• 29.08.2012, 12:03:01
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AHS-Jantscher: Zwangstagsschule ist ein pädagogischer Irrweg

LH Dörflers Ablenkungsmanöver Zeichen von schulpolitischer Ahnungslosigkeit

Utl.: LH Dörflers Ablenkungsmanöver Zeichen von schulpolitischer
Ahnungslosigkeit=

Wien/Klagenfurt (OTS) - Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Kärnten
in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Manfred Jantscher übt
heftige Kritik an den jüngsten Aussagen von LH Dörfler zur Gesamt-
und Ganztagsschule: "Offenbar greift der Landeshauptmann nach jedem
faulen Strohhalm, um von der Neuwahlthematik abzulenken."
Jantscher bedauert, dass LH Dörfler auf die Propaganda der AK
hereinfällt und daraus bildungspolitische Schlüsse zieht. Jantscher
empfiehlt Dörfler einen Blick auf seriöses Zahlenmaterial der
Statistik Austria: "Dort könnte der Landeshauptmann nachlesen, dass
durchschnittliche österreichische Haushalte monatlich 71 Euro für
Alkohol und Tabak ausgegeben, für Bildung gerade einmal 28 Euro."
Jantscher betont, dass alle internationalen Studien das genaue
Gegenteil der von Dörfler nachgebeteten AK-Propaganda belegen. Aber
auch aus der AK-Studie erfährt man, dass 80 Prozent der Schüler
überhaupt keine bezahlte Nachhilfe bekommen. Für die Schüler, die
Nachhilfe bekommen, wurden durchschnittlich 50 Euro pro Monat
ausgegeben, ein Bruchteil dessen, was ein Raucher für sein Hobby
ausgibt.

Jantscher sieht aber im Ausbau des schulischen Supportpersonals
(Psychologen, Sozialarbeiter, Freizeitpädagogen) einen Weg,
Österreichs Schulen zusätzliche Leistungsstärke zu geben. Jantscher
dazu wörtlich: "Nirgendwo auf der Welt haben die Lehrer so wenig
Unterstützung in ihrer Arbeit. Doch dazu schweigt LH Dörfler in
trauter Eintracht mit der roten Unterrichtsministerin."
In den Staaten, in denen Gesamt- und Ganztagsschulen schon seit
Jahrzehnten dominieren, sieht man, wie die Reaktion all jener Eltern
aussieht, die am Bildungserfolg ihrer Sprösslinge interessiert sind.
Jantscher dazu: "Die Gesamtschulländer Frankreich und England haben
einen exorbitant hohen Anteil an sündteuren Privatinstituten. Wer es
sich leisten kann, entflieht in Ländern mit Zwangstagsschule dem
öffentlichen Schulwesen. Gleichzeitig blüht dort der Nachhilfemarkt.
Frankreich liegt mit rund 2,2 Milliarden Euro im Jahr an der Spitze
der Ausgaben für den zusätzlichen Unterricht."

"Wenn Dörfler das will, soll er es offen sagen. Ich lehne diese
sozial höchst ungerechte Entwicklung vehement ab. Ein Ja zum Ausbau
hochwertiger Tagesbetreuung, ein Ja zur Wahlfreiheit der Eltern und
Schüler, aber ein klares Nein zur Zwangstags- und Eintopfschule", so
Jantscher abschließend.

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