- 06.09.2012, 13:54:06
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Debatte über Wehrpflicht: Milizchef erhebt schwere Vorwürfe gegen Darabos
Der Verteidigungsminister "plant die stückweise Abschaffung des Bundesheeres"
Utl.: Der Verteidigungsminister "plant die stückweise Abschaffung
des Bundesheeres"=
Wien (OTS) - Schweres Geschütz fährt der Präsident der
Bundesvereinigung der Milizverbände Michael Schaffer gegen
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) auf. "Darabos ist ein
Totengräber der Landesverteidigung", sagte er gestern in der
ATV-Diskussionssendung "Am Punkt". Der Verteidigungsminister habe in
den letzten Jahren "das Heer an die Wand gefahren" und "plant mit der
Berufsheervariante, die wirklich ein Hazardmodell ist, die stückweise
Abschaffung des Bundesheeres", so der Milizchef. Auf die Frage von
Moderator Meinrad Knapp, welches Interesse Darabos an einem Ende des
Berufsheeres haben solle, antwortete Schaffer: "Das hat
offensichtlich ideologische Gründe." Der SPÖ warf er vor, sie
betreibe mit ihrer Kampagne für die Abschaffung der Wehrpflicht und
der Einführung eines Berufsheeres "schäbigen" Populismus.
Schaffer sprach sich erneut vehement für die Beibehaltung der
Wehrpflicht in Österreich aus: "Ein Berufsheer besteht aus
Bediensteten, Beamten, die jedes Monat bezahlt werden, und ein
Berufsheer ist immer zu groß, wenn man es nicht braucht, und immer zu
klein, wenn man es braucht. Und deshalb hat sich das Mischsystem (aus
Berufssoldaten, Wehpflichtigen und Milizsoldaten) in Österreich
bewährt." An den SPÖ-Plänen für ein Berufsheer (Schaffer: "Die
Schwindelmodelle des Herrn Darabos") und auch an Berufssoldaten im
Allgemeinen ließ er in "Am Punkt" kein gutes Haar: "Berufssoldaten
neigen zum Kadavergehorsam, zum vorauseilenden Gehorsam. Es wäre ja
sonst nicht möglich, dass fast das ganze Ressort sich das alles
bieten lässt, es ist in diesen letzten Jahren alles schlechter
geworden, das Heer steht vor einem Kollaps. Wir haben zur Zeit
vielleicht 4.000 Soldaten, die diesen Namen verdienen, obwohl das
Heer 25.000 Bedienstete hat."
Heftigen Widerspruch erntete Schaffer vom Militärexperten Gerald
Karner. Besonders verwahrte sich der Ex-Brigadier in "Am Punkt" gegen
die Kritik an den Berufssoldaten. Karner warf Schaffer, aber auch der
ÖVP, mit Blick auf die geplante Volksbefragung zum Wehrdienst
Unsachlichkeit vor: "Mir schwant für die nächsten Monate Übles, dass
der Bevölkerung Argumente vorgegaukelt werden, die keine sind. Ich
kenne jedenfalls kein einziges wirklich überzeugendes Argument in der
aktuellen strategischen Lage für die Beibehaltung der allgemeinen
Wehrpflicht. Sie können zum Beispiel den Katastrophenschutz auch mit
einem Berufsheer natürlich gewährleisten."
Auch hinsichtlich der Debatte über den Zivildienst kritisierte
Karner die ÖVP: "Die Frage Zivildienst Ja oder Nein ist von der ÖVP
in früheren Jahren ganz anders gesehen worden als jetzt, ich sage nur
Stichwort 'Drückeberger'. Und jetzt muss plötzlich der Zivildienst
dafür herhalten, dass es die Wehrpflicht gibt. Das verstehe ich
überhaupt nicht."
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