- 05.09.2012, 10:00:42
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Ö1: Physiker Fritjof Capra zu Gast in 1000. Ausgabe von "Im Gespräch"
Wien (OTS) - "Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale
Krise": In der 1000. Sendung von "Im Gespräch" ist der
Systemtheoretiker und Physiker Fritjof Capra zu Gast bei Michael
Kerbler - in Ö1 am Donnerstag, den 6.9. um 21.00 Uhr (Wh. am 7.9. um
16.00 Uhr).
2012 hat die Ö1-Sendereihe "Im Gespräch" doppelten Anlass zu
feiern: Sie ist ein viertel Jahrhundert alt und am 6. September zum
1000. Mal zu hören. Gastgeber der Jubiläumssendung ist Michael
Kerbler, der als Nachfolger von Peter Huemer seit 2003
Sendungsverantwortlicher ist. "Worauf kommt es im Leben an?", fragt
Kerbler seine Gäste häufig gegen Ende der Sendung. Selber antwortet
er mit den Worten der Kärntner Slowenin und Widerstandskämpferin
Anna Zablatnik: "Sei, was du bist." Und fragt man ihn, unter welchen
Bedingungen ein Gespräch gelingen kann, so erfährt man: "Die
Voraussetzungen für ein Gespräch sind: Zeit und Vorbereitung. 80
Prozent der Arbeit passieren vor dem Gespräch. Und: Im Gespräch muss
sich ein dramaturgischer Bogen über eine Stunde spannen. Beide
Gesprächspartner sollten bereit sein, einander zuzuhören, sich zu
öffnen. Manchmal ist auch ein kleiner Umweg zielführend. Es gibt
wichtige Wendungen in einem Gespräch, die nicht planbar sind."
Bereits vor dreißig Jahren sprach Fritjof Capra in seinem
gleichnamigen Bestseller davon, dass die Menschheit an der Schwelle
einer "Wendezeit" stehe. Rasches Umdenken sei nötig, um die Balance
der Lebenssysteme des Globus - der ökologischen wie der ökonomischen
- für künftige Generationen zu erhalten. So wie für Hans-Peter Dürr,
den deutschen Quantenphysiker und Träger des "Alternativen
Nobelpreises", haben auch für Capra die Erkenntnisse der Physik in
der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts das alte kopernikanische
Weltbild von Newton und Descartes obsolet gemacht. Die Erkenntnis,
dass an die Stelle des mechanistischen Weltbildes eines getreten
ist, das am zutreffendsten mit dem Bild kommunizierender Gefäße
beschrieben wird - "alles hängt mit allem zusammen" - mache ein
Umdenken auch in anderen Wissenschaftszweigen unabdingbar, meinte
Capra damals.
Wissenschaften wie Biologie, Medizin, Psychologie und Ökonomie
hielten an dem mechanistischen, auf Ausbeutung und Beherrschung der
Natur ausgerichteten Paradigma jedoch fest - dies werde verheerende
Folgen haben, warnte der Physiker. Fritjof Capra sah als Vorreiter
einer neuen, ganzheitlichen Weltsicht die Frauen- und
Friedensbewegung, Umweltschutz- und Bürgerinitiativen sowie
Bewegungen für eine neue, Geist und Körper umfassende Medizin.
"Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale Krise":
Michael Kerbler spricht in der 1000. "Im Gespräch"-Sendung mit
Fritjof Capra - zu hören am Donnerstag, den 6. September um 21.00
Uhr in Ö1 (Wh. am 7.9. um 16.00 Uhr). Weitere Sendungen im September
sind: am 13.9. "Angst ist der Motor des Strebens nach immer mehr
Geld" - Renata Schmidtkunz spricht mit der Kulturwissenschaftlerin
Christina von Braun (Wh. 14.9., 16.00 Uhr), am 20.9. "Dass
Missbrauch stattgefunden hat, steht außer Zweifel" - Michael Kerbler
spricht mit der Richterin und Vorsitzenden der "Kommission
Wilhelminenberg" Barbara Helige und dem Sachbuchautor Hans Weiss
(Wh. 21.9., 16.00 Uhr) und am 27.9. "Ich eigne mich nicht zum
Politiker. Dazu bin ich zu dünnhäutig" - Rosa Lyon im Gespräch mit
dem Manager Christian Konrad (Wh. 28.9., 16.00 Uhr). Mehr zum
Programm von Ö1 ist im Internet unter oe1.ORF.at abrufbar.
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