Ö1: Physiker Fritjof Capra zu Gast in 1000. Ausgabe von "Im Gespräch"

Wien (OTS) - "Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale Krise": In der 1000. Sendung von "Im Gespräch" ist der Systemtheoretiker und Physiker Fritjof Capra zu Gast bei Michael Kerbler - in Ö1 am Donnerstag, den 6.9. um 21.00 Uhr (Wh. am 7.9. um 16.00 Uhr).

2012 hat die Ö1-Sendereihe "Im Gespräch" doppelten Anlass zu feiern: Sie ist ein viertel Jahrhundert alt und am 6. September zum 1000. Mal zu hören. Gastgeber der Jubiläumssendung ist Michael Kerbler, der als Nachfolger von Peter Huemer seit 2003 Sendungsverantwortlicher ist. "Worauf kommt es im Leben an?", fragt Kerbler seine Gäste häufig gegen Ende der Sendung. Selber antwortet er mit den Worten der Kärntner Slowenin und Widerstandskämpferin Anna Zablatnik: "Sei, was du bist." Und fragt man ihn, unter welchen Bedingungen ein Gespräch gelingen kann, so erfährt man: "Die Voraussetzungen für ein Gespräch sind: Zeit und Vorbereitung. 80 Prozent der Arbeit passieren vor dem Gespräch. Und: Im Gespräch muss sich ein dramaturgischer Bogen über eine Stunde spannen. Beide Gesprächspartner sollten bereit sein, einander zuzuhören, sich zu öffnen. Manchmal ist auch ein kleiner Umweg zielführend. Es gibt wichtige Wendungen in einem Gespräch, die nicht planbar sind."

Bereits vor dreißig Jahren sprach Fritjof Capra in seinem gleichnamigen Bestseller davon, dass die Menschheit an der Schwelle einer "Wendezeit" stehe. Rasches Umdenken sei nötig, um die Balance der Lebenssysteme des Globus - der ökologischen wie der ökonomischen - für künftige Generationen zu erhalten. So wie für Hans-Peter Dürr, den deutschen Quantenphysiker und Träger des "Alternativen Nobelpreises", haben auch für Capra die Erkenntnisse der Physik in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts das alte kopernikanische Weltbild von Newton und Descartes obsolet gemacht. Die Erkenntnis, dass an die Stelle des mechanistischen Weltbildes eines getreten ist, das am zutreffendsten mit dem Bild kommunizierender Gefäße beschrieben wird - "alles hängt mit allem zusammen" - mache ein Umdenken auch in anderen Wissenschaftszweigen unabdingbar, meinte Capra damals.

Wissenschaften wie Biologie, Medizin, Psychologie und Ökonomie hielten an dem mechanistischen, auf Ausbeutung und Beherrschung der Natur ausgerichteten Paradigma jedoch fest - dies werde verheerende Folgen haben, warnte der Physiker. Fritjof Capra sah als Vorreiter einer neuen, ganzheitlichen Weltsicht die Frauen- und Friedensbewegung, Umweltschutz- und Bürgerinitiativen sowie Bewegungen für eine neue, Geist und Körper umfassende Medizin.

"Die Menschheit durchlebt gegenwärtig eine epochale Krise":
Michael Kerbler spricht in der 1000. "Im Gespräch"-Sendung mit Fritjof Capra - zu hören am Donnerstag, den 6. September um 21.00 Uhr in Ö1 (Wh. am 7.9. um 16.00 Uhr). Weitere Sendungen im September sind: am 13.9. "Angst ist der Motor des Strebens nach immer mehr Geld" - Renata Schmidtkunz spricht mit der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun (Wh. 14.9., 16.00 Uhr), am 20.9. "Dass Missbrauch stattgefunden hat, steht außer Zweifel" - Michael Kerbler spricht mit der Richterin und Vorsitzenden der "Kommission Wilhelminenberg" Barbara Helige und dem Sachbuchautor Hans Weiss (Wh. 21.9., 16.00 Uhr) und am 27.9. "Ich eigne mich nicht zum Politiker. Dazu bin ich zu dünnhäutig" - Rosa Lyon im Gespräch mit dem Manager Christian Konrad (Wh. 28.9., 16.00 Uhr). Mehr zum Programm von Ö1 ist im Internet unter oe1.ORF.at abrufbar.

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