• 05.09.2012, 11:02:33
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Freiwilliges Sozialjahr für alle statt Wehrpflicht auch für Frauen

SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Schon jetzt leisten hauptsächlich Frauen ehrenamtliche Arbeit im Sozialbereich"

Utl.: SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Schon jetzt leisten hauptsächlich
Frauen ehrenamtliche Arbeit im Sozialbereich"=

Linz (OTS) - Mit Ablehnung reagiert SPÖ-Klubvorsitzende Gertraud
Jahn auf die Forderung des freiheitlichen Landesrates Haimbuchner
nach einer Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen. "Eine zusätzliche
Dienstpflicht für Frauen kommt keinesfalls in Frage. Frauen leisten
nach wie vor die meiste ehrenamtliche Arbeit. Die FPÖ denkt in der
Frauenpolitik immer nur an Pflichten. Außerdem kann ich keinen
Mehrwert für den Sozialbereich erkennen. Es ist in der Sache viel
sinnvoller, den genau umgekehrten Weg zu gehen und mit der
Abschaffung der Wehrpflicht das SPÖ-Modell des Freiwilligen Sozialen
Jahres umzusetzen. Hier kann sich unsere Jugend sozial abgesichert
für die Gemeinschaft engagieren", ist Jahn überzeugt. Angst vor
einer Personallücke in Sozialeinrichtungen wegen der Abschaffung des
Zivildienstes hat die Klubvorsitzende nicht. Der deutsche
Bundesfreiwilligendienst beweist das erfreuliche Gegenteil.

"Wenn es um die Rechte von Frauen geht, will die FPÖ meist nichts
davon wissen, bei Pflichten ist sie jedoch die erste, die solche
vehement fordert. Haimbuchner ist angehalten, einmal zu schauen, wer
sich im Sozialbereich hauptsächlich ehrenamtlich betätigt. Es sind
nämlich zum größten Teil die Frauen", kritisiert Jahn die
Frauenpolitik der Freiheitlichen.

"Das Freiwillige Soziale Jahr wie es Minister Hundstorfer vorlegt,
ist ein sinnvolles Modell, denn es bringt wirklich Vorteile für alle
Seiten. Die Freiwilligen bekommen bei ihrer wichtigen Arbeit endlich
die nötige soziale Absicherung und im Gegensatz zum Zivildienst,
auch eine entsprechende Entschädigung. Die Einrichtungen in denen
die Helfer tätig sind, können dann auf motivierte Freiwillige
zurückgreifen, die ihnen auch ein volles Jahr zur Verfügung stehen",
liegen für die Klubvorsitzende die Vorteile klar auf der Hand.

Dass durch die Abschaffung der Wehrpflicht mit dem Ende des
Zivildienstes eine Versorgungslücke an Arbeitskräften im
Sozialbereich entsteht, befürchtet Jahn nicht:
"In Deutschland gibt es mit dem Bundesfreiwilligendienst bereits ein
ähnliches Modell wie wir es planen und es läuft mehr als
erfolgreich. Statt der vorhergesehenen 35.000 haben sich gleich
60.000 Freiwillige dazu gemeldet".

"Haimbuchner braucht auf keinen Fall Sorgen zu haben, dass Frauen zu
wenig für die Allgemeinheit leisten. Das exakte Gegenteil ist der
Fall. Es ist überall sichtbar, dass sie die meiste ehrenamtliche
Arbeit bei sozialen Diensten tätigen. Aus Umfragen geht klar hervor,
dass wiederum Frauen diejenigen sind, welche am ehesten Interesse am
geplanten Freiwilligen Sozialdienst zeigen", weist Jahn abschließend
auf diesen Umstand hin.

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