

Nach internen Beratungen sieht die Bildungsministerin eine klare
Linie der Kanzlerpartei: "Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass
die gemeinsame ganztägige Schule umgesetzt wird und dass mit den
Schulerhaltern darauf hingearbeitet wird, den derzeit laufenden
Ausbau ganztägiger Schulangebote voranzutreiben. In diesem Rahmen
wird auch die tägliche Sport- und Bewegungsstunde umgesetzt." Im
Endausbau ist dafür laut ersten Berechnungen des BMUKK ein
Kostenrahmen von Personalausgaben in der Höhe von jährlich rund 200
Millionen Euro und ein einmaliger Betrag von rund 100 Milllionen Euro
für Fort- und Weiterbildung von PädagogInnen zu veranschlagen. Die
Kosten für die Infrastruktur (sportlich und für die Ganztagsschule)
sind mit den Schulerhaltern zu vereinbaren.

Die Umsetzung des Modells einer täglichen Bewegungsstunde soll in
Form eines stufenweisen Ausbaus erfolgen, bei dem der
Bundessportorganisation und ihren Verbänden gemäß dem 2009
abgeschlossenen Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit zwischen Schule
und Sport eine zentrale Rolle zukommt. An jenen Schulen, an denen im
Zuge der schulischen Tagesbetreuung bzw. der Umstellung auf eine
verschränkte Ganztagsschule eine enge Kooperation von Sportvereinen
und Schulen zuerst umgesetzt wird, soll zuerst die tägliche Sport-
und Bewegungsstunde Realität werden.

Die Sportverbände und Sportvereine sind ausdrücklich eingeladen,
diese Kooperationsrahmenvereinbarung mit Leben zu erfüllen. Das BMUKK
finanziert von sich aus die Ausbildung zum/zur "akademischen
Freizeitpädagogen/in". Ausdrücklich sind für diesen Beruf neben
Musikern, Künstlern und Kulturschaffenden auch die Mitglieder der
Sportvereine eingeladen, die etwa eine TrainerInnenausbildung haben.
Sie können im Rahmen der Ganztagsschule als "lebende Träger" der
Kooperationsvereinbarung zum Schulsport in der Schule tätig werden
und den Kontakt zum entsprechenden Sportverein ausbauen.

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