Aviso Zeta AG: Zwei neue Urteile des HG Wien bringen wichtige Erkenntnisse zur Verjährung in Anlegerklagen

Verjährungsfrist beginnt schon mit Zustellung des Depotauszugs

Wien (OTS) - In zwei aktuellen Urteilen des Handelsgerichts Wien (HG Wien) wird die Rechtsansicht der Aviso Zeta AG (ehemals Constantia Privatbank AG) zum Thema Verjährung bestätigt. Die subjektive Kenntnis eines möglichen Schadens durch den Anleger muss mit Zustellung eines Depotauszugs angenommen werden - daher beginnt ab diesem Zeitpunkt die Verjährungsfrist zu laufen. Der Schadenseintritt selbst entsteht zum Zeitpunkt des Erwerbs der Aktien.

"Das HG Wien hat in beiden Verfahren eindeutig unsere Rechtsansicht bestätigt. Ab der Zustellung des Depotauszugs sind mögliche negative Kursentwicklungen der erworbenen Papiere für den Anleger eindeutig erkennbar - darum beginnt auch ab diesem Zeitpunkt die Verjährungsfrist zu laufen. Wir gehen davon aus, dass diese Urteile eine Beispielwirkung auf viele ähnlich gelagerte Fälle haben und von den Obergerichten bestätigt werden", erklärt Stefan Frömmel, Vorstand der Aviso Zeta AG.

In zwei aktuellen Urteilen (54 Cg 199/11k - Erstbeklagte IMBEA Immoeast Immobilienverwaltungs GmbH, Nebenintervenientin Aviso Zeta AG und 54 Cg 172/11i - beklagte Parteien IMMOFINANZ AG und Aviso Zeta AG) stellt das HG Wien zum Thema Verjährung eindeutig fest:

"Im Zuge des Ankaufs von Veranlagungen oder Wertpapieren kann die Kursentwicklung einen Indikator für die vom Anleger unerwünschte Risikoträchtigkeit einer Anlageform abgeben. Einem Anleger, der davon ausgeht, dass die ihm vermittelte Anlageform keinem Kursrisiko unterliegt, muss ein Irrtum in dem Moment bewusst werden, in dem ihm bekannt wird, dass sein Anlageprodukt eine negative Kursentwicklung nimmt. Eindeutiges Indiz für den Anleger sind dabei an ihn gerichtete Depotstands- oder Kontostandauszüge (...). Wenn dem Anleger aus derartigen Unterlagen ein aktueller Wertverlust erkennbar wird, muss ihm auch klar sein, dass er entgegen der Beratung sein Geld für ein Kursschwankungen unterworfenes Wertpapier ausgegeben hat (zu alldem:
10 Ob 39/11z)."

Beratungsfehler externer Berater sind Emittenten nicht zurechenbar Zum Thema Zurechenbarkeit von etwaigen Beratungsfehlern kommt das HG Wien ebenfalls zu einem eindeutigen Schluss. "Hier wird unsere Rechtsmeinung zum wiederholten Male bekräftigt: Für mögliche Fehler externer Berater kann die Bank nicht zur Verantwortung gezogen werden", führt Stefan Frömmel aus. Und abschließend: "Die beiden Urteile des HG Wien sind zwar noch nicht rechtskräftig, wir sind aber auf Grund der fundierten und ausführlichen Begründungen des Gerichts sehr zuversichtlich, dass sie auch im Instanzenzug halten werden."

Über Aviso Zeta AG

Die Aviso Zeta AG, vormals Constantia Privatbank AG, ist die ehemalige externe Managementgesellschaft der Immofinanz AG und seit 2010 eine 100%ige Tochtergesellschaft der IMMOFINANZ Group.

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